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Mittwoch, 27.06.2012 18:58

Zahlen per NFC: Erste Lösungen bis Jahresende

aus den Bereichen Computer, Mobilfunk

Seit Jahren wird über Chancen und Risiken des mobilen Bezahlens via NFC (Near Field Communication) diskutiert, obwohl sich die Einsatzmöglichkeiten des Systems bislang in Grenzen halten. Die Hauptschuld an der schleppenden Einführung trägt aus Sicht der E-Commerce- und Mobilfunkbranche der deutsche Handel. Vor allem die Netzbetreiber geben sich hingegen zukunftsorientiert. Jüngst erklärte etwa E-Plus-Vertreter Ulrich Coenen auf dem 24. Medienforum.NRW in Köln, man wolle in Kürze mit NFC durchstarten. "Wir reden hier von Monaten, nicht mehr von Jahren", so Coenen. Eine Woche danach wird deutlich, was der Chief Innovation Officer der E-Plus-Gruppe dabei wohl im Blick hatte. So gaben der Mobilfunkanbieter und die Targobank am Mittwoch bekannt, bereits im Spätsommer eine erste NFC-Lösung auf Basis von MasterCard Paypass anbieten zu wollen.

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Für alle Mobiltelefone geeignet

Diese wird ohne SIM-Kartentausch realisiert und soll auch für ältere Mobiltelefone geeignet sein, die nicht über einen NFC-Chip verfügen. Allerdings ist die Nutzung im Rahmen der Kooperation an eine MasterCard-Kreditkarte der Targobank gebunden und unterliegt damit naturgemäß bestimmten Bonitätsprüfungen. Kunden, die diese Voraussetzungen erfüllen, erhalten zu ihrer Zahlkarte einen PayPass-Bezahlchip ausgehändigt, der auf die Rückseite von Handy oder Smartphone aufgeklebt werden kann.

Vor allem kleinere Summen sollen sich so schnell und komfortabel begleichen lassen. Sicherheit soll eine PIN-Abfrage für Einkaufswerte über 25 Euro bieten. Beträge unterhalb dieser Schwelle lassen sich ohne Eingabe der Kreditkarten-Geheimnummer zahlen. Laut Targobank und E-Plus werden die Kunden dabei per SMS-Dienst in Echtzeit über sämtliche Kontobewegungen sowie veranlasste Transaktionen informiert. Akzeptiert wird das System überall dort, wo bereits heute mit einer MasterCard gezahlt werden kann, so unter anderem bei Aral, Thalia oder Douglas. Allein im Jahr 2012 soll sich die Zahl der Akzeptanzstellen in Deutschland mehr als vervierfachen.

mPass-Partner Telefónica Germany, Deutsche Telekom und Vodafone arbeiten an eigener Lösung

Währenddessen arbeitet auch o2-Netzbetreiber Telefónica Germany an einer NFC-Lösung über das gemeinsam mit Vodafone und Deutsche Telekom entwickelte, bislang nur im E-Commerce-Bereich eingesetzte Zahlungssystem mPass. Diese soll ebenfalls noch in diesem Jahr verfügbar sein. Die notwendigen Geräte zur Kommunikation mit dem Mobiltelefon an der Kasse würden in der zweiten Jahreshälfte aufgestellt, sagte Michiel van Eldik, Geschäftsführer von Telefónica Deutschland, gegenüber dem "Handelsblatt". Zu möglichen Partnern wollte sich van Eldik nicht äußern, es gebe aber bereits Gespräche mit dem Einzelhandel. Das Interesse sei sehr groß. Ein Telefónica-Firmensprecher bestätigte zudem gegenüber onlinekosten.de, dass auch die mPass-Partner Deutsche Telekom und Vodafone daran arbeiteten, das mobile Bezahlen in der zweiten Jahreshälfte in den Handel zu bringen. Das gemeinsame Ziel sei es, im Einzelhandel möglichst vielen Kunden den kontaktlosen und mobilen Bezahlweg zu ermöglichen.

In der deutschen Mobilfunkbranche steht demnach offenbar ein Wettlauf zweier Systeme bevor. Welche Anbieter sich letztendlich durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Eine Schlüsselrolle spielt hierbei der Handel, der die notwendigen NFC-Lesegeräte bereithalten muss. Gegen einen allgemeinen Bezahlstandard nach Vorbild der EC-Karte spricht zudem die tiefgreifende Zersplitterung des deutschen Finanzmarktes, der durch eine Vielzahl unterschiedlicher Kreditinstitute und Bezahllösungen gekennzeichnet ist. Gleichzeitig drängen Anbieter wie PayPal in das Kerngeschäft der klassischen Banken und Kreditkartenfirmen. Aufgrund der niedrigen Margen im deutschen Finanztransaktionsgeschäft erwarten Experten einen harten Verdrängungswettbewerb.

Christian Wolf
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    Zuletzt kommentiert von Roboterfreak am 28.06.2012 um 13:20 Uhr
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