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Dienstag, 05.06.2012 18:07

Datenschützer mahnen zu Sorgfalt bei IPv6-Launch

aus dem Bereich WebHosting

Vor einem internationalen Aktionstag zur Einführung des Internet-Protokolls IPv6 hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar einen sorgfältigen Umgang mit dem neuen Standard gefordert. "Die nach dem Internetprotokoll IPv6 vergebenen Webadressen haben das Potenzial, zu Autokennzeichen für jeden Internetnutzer zu werden und zwar unabhängig davon, wie viele Geräte der Einzelne im Internet verwendet", erklärte Schaar am Dienstag in Berlin.

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Anonymität gefordert

Um die technisch mögliche eindeutige Identifizierung jedes Internet-Teilnehmers zu verhindern und weiterhin eine anonyme Nutzung zu ermöglichen, können mit IPv6 sogenannte Privacy Extensions genutzt werden. Dabei wird ein Teil der neuen IP-Adresse zufällig generiert und wechselt regelmäßig. Schaar erinnerte an die Empfehlungen des Deutschen IPv6-Rats, wonach es auch künftig keine persönliche Identifizierung aufgrund der IP-Adresse geben soll. "Die Datenschutzbehörden in aller Welt werden darauf achten, dass die entsprechenden Anforderungen in der Praxis beachtet werden".

Der IPv6-Rat ist ein Forum der Internet-Wirtschaft mit Vertretern aus Wissenschaft und Verwaltung. Der Vorsitzende der IPv6-Rates und Direktor des Hasso-Plattner-Instituts der Universität Potsdam, Christoph Meinel, forderte die Hersteller von Internet-Geräten dazu auf, Produkte mit datenschutzfreundlichen Vorkehrungen anzubieten. Der Datenschutz müsse auch bei der Entwicklung neuer Dienste auf der Basis von IPv6 beachtet werden. Die Umstellung von IPv4 auf IPv6 sei wie die Umstellung eines Stromnetzes mit einer Spannung von 120 auf 220 Volt. Der Strom selbst sei weder gut noch schlecht. "Die Unfälle, die Gefahren, die kommen mit den Gerätschaften, die mit diesem Strom betrieben werden", so der Informatiker.

Zum internationalen "IPv6-Launch-Tag" wollen am Mittwoch nach Angaben des Verbands der deutschen Internetwirtschaft (eco) mehr als 1.400 Unternehmen ihre Web-Angebote auf den neuen Adress-Standard umstellen. Gleichzeitig bleiben diese aber auch über den alten Standard IPv4 erreichbar. Die Netzleitungen zu den Endkunden sind bisher erst zu einem kleinen Bruchteil auf IPv6 umgestellt. Daher beträgt der Anteil des mit IPv6 abgewickelten Datenverkehrs bislang nur knapp ein Prozent. Die Deutsche Telekom will nach jetziger Planung zum Jahresende damit beginnen, IPv6 sukzessive bereitzustellen. Die von den Datenschützern eingeforderte Anonymisierung der Endkunden soll dabei über die hauseigenen Speedport-Router sichergestellt werden.

Christian Wolf / dpa
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