Anzeige:

Mittwoch, 14.03.2012 15:01

Studie: Kabel-Kunden sind für DSL-Provider verloren

aus dem Bereich Breitband

Die führenden deutschen Kabelnetzbetreiber schwimmen derzeit auf einer Erfolgswelle. Das vergangene Jahr war für die nun unter einem Dach vereinten Kabel-Provider Unitymedia und Kabel BW jeweils das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Neukunden werden mit hohen Bandbreiten von bis zu 128 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und mit vergleichsweise günstigen Preisen gelockt. Das Wachstum der Kabel-Anbieter liegt laut Holger Neinhaus, Telekomexperte und Partner der Strategieberatung SMP, aktuell bei 20 Prozent. SMP hat zusammen mit dem Meinungsforschungsunternehmen Innofact die Marktanalyse "Telko-Radar 2012" erstellt, die erstmals die Wettbewerbsfähigkeit von DSL- und Kabelanbietern direkt vergleicht. Befragt wurden jeweils 200 Internetkunden der Deutschen Telekom sowie von Vodafone, 1&1, Telefonica, Unitymedia, Kabel Deutschland und Kabel BW. Das Ergebnis der repräsentativen Studie ist für DSL-Anbieter eher ernüchternd.

Anzeige

30 Prozent der DSL-Kunden wechselbereit

"Kunden, die einmal zu einem Kabelanbieter gehen, sind für die DSL-Anbieter kaum noch zurückzugewinnen", erläutert Neinhaus. Ein Viertel aller Breitbandkunden will laut "Telko-Radar 2012" in den nächsten zwölf Monaten den Anbieter wechseln. Während bei den DSL-Anbietern wie Vodafone, Telefónica oder 1&1 durchschnittlich mehr als 30 Prozent der befragten Kunden entsprechende Wechselabsichten hegen, planen lediglich 14 Prozent der Kunden der Kabelnetzbetreiber einen Wechsel. Allerdings bleibt Kabelkunden in der Regel ohnehin nur ein wenig attraktiver Wechsel zu einem Provider mit geringeren Bandbreiten, sei es per DSL, UMTS oder LTE. Die großen Kabelnetzbetreiber verfügen in ihren jeweiligen Verbreitungsgebieten, abgesehen von ein paar kleineren Kabelanbietern, faktisch über ein Monopol.

Zukunft für DSL-Anbieter: Schnüren von Zusatz- und Bündelangeboten

Lediglich die Telekom stehe bei der Kundenbindung besser da als der Rest der führenden DSL-Provider. "Die Deutsche Telekom profitiert bei den Endverbrauchern von wahrgenommen Werten wie Sicherheit und Stabilität. Dies bietet Potenzial, um künftige Endkundenangebote zu vermarkten", betont Neinhaus. Eine Zukunft hätten DSL-Anbieter vor allem mit dem Schnüren von Zusatz- und Bündellösungen, dort seien die DSL-Provider den Kabelnetzbetreibern noch voraus und könnten Kunden binden. "Der Kundenbedarf und die Zufriedenheit mit solchen Bündel-Leistungen sind beeindruckend", erläutert Telekomexperte Neinhaus. Mehr als 50 Prozent der Befragten wünschen sich alle Leistungen aus der Hand eines Anbieters. Aber auch hier holen Kabel Deutschland & Co. auf und bieten mittlerweile neben TV, Internet und Telefonie auch Produkte für Mobilfunk und mobiles Internet an.

Weiteres Ergebnis der Studie: Stationäre Shops zahlen sich für die Neukundengewinnung nicht aus. Lediglich acht Prozent der Befragten wurden über einen Shop zum Abschluss eines Breitband-Vertrags motiviert. Dagegen ließen sich 21 Prozent der Kunden durch eine Empfehlung von Freunden und Bekannten zu einem Vertragsabschluss bewegen. Mit einem Anteil von 46 Prozent werden fast die Hälfte aller Produkte der Anbieter im Internet bestellt, auf eigene Shops der Provider und den Handel entfallen dagegen nur 23,5 Prozent. "Bemerkenswerte Erkenntnisse dafür, dass der stationäre Verkauf die höchsten Kosten im Vertrieb verursacht", kommentiert Neinhaus.

