"Yahoo hat seinen Chef von eBay geholt? Und er war nicht ganz das, was er in seiner Beschreibung vorgab zu sein? Keine Ironie, nein, überhaupt nicht." Hohn und Spott ergoss sich am Montag im Netz über den einstigen Primus im Internet. Schon der zweite Yahoo-Chef in acht Monaten musste gehen. Einen endgültigen Nachfolger gibt es nicht. Wieder einmal steht Yahoo kopflos da.
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Ein Abgang, der sich abzeichnete
Bis vor wenigen Tagen noch galt Scott Thompson als Hoffnungsträger des schwächelnden Branchenurgesteins aus Kalifornien. Der ehemalige eBay-Manager - worauf Twitter-Nutzer isaiah in seinem beißenden Kommentar anspielte - hatte Yahoo ein Sparprogramm verordnet. Vor allem aber war es ihm gelungen, den Umsatzschwund zu stoppen. Dann jedoch stolperte er über einen falschen Uni-Titel.
Schon der Abgang von Vorgängerin Carol Bartz im September vergangenen Jahres war alles andere als geräuschlos über die Bühne gegangen. "These people fucked me over", hatte sie gegen den Verwaltungsrat gewütet, zu deutsch: "Diese Leute haben mich verarscht." Per Telefon habe sie von ihrer Kündigung erfahren, erzählte sie einer Reporterin damals voller Wut im Bauch. Yahoos Ruf als Chaosladen festigte sich.
Google und Facebook konkurrieren
Die Rivalen Google und Facebook dürften sich ins Fäustchen lachen. Sie buhlen ebenfalls um die lukrativen Aufträge für Internet-Werbung. Früher konnte sich Yahoo ein großes Stück vom Kuchen abschneiden. Das 1995 als Web-Verzeichnis gegründete Unternehmen gehört zu den Pionieren im Netz, es überstand die Dotcom-Blase ebenso wie die Rezession. Für viele Internetnutzer war Yahoo früher das Einstiegstor ins World Wide Web.


