Für eine bessere Regulierung zum Schutz der Inhalteanbieter plädierte Claus Grewenig, Geschäftsführer des Verbandes Privater Rundfunk- und Telemedien (VPRT). "Wir wissen derzeit überhaupt nicht, ob nicht bereits Diskriminierungen stattfinden." Auch fehle ein Instrumentarium für die Ahndung von Missbrauchsfällen.
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"Wir wissen nicht, was in den Netzen passiert"
Zudem forderte Grewenig eine Nachweispflicht der Netzbetreiber über Kapazitätsengpässe und damit verbundene Maßnahmen. Es sei Zeit zu Handeln. "Wir können uns ein 'Wait and See' nicht erlauben", so der Verbandsvertreter. Ähnlich argumentierte NDR-Intendant Lutz Marmor und forderte mehr Transparenz über das Vorgehen der Provider. "Wir wissen nicht, was in den Netzen passiert", erklärte Marmor.
Verstöße gegen das Neutralitätsprinzip könnten derzeit nicht festgestellt werden. Mit Verweis auf das Scheitern der Telekom als Bieter um die Bundesligarechte warnte Marmor darüber hinaus vor einer Verflechtung von Inhaltslieferanten und Infrastrukturbetreibern. Dies ziehe eine Interessensvermischung nach sich und müsse durch deutlich höhere Regulierungsanforderungen eingehegt werden.

In der Diskussion um die Zukunft der Netzneutralität (von links): Claus Grewenig (VPRT), Lutz Marmor (NDR), Christian Illek (Telekom), Lutz Schüler (Unitymedia), Brian Sullivan (Sky), Werner Lauff (Moderator). Bild: onlinekosten.de
"Ich glaube an den Willen des Kunden"
Einzig in diesem Punkt sowie in Datenschutzfragen konnte sich auch Sky-Chef Brian Sullivan für das Thema Regulierung erwärmen. Ein "fairer Zugang" müsse gesichert sein. Im kommerziellen Bereich sei ein Übermaß allerdings ein Innovationshemmer. Hier zähle allein der Wunsch des Verbrauchers. "Ich glaube an den Willen des Kunden als Antrieb für jedes Geschäftsmodell", so Sullivan. Vor diesem Hintergrund habe man letztendlich auch die Einigung mit Unitymedia über die Einspeisung von Sky in das Kabelnetz erzielt. "Wir haben realisiert, dass wir beide profitieren können."
Unitymedia-Chef Lutz Schüler nutzte die Gelegenheit sogleich, die Leistungsfähigkeit der eigenen Infrastruktur anzupreisen. "Als Kabelanbieter sind wir kein Teil der Netzneutralitätsdiskussion." Eine Steuerung von Datenpaketen werde es niemals geben, da das Kabelnetz keine Priorisierung benötige. "Wir haben die Breitbandziele der Bundesregierung längst erreicht", bemerkte Schüler süffisant.


