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Dienstag, 26.06.2012 14:11

Entertain: Datenschützer kritisiert Telekom-Studie

aus den Bereichen Breitband, Computer

Die Deutsche Telekom plant derzeit eine großangelegte Datenerhebung bei Abonnenten des IPTV-Angebotes Entertain. Ab dem 16. Juli sollen dabei verschiedene Informationen über das Nutzungsverhalten der Zuschauer gewonnen werden. Entsprechende E-Mail-Ankündigungen hat das Unternehmen bereits an die 1,5 Millionen Entertain-Haushalte verschickt. Deutliche Kritik kommt nun von Thilo Weichert, schleswig-holsteinischer Landesbeauftragte für den Datenschutz. Dieser warf der Telekom laut NDR.de vor, ihre Kunden unzureichend über die Hintergründe der Aktion zu informieren und den Datenschutz zu vernachlässigen.

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Widerspruch gegen Datenerfassung notwendig

Zwar setzt die Telekom die Zustimmung der Entertain-Nutzer voraus, jedoch kommt dabei das sogenannte Opt-Out-Prinzip zur Anwendung, bei dem einer Teilnahme an der Studie explizit widersprochen werde muss. Wer dies versäumt, wird automatisch einbezogen. Für Weichert genügt es daher nicht, im Rahmen einer E-Mail auf das Projekt aufmerksam zu machen. Diese würde häufig nicht wahrgenommen und gehe schnell in der übrigen Werbung des Bonner Konzerns unter, sagte der Datenschützer gegenüber NDR.de. "In jedem Fall sollte eine Benachrichtigung in das Entertain-Angebot eingebunden werden." Zudem sei generell eine begleitende postalische Information wünschenswert.

Als unzureichend kritisierte Weichert darüber hinaus die vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz der erfassten Zuschauer- und Nutzerdaten. Nach Telekom-Angaben sollen diese erst pseudonymisiert und anschließend anonymisiert ausgewertet werden. Zudem sei eine Verwendung nur innerhalb des Unternehmens und nicht zu Werbezwecken vorgesehen. Lediglich bestimmte Zahlenwerte würden auch an TV-Sender weitergegeben, so das Unternehmen gegenüber NDR.de. "Ein Pseudonym kann von der Telekom jederzeit reidentifiziert werden", betonte hingegen Weichert. Rückschlüsse auf einzelne Kunden seien daher durchaus möglich, ein Schutz der Daten nicht gegeben.

"Augenscheinlich ein Missverständnis"

Auf Nachfrage von onlinekosten.de erklärte Telekom-Unternehmenssprecher Dirk Wende, die Kritik Weicherts beruhe augenscheinlich auf "einigen Missverständnissen". Diese sollen nun ausgeräumt werden. Bei der Konzeption des Projektes habe man sowohl die laut Telemediengesetz vorgeschriebenen Datenschutzanforderungen berücksichtigt als auch sämtliche zuständigen Stellen mehrfach im Vorfeld informiert. Der Kunde könne alle Datenschutzhinweise außerdem über seine TV-Box abrufen.

Zweck der Erhebung sei die Verbesserung des Entertain-Angebotes. Erfasste Daten bezögen sich etwa auf Aufnahmen, das Ein-, Aus- und Umschaltverhalten sowie die Nutzung der Online-Videothek Videoload. Mittels der gewonnenen Erkenntnisse könnten anschließend Senderauswahl und Inhalte angepasst und strukturiert sowie das Entertain-Menü benutzerfreundlicher gestaltet werden. Auch in die Entwicklung neuer Funktionen werde das Datenmaterial einfließen.

Christian Wolf
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    Zuletzt kommentiert von merkur am 04.07.2012 um 22:51 Uhr
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