Anzeige:
Mittwoch, 13.06.2012 08:17

Breitbandausbau: Wer braucht 500 Mbit/s?

aus dem Bereich Breitband

"Ich finde wir leben in einem irre tollen Zeitalter", begeistert sich Unitymedia-Chef Lutz Schüler beim Breitband-Gipfel auf der Anga Cable in Köln. Gemeinsam mit hochrangigen Branchenvertretern wie Christian Illek, Marketingchef der Deutschen Telekom, Tele Columbus-Boss Dietmar Schickel und Theo Weirich, Geschäftsführer von wilhelm.tel sowie Anga-Präsident Thomas Braun diskutierte Moderator Werner Lauff die Zukunft des Breitbandausbaus in Deutschland. Als Vertreterin der Regulierungsbehörde war Vizepräsidentin Iris Henseler-Unger in die Domstadt gekommen. Vieles scheint im Wettbewerb möglich, selbst Kooperationen sind kein rotes Tuch mehr. Dennoch traten bei der Podiumsdiskussion auch die unterschiedlichen Strategien der Marktteilnehmer offen zutage.

Anzeige

Unitymedia will Telekom-Kunden abwerben

"Mit Docsis 3.0 kann man heute locker auf 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) kommen", zeigte sich Unitymedia-Chef Schüler für die Zukunft zuversichtlich. In rund zwei Jahren seien im Massenmarkt Bandbreiten von 200 bis 250 Mbit/s denkbar. Der monatliche Aufpreis für diese Geschwindigkeiten könnte bei 10 Euro liegen. Auf der Anga Cable demonstriert der Kabelnetzbetreiber aktuell am eigenen Stand sogar Bandbreiten von 1,5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Geschwindigkeit sei inzwischen ein Mehrwert, für den Kunden auch bezahlen würden, ist Schüler überzeugt.

Ganz offen benannte er den Gegner auf dem Markt: "Unsere Wettbewerbsstrategie sieht vor, die Telekom im Massenmarkt anzugreifen und Kunden abzuwerben". Derzeit würden sich zwar bereits zwei von drei Neukunden für einen Kabelnetzbetreiber entscheiden, doch das reicht dem Unitymedia-Manager noch nicht aus. Kabel habe zwar inzwischen einen Anteil am Breitbandmarkt von rund 13 Prozent, gemessen am Umsatz liege dieser aber nur bei 5 Prozent. Daher wehrt sich Unitymedia auch entschieden gegen eine Öffnung der Kabelnetze für Wettbewerber. Im Moment liege die Priorität klar auf der direkten Endkundengewinnung.

Die Bundesnetzagentur drängt die Kabelnetzbetreiber dagegen zu Vorleistungsprodukten auf freiwilliger Basis. Zugleich macht die Vizepräsidentin der Bonner Behörde aber auch klar, dass Kabel den Wettbewerb belebe. Ein Marktanteil von 13 Prozent sei nicht bedrohlich, sondern zeige den Nachholbedarf. Wenn die Marktteilnehmer zu freiwilligen Regelungen ohne Einschreiten des Regulierers kommen, sei dies nach Ansicht von Iris Henseler-Unger umso besser.

Breitbandgipfel Anga Cable 2012
Auf dem Breitbandgipfel der Messe "Anga Cable" diskutierten Branchenvertreter die Zukunft des Breitbandausbaus.
Bild: onlinekosten.de

Telekom setzt auf Technologiemix für flächendeckende Breitbandversorgung

Die Deutsche Telekom hingegen will sich aus dem harten Griff des Regulierers ein Stück weit befreien. Marketing-Chef Illek sieht sein Unternehmen insbesondere in Ballungsgebieten nicht mehr als Marktführer. "Wenn wir schon Opfer von Regulierung sind, sollten wir wenigstens Waffengleichheit haben", fordert Illek. Wünschenswert sei eine regionale Differenzierung bei der Regulierung, vor allem in städtischen Gebieten. "Ihr seid zehnmal so groß wie die Telekom im TV-Bereich", zielte Illek in Richtung des Unitymedia-Chefs. Der Geschwindigkeitswahn der Kabelkonkurrenz ist dem Telekom-Manager unverständlich. "Ich weiß nicht, warum man überhaupt 500 Mbit/s braucht. Da fehlt mir ein bißchen die Kreativität, mir einen Usecase vorzustellen", sagte Illek. Eine Webseite würde sich mit solchen Bandbreiten auch nicht schneller öffnen.

Die Telekom setzt auf einen Technologiemix aus VDSL, Glasfaser und LTE. "Eine flächendeckende Breitbandversorgung gibt es nur im Technologiemix mit Festnetz und Mobilfunk", so Illek. Am Ende müsse der Kunde entscheiden, welche Technologien er nutzen wolle. Zudem müssten zunehmend nicht nur Leistungen verkauft, sondern auch eingekauft werden. Geplant hatte die Telekom dies beispielsweise im Rahmen einer VDSL-Kooperation mit NetCologne, die Netzagentur untersagte der Telekom allerdings das VDSL-Kontingentmodell. Im Festnetz sieht Illek den Preissenkungsspielraum begrenzt, es werde daher keine dramatisch sinkenden Preise geben.

Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Ich! Ich! (4 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Wuschel am 17.06.2012 um 09:02 Uhr
 500 Mbit (21 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Wuschel am 17.06.2012 um 08:49 Uhr
 Suche

  News
Dienstag, 25.11.2014
Amazon vermittelt in den USA nun auch Handwerker
Studie: Viele Eltern kennen Passwörter der Kinder
Klarmobil: AllNet-Spar-Flat im D-Netz ab 14,85 Euro
Asus Fonepad 8: Preisschlager-Phablet für 199 Euro
Bloomberg: Verkauft Liberty Global Unitymedia KabelBW an Vodafone?
Spionage-Software "Regin": Angeblich heiße Spur zu Geheimdiensten NSA und GCHQ
Kabel Deutschland erweitert HD-Angebot: Zehn neue HD-Sender starten
Uber startet Taxi-Angebot in Düsseldorf: Droht neuer Ärger?
Anonym chatten: Facebook bringt Chat-App "Rooms" nach Deutschland
Vodafone All-in-One: Vodafone und Kabel Deutschland bündeln Festnetz, Mobilfunk und TV
Twitter-Finanzchef twittert versehentlich öffentlich über Firmenkauf
Asus: Mini-PCs EB1036 und EB1037 passen hinter den Monitor
Montag, 24.11.2014
Netflix: Prepaid-Karte bei REWE und Penny erhältlich
ICPooch: Videochat per Tablet für Hunde - Futter per App austeilen
Notebook Medion Akoya E6412T ab 4. Dezember bei Aldi Süd
Weitere News
Turbo Internet
DSL 16000 ist im Vergleich zu DSL 1000 oder DSL 2000 zwar schnell.
Mit VDSL geht es noch viel schneller: DSL 25000 und DSL 50000 brechen alle Rekorde im DSL Test.
Aber auch Internet über Kabel kann da mithalten.
Kabel
Ein Internet Anschluss über Kabel bei Anbietern wie Unitymedia, früher ish, oder Kabel Deutschland liegt voll im Trend.
Ob Internet Fernsehen oder nur surfen mit Highspeed: Vieles wird erst richtig mit Kabel Internet möglich.
Jetzt bestellen und den Sieger im Speedcheck testen. Einen Kabel Digital Receiver gibt's auf Wunsch dazu.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs