Anzeige:

Freitag, 15.06.2012 13:52

Neue TLDs: ICANN gesteht weitere Datenpanne ein

aus dem Bereich WebHosting

Die Pannenserie bei der internationalen Domain-Verwaltungsorganisation ICANN reißt nicht ab. Nachdem Mitte April aufgrund einer Sicherheitslücke im Computersystem für die Entgegennahme der Bewerbungsunterlagen bereits Dateinamen sowie weitere geschützte Details für einen begrenzten Kreis von Interessenten sichtbar waren, folgte nun der nächste Fauxpaus: vertrauliche Adressen einiger Antragsteller wurden "unbeabsichtigt" veröffentlicht, teilte die ICANN am Mittwoch in einer kurzen Stellungnahme mit. Andere Kontaktinformationen bleiben hingegen einsehbar – durchaus zur Verwunderung zahlreicher Beobachter. Dabei zeigt sich: beim Thema Datenschutz klafft vor allem zwischen den USA und Europa eine tiefe Verständnislücke.

Anzeige

Viele Kontaktdetails sind gewollt öffentlich

Erstes Indiz: Die ICANN bemerkte ihren jüngste Datenpanne wohl erst nach Hinweisen der Betroffenen. Schließlich müssen die Domain-Anwärter nach den Richtlinien der Organisation viele andere Informationen im Internet selbstverständlich preisgeben. Laut dem sogenannten gTLD Applicant Guidebook – einem 338 Seiten dicken Wegweiser für den Bewerbungsprozess – gehören dazu Namen, Geschäftsadressen, Telefon- und Faxnummern sowie E-Mail-Adressen. Lediglich persönliche Kontaktdaten wie Geburtsdatum und –ort sowie die Privatadresse sollten ausgenommen werden.

Dass dies nicht immer mit der notwendigen Sorgfalt geschehen ist, liegt spätestens mit dem aktuellen Vorfall auf der Hand. Aber auch abseits einer nicht intendierten Datenstreuung sorgt die Offenheit der ICANN in Sachen Kontaktdetails gerade auf der anderen Seite des Atlantiks für einiges Unbehagen. Insofern verwundert es wenig, dass einzig der britische BBC-Korrespondent Rory Cellan-Jones auf der für die Bekanntgabe der neuen Top Level Domains einberufenen Pressekonferenz die Frage stellte, ob dies tatsächlich beabsichtigt war. Er sei ja sehr dankbar, schließlich lasse sich die über das Internet einsehbare Liste fabelhaft als Kontaktverzeichnis nutzen, so Cellan-Jones ironisch. Allerdings sei er nicht sicher, ob das die Bewerber ähnlich sähen.



Die ICANN-Pressekonferenz zur Veröffentlichung der neuen Top Level Domains in voller Länge.

ICANN-Chef Rod Beckstrom reagierte sichtlich irritiert auf die Einlassung. "War das von uns beabsichtigt?", fragte er verblüfft einen Mitarbeiter. Dieser bejahte knapp. An einer Erklärung versuchte sich ICANN-Senior Vice President Kurz Pritz, der mit einer solchen Frage allerdings ebenfalls nicht gerechnet hatte und seine Verlegenheit auch durch ein Räuspern kaum überspielen konnte. Anschließend rettete sich Pritz mit dem Verweis, dass dies allen Bewerbern im Vorfeld bekannt gewesen sei. Zudem setze man auf größtmögliche Transparenz, um Betrug während der Registrierungsphase zu verhindern. Insbesondere hierzulande gilt hingegen auch in Zeiten Facebooks noch der umgekehrte Grundsatz: zu viel Offenheit lädt erst zum Missbrauch ein. Jedes einzelne, in Google Streetview verpixelte, Haus zeugt davon.

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Donnerstag, 21.08.2014
Kulturstaatsministerin Grütters: Amazon gefährdet kulturelle Vielfalt
Schwarzwald und Eifel sehnen sich nach Breitband - kein Internet im Hochnebel
Mittwoch, 20.08.2014
Terror-Video von Enthauptung im Netz: Mehrheit der Medien verzichtet auf Schockbilder
"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann fordert Christian Wulff zur Eiswasser-Dusche heraus
"Digitale Agenda" der Bundesregierung: Die wichtigsten Punkte im Überblick
Wie schnell ist eigentlich Breitband?
Schnelles Internet in Deutschland: Internetwüsten gibt es selbst in Berlin
 TP-Link kündigt Powerline-Adapter mit 1.200 Mbit/s an
Schnelles Internet auf dem Land: Bundesregierung legt "Digitale Agenda" vor
Fahrerlose Google-Autos übertreten Tempo-Limit
O2 bietet 500 MB im Ausland für 3,99 Euro
YouTube Music Key wird die Deluxe-Version unter den Streamingdiensten
Regierung will Highspeed-Internet für alle - Branche fordert Zuschüsse
Steve Ballmer verlässt Microsoft ganz - Rückzug aus dem Aufsichtsrat
Rekordhoch: Apple-Aktie auf Höhenflug
Weitere News
Speedcheck
Zum Glück DSL verfügbar, mit großer Vorfreude bestellt und nun trotzdem enttäuscht? Gleich DSL Speedcheck machen.
Langsamer als versprochen? Dann im großen Flatrate Vergleich alle günstigen DSL Tarife anschauen und schnell wechseln.
Viele Angebote haben neben einer Telefonflatrate auch einen WLAN DSL Router inklusive.
Root Server
Mit einem Root Server haben Sie vollen Zugriff und richten ihren Dedicated Server komplett selbst ein.
Einfach einen Apache Server oder einen Webserver mit Windows Server 2003 erstellen - sie haben freie Hand.
Auch vServer sind kein Problem. Mit Plesk oder Confixx ist die Konfiguration schnell erledigt.
Internetzugang
Zahlreiche Provider haben günstige DSL Angebote. Inzwischen bieten einige von ihnen auch das schnelle VDSL an.
Jetzt die Vodafone VDSL Verfügbarkeit checken, nach T-Home VDSL suchen oder die 1und1 VDSL Verfügbarkeit vor Ort prüfen.
Schnell anmelden und mit Highspeed im Internet surfen.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs