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Mittwoch, 13.06.2012 16:49

ARD/ZDF vs. Kabel: Streit um Einspeisegebühren

aus dem Bereich Sonstiges

"Es ist ein guter Zeitpunkt, dass wir grundsätzlich keine Einspeiseentgelte mehr bezahlen", betonte MDR-Intendantin Karola Wille auf dem Fernsehgipfel im Rahmen der Anga Cable in Köln. Wille bestätigte damit noch einmal den Anfang des Jahres eingeschlagenen Weg der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, künftig keine Entgelte mehr für die Einspeisung ihrer Programme an die Kabelnetzbetreiber zu zahlen. Entsprechende Verträge hatten beide Sender bislang gemeinsam mit den großen Kabelanbietern ausgehandelt. Das Bundeskartellamt hat ARD und ZDF laut "Financial Times Deutschland" (FTD) nun aber ein gemeinsames Vorgehen verboten, da dies kartellrechtlich relevant sei. Außerdem fordern nun auch die Privaten Gleichbehandlung.

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Sender zahlen Millionen für die Einspeisung

ARD und ZDF sehen sich in einer sicheren Position: Die Kabelnetzbetreiber müssen laut Gesetz die öffentlich-rechtlichen Sender übertragen. Bislang erhielten die großen Kabelnetzbetreiber dafür jedoch hohe Millionenbeträge von den Sendern. Laut "FTD" sollen ARD, ZDF und arte in diesem Jahr insgesamt rund 60 Millionen Euro an die Kabelanbieter zahlen. Die Beträge würden für den Ausbau der Infrastruktur und die Kosten der Datenübertragung benötigt, so die Argumentation von Kabel Deutschland, Unitymedia & Co. Kleinere Kabelgesellschaften gehen dagegen leer aus.

Nach den öffentlich-rechtlichen Sendern proben jetzt auch die privaten TV-Anbieter die Rebellion. Es dürfe nicht zu einer Diskriminierung der Privaten kommen, warf Conrad Albert, Distribution-Vorstand bei ProSiebenSat.1, auf der Anga Cable ein. Warum noch bezahlen, wenn ARD und ZDF darauf verzichten. Zudem verliert Kabel-TV Marktanteile. Geht es nach den Sendern, ist das Modell der Einspeiseentgelte überholt.

Kabel Deutschland: Kabel-Infrastruktur wird diskriminiert

Manuel Cubero, Vorstandsmitglied und Technischer Leiter von Kabel Deutschland, sieht dies naturgemäß ganz anders. "Wir glauben, dass wir eine günstige Infrastruktur für ARD und ZDF sind". Pro Jahr und Haushalt würden circa 2 Euro an die Kabelanbieter fließen, an die Satellitennetzbetreiber gingen dagegen rund 3 Euro. "Wir sind ein perfekter Partner für die öffentlich-rechtlichen Anstalten", so Cubero. "Es passt nicht, dass Kabel als günstigste Infrastruktur diskriminiert wird".

Der Streit um die Einspeiseentgelte bremst derzeit Gespräche über die Einspeisung der seit Mai zusätzlich verfügbaren zusätzlichen HD-Sender von ARD und ZDF. Während Tele Columbus die Sender bereits seinen Kunden anbietet, sind diese beispielsweise bei Kabel Deutschland und Unitymedia noch nicht empfangbar. Nach Angaben der "FTD" fordert zudem die RTL-Gruppe eine Beteiligung an den Einnahmen von Kabel Deutschland, wenn die RTL HD-Sender im Netz des größten deutschen Kabelnetzbetreibers verfügbar sein sollen. Eine schnelle Einigung zwischen Kabelprovidern und TV-Sendern sehen Branchenexperten derzeit nicht.

Jörg Schamberg
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    Zuletzt kommentiert von berlin79 am 14.06.2012 um 11:01 Uhr
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