Solon: Wachsende Nachfrage nach hohen Bandbreiten begünstigt Kabel- und Glasfaseranschlüsse

Auch eine weitere Studie bescheinigt DSL-Anbietern keine rosige Zukunft. In dem am Mittwoch veröffentlichten White Paper "Profitable Growth in Fiber: Five Winning Strategies" (PDF) sagt Solon Management Consulting ein rasantes Datenwachstum für Westeuropa bis 2015 voraus, der die klassische kupferbasierte Infrastruktur unter Druck setze. Die zunehmende Nachfrage nach Online-Videos, Internet-TV und Cloud Services begünstige die Anbieter von Kabel- oder Glasfaseranschlüssen. Auf Dauer könne klassisches DSL mit maximalen Bandbreiten von 16 Mbit/s den steigenden Bedarf nach mehr Kapazität nicht erfüllen. Alternative DSL-Anbieter könnten daher kaum noch neue Kunden gewinnen. In Portugal zeige sich beispielsweise, dass der Marktanteil der DSL-Anbieter nach Einführung von Glasfaser und Kabelbreitband deutlich zurückgegangen ist. Mit einer solchen Verdrängung rechnet Solon auch in Deutschland.

Jörg Schamberg
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Definition "DSL" ?! (14 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Athlon64 am 23.03.2012 um 12:16 Uhr
 So ist es (30 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von SpaceRat am 21.03.2012 um 06:54 Uhr
 Suche

  News
Samstag, 26.07.2014
29-Jähriger muss für tausendfachen Internet-Betrug fast sieben Jahre in Haft
Twitter-Schnitzeljagd nach versteckten Geldscheinen kommt nach Berlin
Taxifahrer fordern härteres Vorgehen gegen Rivalen wie Uber
Sicherheitsexperten: Hacker für Unternehmen viel gefährlicher als die NSA
Freitag, 25.07.2014
Mitfahrdienst Uber darf vorerst weitermachen - Hamburger Verbot gekippt
So verhindern Sie das Tracking per Fingerprinting
Internet Security Days 2014: Freikarten für Kongress und Messe im Phantasialand
Google verweigert Linklöschung bei einem Drittel der Anträge
Integration von Mitfahrdienst Uber in Facebook Messenger?
VZ NRW warnt vor Abzocke mit Rezepten, Horoskopen und Tattoos - 249 Euro pro Jahr
HD+ wächst weiter: 1,54 Millionen Sat-Kunden zahlen für HDTV-Empfang
DeutschlandSIM-Aktion: Drei Smartphone-Tarife günstiger - nur für kurze Zeit
Vodafone: Kundenverluste bei Mobilfunk und DSL - Wachstum bei Kabel Deutschland
Sky-Übernahme: BSkyB zahlt 6,75 Euro pro Aktie
Amazon macht hohen Verlust - Aktienkurs sinkt um rund 10 Prozent
Weitere News
DSL Alternativen
Kein DSL verfügbar oder ist der DSL Test lahm wie eine Schnecke?
Dann schnell mobiles Internet per UMTS bestellen.
Mit einer Downloadrate in DSL Geschwindigkeit wird UMTS zur DSL Alternative und Fernsehen im Internet wird ebenfalls mobil möglich.
Aber auch Internet über Kabel ist schnell und günstig.
DSL 16000
DSL Turbo und ganz oben dabei im DSL Speed Test:
Mit DSL 16000 durchs Internet und alle Vorzüge wie Internettelefonie und Internet TV genießen.
Alle Anbieter von DSL und dem schnellen VDSL in der Übersicht.
VDSL
Auf der Suche nach dem wahren Highspeed Internet mit DSL Flat?
Mit ihrem VDSL - Internetzugang kommt die Telekom-Tochter T-Home auf bis zu 50 Mbit/s.
Fernsehen im Internet gibt's im Entertain-Paket dazu. Auch Fußball in HD-Qualität über LIGA total und Filme per Video on Demand sind kein Problem.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs