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Dienstag, 12.06.2012 16:00

iOS 6: Apples Kartenmaterial kommt von TomTom

aus den Bereichen Computer, Mobilfunk, Sonstiges

Seit Montag ist es offiziell: Apple verabschiedet sich von Google Maps und setzt künftig auf einen eigenen Kartendienst inklusive 3D-Ansichten und Routenführung, der mit iOS 6 auf iPhones und iPads Einzug halten wird. Über die Herkunft des nötigen Datenmaterials herrschte bislang allerdings Stillschweigen. Nun meldete sich der niederländische Navigationsspezialist TomTom zu Wort und verkündete, ein entsprechendes Abkommen mit Apple unterzeichnet zu haben.

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Details sind Verschlusssache

Sämtliche Details des Deals sind allerdings Verschlusssache. Klar ist: Beide Unternehmen profitieren von der Partnerschaft. Während Apple mit TomTom und dessen aus der ehemaligen Tochtergesellschaft Tele Atlas hervorgegangenen Geodatensparte einen der weltgrößten Hersteller digitaler Landkarten gewinnen konnte, erhalten die Niederländer durch die exklusive Lizenzierung im stagnierenden Navigationsmarkt eine zusätzliche Einnahmequelle.

Mit durchschlagender Wirkung: So legte die TomTom-Aktie an der Technologiebörse Nasdaq innerhalb weniger Stunden um mehr als 12 Prozent auf über 4,20 US-Dollar zu. Was nach kräftigem Aufwind klingt, ist allerdings nur eine Erholung für das gebeutelte Papier, dessen Wert vor einem Jahr noch bei mehr als 7,50 US-Dollar lag.

Navigationshersteller unter Druck

Hauptgrund für den Wertverlust sind anhaltende Umsatzrückgänge, die vor allem auf eine gesunkene Nachfrage nach mobilen Navigationssystemen – sogenannten Personal Navigation Devices (PND) - zurückzuführen sind. Im ersten Quartal des laufenden Jahres war der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei TomTom gegenüber dem Vorjahresquartal um 37 Prozent eingebrochen; der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 12 Prozent. Experten sehen nicht zuletzt die zunehmende Verbreitung von Smartphones mit teilweise kostenlos integrierten Navigationsfunktionen als Motor dieser Entwicklung.

TomTom-Konkurrent Garmin reagierte nach einem fehlgeschlagenen Kooperationsexperiment mit dem taiwanesischen Technologiehersteller Asus bereits vor einem Jahr mit der Übernahme des deutschen Wettbewerbers Navigon, der bis dato im Bereich der kostenpflichtigen Navigations-Apps eine Führungsposition innehatte. Für TomTom könnte Apple zum Rettungsanker werden. Ungefährlich ist das Geschäftsmodell zwar nicht, sorgt es doch für eine beschleunigte Kannibalisierung der PND-Verkäufe. Gleichwohl bleibt der gesamten Branche keine andere Wahl, als neue Wege zu gehen, will sie nicht weiter an Einfluss gegenüber dem boomenden App-Sektor verlieren.

Christian Wolf
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 Hut ab, TomTom! (4 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Blauer am 14.06.2012 um 18:00 Uhr
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