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Donnerstag, 08.03.2012 15:51

BITKOM lehnt Pfand auf Mobiltelefone ab

aus den Bereichen CeBIT, Mobilfunk

Im Herbst des vergangenen Jahres riefen der damals noch als "Wetten, dass…"-Moderator aktive Thomas Gottschalk und die Deutsche Telekom im Rahmen einer Wette gemeinsam zur Rückgabe von nicht mehr genutzten Alt-Handys auf. Die Bundesbürger trennten sich innerhalb von zehn Wochen von mehr als den geforderten 500.000 alten Mobiltelefone, die Deutsche Telekom spendete im Gegenzug 1,5 Millionen Euro für hilfsbedürftige Kinder in aller Welt. Altgeräte werden schon seit Jahren gehortet, die Mobilfunknetzbetreiber haben inzwischen eigene Rücknahmesysteme aufgebaut. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen schlug nun die Einführung eines Pfands für Mobiltelefone vor. Dagegen spricht sich jedoch entschieden der Hightech-Verband BITKOM aus. Zwar sei eine Initiative zur Entsorgung von alten Mobiltelefonen zu begrüßen, "ein Pfand-System für Handys ist aber genau der falsche Weg", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Rande der CeBIT in Hannover. Handys seien keine Dosen.

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BITKOM: Pfandsystem ist zu bürokratisch

Der bürokratische Aufwand für ein solches Pfand-System würde laut BITKOM in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. "Handys werden im Schnitt nach spätestens drei bis vier Jahren ausgemustert", erläutert Rohweder. Die Verwaltung eines Pfandsystems über solch lange Zeiträume sei kaum umsetzbar. Außerdem würden die bestehenden Rücknahmesysteme der großen Netzbetreiber zerstört.

Alte Handys lassen sich in portofreien Versandumschlägen zurücksenden, die im Internet angefordert werden können oder im Handy-Shop erhältlich sind. Viele Unternehmen würden für jedes zurückgegebene Mobiltelefon beispielsweise an Umweltorganisationen oder soziale Einrichtungen spenden. "Auf diesem Weg fließt jedes Jahr ein Millionenbetrag an karitative Organisationen. Mit einem Zwangspfand würde dieses Spendenverfahren praktisch gestoppt", gibt der BITKOM-Hauptgeschäftsführer zu bedenken.

BITKOM 83 Millionen Alt-Handys
Laut einer BITKOM-Umfrage hebt rund ein Drittel der Verbraucher ihr altes Mobiltelefon auf. Grafik: BITKOM

80 Prozent der Handy-Materialien wiederverwertbar - Rückgabe per Wertstofftonne?

Eine Abgabe von Altgeräten sei auch bei den kommunalen Abfallsammelstellen kostenlos möglich. Die Hersteller oder Recylingunternehmen würden die alten Mobiltelefone entweder umweltgerecht entsorgen oder wiederaufbereiten. Rund 80 Prozent der Materialien eines Mobiltelefons lassen sich wiederverwerten. Darunter sind nach Angaben des BITKOM auch wertvolle Stoffe wie Gold, Silber, Kupfer und seltene Erden. "Zwar sind die Rohstoff-Mengen in jedem einzelnen Handy gering, in Summe kann daraus ein erheblicher Beitrag zum schonenden Umgang mit knappen Ressourcen werden", sagt Rohleder. Laut einer BITKOM-Umfrage liegt die Anzahl der alten und ungenutzten Mobiltelefone bei rund 83 Millionen Geräten. Rund zwei Drittel der Deutschen haben ein oder mehrere Alt-Handys unbenutzt zu Hause liegen.

Der BITKOM-Verband schlägt eine möglichst einfache Rückgabe von Handys vor, Pfandsysteme seien zu kompliziert. Eine solche Lösung könnte beispielsweise eine Wertstofftonne sein, wie sie seit kurzem von Berliner Haushalten genutzt werden kann. "In der orangenen Tonne können Elektronikgeräte bequem entsorgt und dann geordnet recycelt werden. Wir müssen die Hürden für die Verbraucher möglichst niedrig setzen, dann funktioniert auch die Rückgabe", so Rohleder.

Jörg Schamberg
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    Zuletzt kommentiert von Jens am 09.03.2012 um 17:18 Uhr
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