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Donnerstag, 10.05.2012 17:16

Facebook: Kaum Umsatz mit mobilen Nutzern

aus dem Bereich Sonstiges

Die Popularität von Smartphones und Tablets wird für Facebook zum Handicap. Die wichtigste Einnahmequelle des Online-Netzwerks - die Werbung - greift bisher nämlich vor allem auf dem klassischen PC. Das Unternehmen sah sich zu einer Warnung an Anleger gezwungen. Mit einer neuen App-Plattform will das Unternehmen diese Herausforderung meistern.

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Schwäche im Facebook-Geschäftsmodell

Facebook hat kurz vor dem Milliarden-Börsengang eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die von Multimedia-Handys und Tablet Computern aus das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen wenig Umsatz.

Inzwischen nutzen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus, wie das Unternehmen in einem aktualisierten Börsenprospekt am Mittwoch bekanntgab. Zugleich kündigte der Online-Netzwerk den Start einer neuen Facebook App-Plattform an, auf der Programme für alle Arten von Geräten vertrieben werden sollen.

Die für Ende kommender Woche erwartete Facebook-Aktienplatzierung soll 11,8 Milliarden Dollar bringen. Damit wäre es der mit Abstand größte Börsengang eines Internet-Unternehmens und einer der gewichtigsten insgesamt. Der Wert der gesamten Firma wird bei 96 Milliarden Dollar gesehen - fast 100 Mal so viel wie der vergangene Jahresgewinn. Entsprechend groß ist das Interesse der Investoren am Geschäftsmodell. Zuletzt fiel ihnen auf, dass sich das Wachstum bei Umsatz und Gewinn deutlich verlangsamt hat.

Bisher keine Werbung auf Smartphones und Tablets

Das Unternehmen räumte in dem Börsenprospekt ein, dass der Trend zur mobilen Nutzung die Geschäftszahlen auch weiter belasten könnte. Die Facebook-Nutzer bekommen auf Smartphones und Tablets bisher keine Werbung zu sehen. Das Unternehmen kündigte zwar entsprechende Pläne an - aber die Tarife bei Werbeanzeigen auf mobilen Geräten sind auch grundsätzlich niedriger. Zugleich erklärte Facebook, dass für die verhaltene Umsatzentwicklung auch die Entscheidung gesorgt habe, auf einigen Seiten weniger Werbung anzuzeigen und man die Nutzer nicht mit Anzeigen überhäufen werde, um kurzfristig die Einnahmen zu steigern.

"Facebook hängt bei mobile hinterher", sagte der Mitgründer des Berliner Unternehmen madvertise, Carsten Frien. Sein Unternehmen gehört zu den führenden Firmen für mobile Werbung in Europa. Es werde aber nicht lange dauern, bis Facebook sein Werbemodell auf Smartphones und Tablets ausweite. Besonders interessant seien standortbasierte Anzeigen, sagte Frien. "Die Technologie der Lokalisierung ist vorhanden." Sie könne vermutlich mit geringem Aufwand für Reklame auf Smartphones und Tablets genutzt werden. Während Soziale Netzwerke oft nicht viele Klicks generierten, stecke in mobilen Anzeigen großes Potenzial. Schließlich könnten Nutzer mit einem Angebot von einem Laden um die Ecke direkt angesprochen werden.

In dem Börsenprospekt von Facebook schrieb das Unternehmen: "Wir glauben, dass die höhere Nutzung von Facebook auf mobilen Geräten dazu beigetragen hat, dass die tägliche Zahl der Nutzer schneller Wuchs als die Zahl der ausgelieferten Werbeanzeigen." Die angekündigte App-Plattform könnte für Facebook zu einem wichtigen Standbein auch im mobilen Geschäft werden. Das "App Center" soll eine zentrale Anlaufstelle zum Herunterladen von Programmen zur Facebook-Ergänzung sein - egal ob für PC oder Smartphones und Tablets. Über große Pläne von Facebook im App-Bereich war schon seit Monaten spekuliert worden.

Jörg Schamberg / dpa
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