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Mittwoch, 04.07.2012 16:45

Netzagentur erlaubt Telekom VDSL-Preismodell

aus dem Bereich Breitband

Kommando zurück: Anfang April hatte die Bundesnetzagentur der Deutschen Telekom ein neues VDSL-Preismodell untersagt. Im Januar hatte der Bonner Konzern der Regulierungsbehörde ein VDSL-Kontingentmodell angezeigt. Dieses sollte die Buchung von VDSL-IP-Bitstrom-Anschlüssen der Telekom bundesweit oder regional ermöglichen. Nachfrager sollten sich dazu langfristig an die Telekom binden und elf Jahre lang ein bestimmtes Kontingent schaltbarer Anschlüsse zu einem bestimmten monatlichen Überlassungsentgelt anmieten können. Die Bundesnetzagentur sah hier die Wettbewerbsmöglichkeiten anderer Unternehmen gefährdet. Befürchtet wurde eine nachlassende Bereitschaft der Unternehmen in neue Breitbandinfrastruktur wie Glasfaseranschlüsse zu investieren. Die Behörde versagte den Plänen vorläufig ihre Zustimmung und erließ ein Vermarktungsverbot. Aus diesem Grunde war Mitte April auch die geplante VDSL-Netzallianz von Telekom und NetCologne geplatzt. Nach Änderungen der Telekom teilte die Bundesnetzagentur nun mit, dass sie keine Bedenken mehr gegen das Preismodell im VDSL-Bitstrombereich hat.

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Telekom beseitigt Bedenken mit Zugeständnissen

Die Bonner Regulierungsbehörde will das der Telekom auferlegte Verbot der Vermarktung von schnellen VDSL-Breitbandanschlüssen an Wettbewerber nun widerrufen. Das bereits laufende Entgeltregulierungsverfahren soll eingestellt werden. Die Telekom selbst habe Änderungen an ihrem Preismodell vorgenommen, die den Bedenken der Netzagentur Rechnung getragen hätten. Im Mai wurde die Bundesnetzagentur über die Änderungen informiert.

Der Bonner Konzern räumte die Einwände mit einem Sonderkündigungsrecht, einer verringerten Kontingentgröße und geringeren Rabatten aus. Die Bundesnetzagentur sieht damit nun keine Gefahr mehr, dass interessierte Vorleistungskunden auf lange Sicht an die Telekom gebunden sind. Nach Ansicht der Behörde fördere die Einführung des VDSL-Kontingentmodells die Verbreitung von schnellen Breitbandanschlüssen. Im Zuge von Kooperationen ließen sich aber auch Anreize zur Errichtung neuer Infrastrukturen setzen.

Der Entscheidungsentwurf der Netzagentur zum Widerruf des Vermarktungsverbots wird nun im üblichen Verfahren der EU-Kommission und den Regulierungsbehörden der übrigen EU-Staaten übermittelt. Innerhalb eines Monats können diese eine Stellungnahme abgeben, anschließend gibt die Bundesnetzagentur ihre endgültige Entscheidung bekannt.

Telekom begrüßt Entscheidung der Netzagentur

Der Deutschland-Chef der Telekom, Niek van Damme, begrüßte die Entscheidung: Nur durch Kooperationen könne der Netzausbau mit Glasfaser gelingen. "Die Branche muss sich Kosten und Risiken teilen können, wenn sie Milliarden investieren soll", erklärte er. VDSL-Leitungen können auch von Unternehmen angemietet werden, die keine eigene Glasfasernetze haben.

Vor einigen Monaten hatten sich Telekom und Netcologne auf eine VDSL-Netzallianz verständigt, gegenseitig Netze zu Sonderkonditionen zu vermieten. Netcologne geht nach Angaben der "FAZ" davon aus, dass die Zusammenarbeit Anfang September anlaufen kann. Damit würde die Telekom erstmals Glasfaserleitungen bei einem Wettbewerber anmieten.

Jörg Schamberg / Mit Material der dpa
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