Anzeige:
Mittwoch, 06.06.2012 19:01

IPv6-Aktionstag: "Es muss noch mehr passieren"

aus dem Bereich WebHosting

An einem weltweiten Aktionstag zur Einführung eines moderneren Internet-Protokolls (IP) haben sich am Mittwoch mehrere hundert Unternehmen beteiligt. Die Auswirkungen beim "Traffic", also beim Datenverkehr im Netz, waren zwar messbar. Nach dem aktuellen Standard IPv6 wird bislang aber nur ein winziger Bruchteil der Daten transportiert. Das soll sich bis zum Jahresende ändern, wenn auch die großen Internetanbieter die Umstellung bis zu den Endkunden bringen. Web-Nutzer müssen sich dabei keine Sorgen machen.

Anzeige

IPv6-Datenverkehr noch deutlich unter 1 Prozent

Die Teilnehmer an dem Aktionstag - insgesamt meldeten sich mehr als 1.400 Unternehmen an - schufen mit Änderungen in den Einstellungen ihrer Webserver die Voraussetzungen, dass Datenpakete auch in dem gigantisch erweiterten IPv6-System transportiert werden können. Das aus den Nähten platzende IPv4-System bleibt zunächst parallel dazu weiter bestehen. Beim weltgrößten Internet-Austauschknoten DE-CIX in Frankfurt am Main erreichte der ausschließlich über IPv6 abgewickelte Datenverkehr ("native IPv6", ohne Übergangstechniken) bis Mittwochnachmittag einen Anteil von 0,27 Prozent der gesamten Datenflut mit einer Bandbreite von 1.129 Gigabit pro Sekunde.

Dies sei eine Steigerung von 125 Prozent seit dem IPv6-Aktionstag im vergangenen Jahr, sagte Norbert Pohlmann vom Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Der Zuwachs seit Mai betrage 16 Prozent. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Steigerungsrate größer wird", sagte Pohlmann, der auch dem Beirat des Instituts der deutschen Internetwirtschaft (eco) angehört, der Nachrichtenagentur dpa. "Es passiert etwas, aber es muss noch deutlich mehr passieren."

Mehrheit der Unternehmen plant Umstellung in nächsten zwei Jahren

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage des britischen Netztechnik-Anbieters BT Diamond IP ist der Anteil der Unternehmen, die IPv6 zumindest teilweise eingeführt haben, im vergangenen Jahr von weltweit 5 auf 13 Prozent gestiegen. Weitere 44 Prozent der 876 Befragten gaben an, die Umstellung in den nächsten zwei Jahren vollziehen zu wollen. "Der Übergang auf IPv6 ist bereits in vollem Gang", erklärte der zuständige Manager von BT Diamond IP, Tim Rooney.

Das Internet-Protokoll ist eine zentrale technische Voraussetzung für den Austausch von Daten im weltweiten Computernetz. Die wichtigste Aufgabe des Standards ist es, ein einheitliches Format für die Adressen festzulegen, mit dem sich die ans Netz angeschlossenen Geräte ansprechen lassen. Das bisherige Internet-Protokoll, Version 4 - IPv4 - wurde 1981 als Standard festgelegt. Der Nachfolger IPv6 wurde bereits Ende 1995 auf den Weg gebracht. Dieses Protokoll stellt den Vorrat an verfügbaren IP-Adressen auf eine breitere Basis: Statt 4,3 Milliarden möglicher Adressen gibt es einen nahezu unendlichen Raum von 340 Sextillionen Adressen. Das entspricht etwa dem Verhältnis eines winzigen Wassertröpfchens mit einem Durchmesser von 0,3 Millimetern zum gesamten Wasservorkommen der Erde.

Christian Wolf / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Donnerstag, 23.10.2014
Google darf nicht alle Verlagsinhalte gratis nutzen - Streit schwelt weiter
Wohl offiziell: Microsoft verabschiedet sich vom Markennamen Nokia
Mehr Reichweite auf Smartphones: Twitter geht auf App-Entwickler zu
Microsoft stampft kostenlose Version von Xbox Music ein
Nach Uber und Airbnb: Städte gehen gegen Parkplatz-Apps vor
Shopping-App Shopkick startet mit großen Handelsketten in Deutschland
"IT-Expertin" Merkel: Die Bundeskanzlerin auf der Suche nach dem bösen "F"-Wort
Google investiert Millionen in Startup für Video-Brillen
Stiftung Warentest: Im Schnitt 33 Tage auf einen DSL-Anschluss warten
Einer der ersten Apple-Computer erzielt Rekordpreis bei Auktion
Nokia mit deutlichem Umsatzplus
Google Inbox: Die E-Mails werden jetzt zum News-Feed
Kabel BW: Horizon ab 3. November bestellbar - 3play-Pakete mit bis zu 200 Mbit/s
Unitymedia KabelBW beschleunigt ab 3. November auf 200 Mbit/s - Highspeed-Pakete im Überblick
Medientage München: Das Internet verdrängt nicht das Fernsehen
Weitere News
DSL Telefon
Der klassische Telefonanschluss ist out. Heute ist vielerorts bereits DSL verfügbar und macht das DSL Telefon möglich.
Eine Telefon Flatrate senkt die Kosten zudem erheblich.
Das DSL Angebot ist allerdings groß. Deshalb vorher Provider vergleichen.
ADSL Anschluss
Ein DSL Anschluss ist der Standardzugang der meisten Internetprovider.
Ob 1&1, der Billiganbieter congstar oder früher auch QSC oder freenet: Alle setzen auf die ADSL Technik.
Dazu gibt's verschiedene Flatrates. Neben einer Internet Flatrate ist bei vielen Angeboten oft auch eine Festnetz Flatrate inklusive.
DSL Anschluss
DSL 2000 für Einsteiger, DSL 6000 für Normalsurfer oder DSL 16000 für Internetprofis.
Welcher Internetanschluss von welchem Internet Provider ist geeignet?
Der DSL Anbieter Vergleich zeigt: Die Auswahl ist groß
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs