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Dienstag, 19.06.2012 14:06

Windows-8-Tablets: Chancen der Surface-Familie

aus dem Bereich Computer

Microsoft Surface - bislang stand die Bezeichnung für einen Tisch mit Touchscreen. Seit Dienstag ist der englische Ausdruck für "Oberfläche" auch der Oberbegriff für Tablets aus dem Hause Microsoft. Der Software-Konzern, dessen Hardware-Geschäft bislang auf die Xbox, Computer-Peripherie sowie die weniger erfolgreichen Kin-Handys und den Zune Mediaplayer beschränkt war, will damit die perfekte Bühne für Windows 8 kreieren.

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Zwei Tablet-Versionen: Windows RT oder 8 Pro

Und zwar gleich zweifach: Für reine Tablet-Nutzer wird es eine Version mit ARM Prozessor und Windows RT geben, während sich das zweite Modell mit Intel Core-CPU und der Pro-Variante von Windows 8 an diejenigen richtet, die nicht auf die gewohnte PC-Erfahrung verzichten und außerdem mit dem Gerät arbeiten möchten. Beide integrieren ein 10,6 Zoll großes Display, einmal in HD-Auflösung und einmal schärfer mit Full HD. Das Windows-RT-Tablet ist mit einer Dicke von 9,3 Millimetern (mm) dünner und mit 676 Gramm Gewicht leichter als die 13,5 mm dicke und 903 Gramm auf die Waage bringende Pro-Ausgabe. Genaue Prozessortypen rückte Microsoft noch nicht heraus und verriet lediglich, dass das RT-Surface 32 oder 64 Gigabyte (GB) Speicherplatz und der Pro-Rechner 64 oder 128 GB spendieren wird. Der Tablet PC mit Metro-Oberfläche verfügt zudem über einen microSD-Kartenleser, Micro-HDMI und USB 2.0, um eine Maus oder einen für Windows RT zertifizierten Drucker anzuschließen. Die Pro-Ausführung lockt mit einem DisplayPort im Mini-Format und unterstützt einen schnelleren Datentransfer via USB 3.0 sowie microSDXC-Karten mit höherer Kapazität. Darüber hinaus lässt sich das Tablet statt mit den Fingern auch mit einem Eingabestift bedienen.

Microsoft Surface Tablet
Microsoft mischt zum Windows-8-Start im Tablet-Geschäft mit. Bild: Microsoft

Die Chancen stehen gut

Doch dass technische Details nicht zwangsläufig über Erfolg oder Niederlage entscheiden, hat uns der PC-Markt mehrfach gelehrt. Nachdem zunächst Netbooks mit ihren beschränkten Fähigkeiten zum Verkaufsschlager wurden, zeigte Apple mit dem iPad, dass ein Tablet-PC kein Hardware-Biest sein muss, sondern das Look-and-Feel und die Nutzererfahrung im Vordergrund stehen. Trotzdem hat Microsoft gute Chancen: Zwar übersteigt Apples Anzahl an Apps und speziellen Tablet-Inhalten das Angebot der Redmonder, doch mit Windows 8 lässt Microsoft – zumindest in einem der Surface-Geräte – die Tür zum Desktop und somit zur vollen Windows-Vielfalt offen; und wer sollte besser wissen, wie sich das meiste aus dem kommenden Betriebssystem herausholen lässt, als dessen Hersteller selbst?

Wie gut Microsoft die Umsetzung gelungen ist, wird sich erst zeigen, wenn die Geräte zum Start von Windows 8 (Surface für Windows RT) beziehungsweise drei Monate danach (Surface for Windows 8 Pro) auf den Markt kommen. Die OEM-Hersteller und Microsoft-Partner, mit denen der Konzern nun plötzlich konkurriert, haben bereits ihre Erfahrungen mit Android- und Windows-Tablets sammeln können und schon eigene Modelle vorgestellt – wie Acer und Asus auf der Computex. Microsoft steht dagegen am Anfang, beginnt aber gleich mit einem Plus: Tastatur, Schutzhülle und Ständer, die vielen Tablets nur nachträglich durch Zubehör von Dritt-Herstellern hinzugefügt werden können, liefert Microsoft von Haus aus mit. Und damit das Ganze nicht zwangsläufig nach Arbeit aussieht, gibt es die per Magnet andockbaren Tastaturen in fünf verschiedenen Farben. Dass unkomplizierte Komplettpakete beim Anwender Anklang finden, offenbart sich beispielsweise anhand der Asus Transformer-Tablets. Allerdings erwecken die Bilder der Surface-Familie mit ausklappbarem Ständer den Eindruck, dass das Tippen auf der Tastatur eine feste Unterlage erfordert und damit doch nicht so komfortabel sein könnte wie am Notebook.

Preislich will sich Microsoft offenbar keinen Vorteil gegenüber den Partnern verschaffen. Die Tablets sollen in ähnlichen Preisregionen wie andere ARM-Tablets oder aber Ultrabooks angeboten werden. Die Intel-Variante dürfte davon ausgehend nicht unter 800 Euro zu haben sein. Die Grenze zum Ultrabook mit Touchscreen und Windows 8 ist daher fließend, zumal auch Modelle in Slider-Form und mit Dual-Display geplant sind, die sich stark in Richtung Tablet orientieren. So muss sich der Hersteller nicht nur gegen das günstigere iPad, sondern auch eine Reihe vollwertiger Laptops behaupten. Unklar ist, ob die Microsoft Tablets in Europa verkauft werden. Zur Produktpräsentation erwähnte Microsoft lediglich die USA und gab auf Nachfrage unserer Redaktion keine weiteren Informationen heraus.

Saskia Brintrup
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