Anzeige:
Donnerstag, 21.06.2012 18:08

Bezahlen per NFC: "Der Handel ist das Problem"

aus dem Bereich Mobilfunk

Seit Jahren preist die Internet-, E-Commerce- und Mobilfunkbranche das bargeldlose Bezahlen per Handy und Smartphone. Im Alltag der Verbraucher angekommen ist die in PR-Kreisen gern weichgezeichnete Vision eines komfortableren Einkaufens ohne Portemonnaie allerdings noch nicht. Zwar unterstützt eine zunehmende Zahl mobiler Endgeräte den für die Datenübertragung benötigten NFC-Standard, davon abgesehen halten sich sichtbare Fortschritte aber in Grenzen. Auf dem 24. Medienforum.NRW suchten Vertreter aus Industrie und Wirtschaft nach den Ursachen. Ein Schuldiger war schnell gefunden: der deutsche Handel.

Anzeige

"Nicht einmal ein Internetanschluss im Laden"

Diese Ansicht vertritt etwa Lars Rabe, leitender Manager bei demandware, einem Anbieter für E-Commerce-Lösungen. Die Technologie sei schließlich längst vorhanden, werde aber nicht eingesetzt. "Ich war kürzlich bei einem der deutschen Top-5-Unternehmen im Modebereich und wollte über Multi-Channel-Modelle sprechen. Die haben aber nicht einmal einen Internetanschluss in ihren Läden", so Rabe. Eine Verknüpfung verschiedener Vertriebskanäle könne unter solchen Voraussetzungen nicht erreicht werden. Diese sei künftig aber bitter nötig, um im Geschäft zu bestehen. So gewännen etwa Smartphones eine immer größere Bedeutung im gesamten Kaufprozess. Bereits heute würden etwa in den USA 9 Prozent aller Online-Einkäufe über ein Mobiltelefon abgewickelt.

Auch verschiebe sich zunehmend die Erwartungshaltung der Verbraucher. Studien hätten gezeigt, dass Smartphone-Nutzer hochgradig mündig und vernetzt seien sowie alters- und schichtenunabhängig Kaufentscheidungen durchschnittlich schneller träfen, allerdings auch besonderen Wert auf Komfort und Geschwindigkeit legten. Der etablierte Handel müsse auf diese Anforderungen reagieren und entsprechende Dienste anbieten, kranke jedoch vielfach an Altlasten. Neue Startups könnten ihr Geschäft hingegen von der grünen Wiese aus sofort auf die heutigen Bedürfnisse der Kundschaft ausrichten. "Deshalb wächst Zalando so schnell, während etwa Otto große Probleme hat, da dort Systeme im Einsatz sind, die 30 Jahre alt sind", erklärte Rabe.

Lars Rabe demandware
Lars Rabe (demandware): "Der Handel ist zu schwerfällig". Bild: onlinekosten.de

"Wer nicht reagiert, wird verschwinden"

Schuld sei vielfach eine schwerfällige IT, die nur schleppend auf die Besonderheiten des Internet- und Smartphone-Zeitalters eingehe. Es fehle häufig an einer Verknüpfung von Online- und Ortshandel, kompatiblen Kassensystemen, die automatisch auf den jeweiligen Kunden-Account im Internet-Shop zugreifen könnten oder zusätzlichen Informationsangeboten zu im Laden vorhandenen Waren. In den USA gebe es etwa längst Ladenketten, die ihr Sortiment mit QR-Codes ausstatteten. Smartphone-Nutzer könnten darüber weitere Produkt-Details abrufen oder im Schaufenster platzierte Artikel sogar nach Ladenschluss direkt online kaufen und nach Hause liefern lassen.

Der Maßstab seien Plattformen wie Amazon oder eBay. "Wer darauf nicht rechtzeitig reagiert, wird verschwinden", betonte der Branchenexperte. Denn diese loteten längst Möglichkeiten aus, ihren Nutzern mit lokalen Vor-Ort-Filialen ein stimmiges Gesamtkonzept inklusive Web-Verzahnung und mobilen Zahlungslösungen anzubieten. "Es wird Amazon- und eBay-Stores geben und die klassischen Händler unter Druck setzen", so Rabes Prognose. Markttreiber in Sachen mobile Zahlungslösungen sei aber Apple. Der US-Konzern mache bereits erfolgreich vor, wie das Kundenerlebnis sein müsse.

Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Freitag, 24.10.2014
EuGH-Urteil: Einbetten von Videos verstößt nicht gegen das Urheberrecht
Trotz Angriff auf iCloud-Nutzer: Apple-Chef Cook wirbt in China um Kunden
Nach Kritik: Anti-Facebook Ello verzichtet auf bezahlte Werbung
Online-Magazin "Krautreporter" ist gestartet: Breite Themenpalette von Zensur bis Ebola
Microsoft nutzt Marke Nokia nur noch für günstige Handys
ESET warnt vor Malware für den Mac
Smartwatch LG G Watch R erscheint später, kostet weniger
"Rooms": Facebook stellt App für anonyme Chats vor
Simply: Allnet-Flat mit LTE und 1 GB Highspeed-Volumen ab 9,95 Euro
Kann eine Zeitungs-Flatrate nach dem Modell Spotify die Printmedien retten?
helloMobil: LTE-Allnet-Flat mit 2 GB Highspeed-Volumen ab 14,95 Euro
Neue Internetsteuer: Ungarn will 48 Cent pro Gigabyte kassieren
Microsoft steigert Umsatz um ein Viertel
Amazon eröffnet Rechenzentrum in Deutschland
Amazon auf Crashkurs: Riesenverlust von 437 Millionen Dollar
Weitere News
Mobilfunk Provider
Neben den vier großen Netzbetreibern gibt es zahlreiche Mobilfunk Discounter Angebote - auch Billigmarken der Provider wie beispielsweise Simyo von E-Plus. Den Überblick zu behalten wird immer schwerer.
Dafür haben einige der Anbieter zusätzlich günstige Handys ohne Vertrag, vom Klapphandy bis hin zum Touchscreen Handy, im Angebot.
Webspace gesucht?
Suchen Sie günstigen Webspace für ihre Website?
Mit dem richtigen Anbieter ist das Hosting kein Problem und alle Daten dank RAID sicher. Auch der Homepage Baukasten ist oft inklusive.
Ob Root Server mieten, Domaincheck oder Domain registrieren - der Webhoster liefert alles aus einer Hand.
Whois
Suchen Sie eine eingängige Domain für ihre Website und die Wunschadresse scheint schon belegt?
Einfach mit Whois den Check machen und herausfinden, zu wem die URL und IP Adresse gehört. Auch die DENIC kann oft Auskunft geben.
Vielleicht ist ein Reseller beteiligt und verkauft preisgünstig.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs