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Donnerstag, 10.05.2012 12:30

United Internet: Investitionen verschlingen Gewinne

aus den Bereichen Breitband, Mobilfunk, WebHosting

Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2011 sorgt auch das erste Quartal dieses Jahres für überwiegend heitere Mienen bei 1&1-Mutterkonzern United Internet. Makellos ist die Bilanz dennoch nicht: Während der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 15 Prozent auf eine neue Rekordmarke von 576,9 Millionen (Mio.) Euro zulegte, ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um mehr als ein Fünftel (-22,1 Prozent) von 90,5 auf 70,5 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach mit einem Rückgang von 70,3 auf 48,3 Mio. Euro sogar fast um ein Drittel (-31,3 Prozent) ein. Als Ursache des Negativtrends nannte das Unternehmen hohe Investitionskosten in neue Geschäftsfelder.

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Mobiles Internet legt kräftig zu

Insbesondere die internationale Vermarktung des Hosting-Produkts "1&1 Do-It-Yourself-Homepage" sowie die Einführung und Entwicklung von De-Mail-Anwendungen drückten laut Quartalsbericht 2012 auf den Gewinn. Deutliche Einnahmesteigerungen verzeichnete United Internet hingegen in den etablierten Geschäftsbereichen. Hier stieg das EBITDA gegenüber dem ersten Quartal 2011 um 11,5 Prozent von 95,9 auf 106,9 Mio. Euro. Das EBIT legte von 76 auf 85,3 Mio. Euro zu – ein Plus von 12,2 Prozent. Zuwächse verzeichnete auch das Access-Segment, unter dem etwa mobile Internetzugänge und die DSL-Sparte subsumiert werden. Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für die Neukundengewinnung, konnten aber durch ein Umsatzplus der Sparte von 16,9 Prozent auf 375,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 321,2 Mio. Euro adäquat kompensiert werden. Das EBITDA wuchs im gleichen Zeitraum um rund ein Drittel von 31,1 auf 41,3 Mio. Euro. Mit +46,2 Prozent kräftig zugelegt hat auch das EBIT: hier stehen 34,8 Mio. Euro im ersten Quartal 2012 einer Summe von 23,8 Mio. Euro ein Jahr zuvor gegenüber.

Die Zahl der Gesamtverträge im Access-Bereich stieg zwischen Anfang Januar und Ende März gegenüber dem Vorquartal um rund 160.000 auf 4,24 Mio. Im Jahresvergleich nahm die Kundenzahl um 530.000 zu. Der Löwenanteil nutzt dabei zwar weiterhin ein DSL-Komplettpaket, der DSL-Markt verharrt allerdings unablässig in der Stagnation. So gingen zum Stichtag am 31. März insgesamt 2,58 Mio. 1&1-Kunden mit dem klassischen Breitbandanschluss online – ein Plus um lediglich 70.000 zum Vorquartal. Auf anhaltend starkes Interesse stoßen dabei Produkte rund um das mobile Internet: hier waren bis zum Ende des ersten Quartals rund 940.000 Nutzer bei 1&1 registriert. Drei Monate zuvor lag ihre Zahl noch bei 790.000. Noch deutlicher geriet der Sprung zum Vorjahresquartal mit einem Plus von 570.000 Nutzern. Im klaren Abwärtstrend befindet sich hingegen die Summe der Kunden, die über Schmalband, T-DSL-Resale oder R-DSL ins Internet gehen. Ihre Zahl sank zum Vorquartal von 780.000 auf 720.000; gegenüber dem ersten Quartal 2011 betrug das Kundenminus 250.000.

United Internet Logo

Hohe Investitionen drücken auf den Gewinn

Die Konzernsparte Applications, in der unter anderem Webhosting, Cloud-Produkte und Online-Marketing gebündelt werden, bleibt trotz eines Umsatzwachstums im Jahresvergleich um 13,5 Prozent auf 201,2 Mio. Euro Hauptziel neuer Investitionen. Hohe Aufwendungen für die Vermarktung der "1&1 Do-It-Yourself-Homepage" in sechs europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada sorgten für geplante Abschläge. Das EBITDA ging dementsprechend im gleichen Zeitraum von 58,9 auf 30,7 Mio. Euro zurück; das EBIT sank um knapp 70 Prozent von 46 auf 14,9 Mio. Euro. Währenddessen stieg die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge zum vierten Quartal 2011 um 160.000 von 6,59 auf 6,75 Mio. Allein 60.000 Nutzer entschieden sich dabei für die "1&1 Do-It-Yourself-Homepage"; weitere 60.000 für andere Business-Applikationen. Gegenüber 2011 umfasste die Kundenbilanz des Gesamtsegments ein Plus von 490.000. Die größten Jahreszuwächse erzielte United Internet dabei im Ausland mit einer Steigerung um 310.000 auf 2,83 Mio Nutzer. Auch in Deutschland geht es weiter aufwärts. Hierzulande entschieden sich im Vergleich zu den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres 180.000 zusätzliche Kunden für ein Applications-Produkt. Die Gesamtmenge der Inlandsverträge lag damit Ende März bei 3,92 Mio. Ähnlich positiv gerierte sich zudem die Entwicklung von werbefinanzierten Accounts, etwa bei den E-Mail-Anbietern Web.de und GMX. Ihre Zahl legte im Vorjahresvergleich um 2,7 Mio. auf insgesamt 31 Mio. zu.

Sattes Ergebniswachstum für 2013 angepeilt

Für die kommenden Quartale sieht sich United Internet gut aufgestellt. Die bisherigen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr mit einem voraussichtlichen Umsatzwachstum von 15 Prozent in den etablierten Geschäftsfeldern haben daher unverändert Bestand. Auch die Investitionsquote soll weiter hoch bleiben: Für das etablierte Kerngeschäft erwartet das Unternehmen einen Zuwachs um circa 900.000 Kundenverträge; weitere 200.000 bis 300.000 Nutzer sollen sich nach den Wünschen von Vorstandschef Ralph Dommermuth bis Jahresende für die "1&1 Do-It-Yourself-Homepage" entschieden haben. Darauf basierend rechnet United Internet für 2012 mit einem EBIT von 243 bis 281 Mio. Euro. Im kommenden Jahr soll darüber hinaus endlich ein deutliches Ergebniswachstum die Bilanz zieren.
Christian Wolf
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