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Donnerstag, 28.06.2012 13:41

Nokia Lumia 900 im Test - Finnische Wuchtbrumme

aus dem Bereich Mobilfunk
Von Hayo Lücke

Auch wenn Nokia in den zurückliegenden Wochen nicht viel zu lachen hatte, schreitet der einstige Marktführer unter den Handyherstellern munter weiter auf der eingeschlagenen Windows-Route. Ob sich diese Strategie am Ende auszahlen wird, ist aktuell schwer abzuschätzen. Denn kein anderes Betriebssystem polarisiert so stark wie die von Nokia für neue Smartphones favorisierte mobile Windows-Version. Die einen lieben die Live-Kacheln und loben das übersichtliche Design. Die anderen lassen keine Möglichkeit aus, über Windows Phone zu lästern. Teilweise so heftig, dass an einer sachlichen Grundlage gezweifelt werden kann. Fakt ist: Nokia baut auch heute noch hochwertige Smartphones und stellt das beim Lumia 900 ein weiteres Mal unter Beweis.

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Recht wuchtiges Smartphone

Schon mit dem Lumia 800 zogen die Finnen ein Endgerät aus dem Köcher, das mit Abstrichen überzeugen konnte. Das Lumia 900 ist die konsequente Weiterentwicklung mit gleich schnellem Prozessor aber einem größeren Display. Und um es an dieser Stelle einfach mal vorweg zu nehmen: es ist ein Smartphone, das einfach Spaß macht - trotz einiger Mängel. Wer bereit ist, sich auf Windows Phone einzulassen, findet mit dem Lumia 900 ein Mobiltelefon, das nur wenige Wünsche offen lässt.

Nokia Lumia 900
Das Nokia Lumia 900. Bild: onlinekosten.de

Die Einrichtung des Telefons geht in einer Handvoll Schritten über einen Assistenten leicht vonstatten. Wie bei allen Windows-Phone-Smartphones ist es Voraussetzung, bei Microsoft eine so genannte Live ID neu einzurichten oder eine bereits vorhandene zu nutzen. Ohne Live ID ist es nicht möglich, Apps aus dem Marketplace auf dem Telefon zu installieren.

Dynamik mit Live-Kacheln

Sind alle notwendigen Einstellungen abgeschlossen, kommt der übersichtliche Startbildschirm zum Vorschein. Anders als bei Android und iOS besteht der aus nur einer Seite mit zwei Spalten. Die eingangs erwähnten Live-Kacheln sind untereinander angeordnet und zeigen zum Teil dynamische Inhalte an. Zum Beispiel die Anzahl der verpassten Anrufe oder der eingegangenen SMS bzw. E-Mails. In der "Kontakte"-Kachel rotieren sogar diverse Fotos, sofern diese im Adressbuch hinterlegt oder die Kontakte mit Facebook synchronisiert wurden.

Ebenso übersichtlich ist das eigentliche Hauptmenü von Windows Phone angeordnet. Es ist vom Startbildschirm mit nur einem Wischer vom rechten Bildschirmrand nach links aufrufbar und listet alle Menüpunkte und installierte Apps in nur einer Spalte untereinander auf. Einfacher kann man ein Smartphone-Menü im Grunde nicht gestalten.

Apps haben oft einen ganz eigenen Charakter

Anders als bei der Konkurrenz präsentieren sich auch viele Apps. Auf Basis von Windows Phone machen die kleinen Applikationen in vielen Fällen einen frischeren, moderneren Eindruck - zum Beispiel bei der Nutzung von Facebook oder Foursquare. Ob das in allen Fällen auch mit einer übersichtlicheren Bedienung einher geht, muss jeder selbst entscheiden. Größtes Manko: die meisten Apps sind inzwischen zwar auch auf Basis von Windows Phone verfügbar, es gibt aber noch immer viele Anwendungen, die nur für Android-Smartphones bzw. das iPhone verfügbar sind. Das trübt den generell positiven Gesamteindruck.

Nokia Lumia 900
In das Nokia Lumia 900 wird über einen entsprechen Adapter eine MicroSIM eingelegt. Bild: onlinekosten.de

Äußerlich macht das Lumia 900 mit seinen nur leicht abgerundeten Kanten einen recht wuchtigen Eindruck. Mit Abmessungen von 128 Millimetern Länge, 68 Millimetern Breite und 12 Millimetern Höhe präsentiert sich das Telefon nicht gerade als zierliches Objekt und auch das Gewicht von 160 Gramm unterstreicht die markanten Züge.

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