Anzeige:

Montag, 27.02.2012 08:01

Sony-Music-Chef: Web ist "Segen" für Musikbranche

aus den Bereichen Computer, Sonstiges

Nach Jahren des Heulens und Zähneklapperns über Internet-Piraterie und Urheberrechtsverletzungen ist die internationale Musikindustrie optimistisch wie schon lange nicht mehr. Plötzlich gilt das weltweite Datennetz nicht mehr vornehmlich als Filesharing-Moloch, der das eigene Geschäft unaufhaltsam kannibalisiert, sondern als Umsatzbringer und vielseitige Vermarktungsplattform. Offensiv vertreten wird dieser Wandel auch von Sony-Music-Chef Edgar Berger. Im Exklusiv-Interview mit "Welt Online" nannte der Spitzenmanager das World Wide Web einen "großen Glücksfall" und "Segen".

Anzeige

"Besser als jede andere Branche"

Der jahrelange Absatzrückgang bei den physischen Tonträgern werde heute bereits annähernd durch den Online-Verkauf von Musik ausgeglichen. "Nach vielen Jahren Gegenwind haben wir jetzt endlich Rückenwind", betonte Berger. Das Internet habe der Branche enorme neue Möglichkeiten verschafft. Musik sei heute rund um die Uhr nahezu weltweit verfügbar und könne über soziale Netzwerke viel zielgenauer beworben werden. "Trotz des hohen Anteils von nichtbezahlter Musik ist es gelungen, die Musikbranche in ein digitales Geschäft zu transformieren, das weltweit bereits einen Umfang von mehr als fünf Milliarden Dollar hat. Das haben wir besser gemacht als jede andere Branche", sagte der 45-Jährige.

Allerdings müssten Politik und Industrie weiterhin gegen illegales Filesharing und Internet-Piraterie vorgehen. So seien im vergangenen Jahr insgesamt zwar etwa 3,6 Milliarden Songs verkauft worden, der Anteil schwarzkopierter Werke habe demgegenüber mit 40 Milliarden heruntergeladenen Musikstücken aber immer noch mehr als das Zehnfache betragen. "Wir haben kein Problem mit dem Produkt. Wir haben ein Problem auch bezahlt zu werden", erklärte Berger.

Diskurs über Urheberrecht begrüßenswert

Es sei daher begrüßenswert, dass derzeit mit den Urheberrechtsabkommen ACTA und SOPA eine gesellschaftliche Diskussion darüber entstehe, wie kreative Leistung im digitalen Zeitalter zu respektieren und zu schützen ist. Das Internet müsse frei sein – aber keinesfalls umsonst. Dies sollte nicht verwechselt werden. "Wer das Urheberrecht abschafft, wird nur dafür sorgen, dass es irgendwann nichts mehr zu kopieren gibt", warnte der CEO mit Verweis auf entsprechende Forderungen. Kreative Leistung müsse so entlohnt werden, dass sie eine Lebensbasis für Künstler darstellen könne. Dafür brauche es auch in Deutschland ein neues Regelwerk für Bereiche, die es früher noch nicht gab – etwa YouTube. Das derzeit gültige Urheberrecht stamme noch aus der Zeit der Tonbandkopie. Zudem sei eine effiziente Abschreckung gegen Schwarzkopierer notwendig. Hier habe sich das unter anderem in Neuseeland, Südkorea, Irland oder Frankreich praktizierte Warnmodell bewährt.

Gleichzeitig sprach sich Berger gegen eine sogenannte "Kultur-Flatrate" aus, bei der Nutzer nach Zahlung eines bestimmten Betrags auf beliebig viele Digital-Werke zugreifen könnten. Dies wäre ein planwirtschaftliches Element und zöge bei Künstlern und Rechteinhabern "massive Verteilungskämpfe" nach sich. In Deutschland leide der Musikmarkt ohnehin bereits unter einer "restriktiven" GEMA-Lizenzierungspolitik, durch die Sony Music Millionenumsätze verloren gingen. "Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es bei der GEMA irgendwann Einsicht zwecks ökonomischer Notwendigkeit geben wird", gab sich Berger zuversichtlich. Schließlich herrsche derzeit eine nie gekannte Aufbruchstimmung in der Branche.

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Diskurs über Urheberrecht begrüßenswert (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von trinity am 27.02.2012 um 08:36 Uhr
 Suche

  News
Freitag, 01.08.2014
Microsoft wehrt sich: US-Behörden wollen E-Mail-Daten von Kunden aus Europa
Simply: Allnet-Flatrate mit EU-Paket für 17,95 Euro
Android steigert Marktanteil auf 85 Prozent
Androids Quasi-Monopol: EU befragt Google-Partner
1&1 startet Vectoring-Tarif: VDSL 100 ab 34,99 Euro
Logitech G402 Hyperion Fury: Die Gaming-Maus beschleunigt auf 12,7 Meter pro Sekunde
CIA entschuldigt sich für Spähangriff auf Senatscomputer
RTL Group kauft Vermarkter für Onlinevideo-Werbung
Donnerstag, 31.07.2014
Französischer Mobilfunker Iliad will Telekom-Tochter T-Mobile US übernehmen
Lenovo C1 will Google Glass mit längerer Akkulaufzeit schlagen
Unitymedia und Kabel BW: HD-Option im August kostenlos
Telekom: Diese 57 Ortsnetze sind bereits fit für VDSL 100 mit Vectoring
Dank Spider-Man und Playstation 4: Gewinnsprung für Sony
Facebook startet Gratis-Internet in Sambia
Schwere Sicherheitslücke in USB-Sticks entdeckt
Weitere News
Internet über Kabel
Kein DSL oder nur schlechte Werte im DSL Speedtest? Internet über das Kabelnetz ist eine der führenden DSL Alternativen.
Kabelanbieter bieten ultraschnellen Downstream über den Kabelanschluss.
Wenn kein DSL verfügbar ist und auch kein Kabel digital gewünscht wird, ist mobiles Internet vielleicht interessant.
Internettelefonie
Günstig per VoIP telefonieren auch ohne Telefonanschluss.
Telefon einfach an den VoIP DSL Router oder WLAN Router anschließen.
Gleichzeitig via DSL Modem mit DSL Speed ins Internet.
Internet per Flat
Ob per Kabel oder mit VDSL: Erst eine Flat bringt richtig Spaß beim Surfen über die schnellen Internetleitungen.
Jetzt die Kabel-Angebote vergleichen oder neben der T-Home VDSL Verfügbarkeit die 1und1 VDSL und Vodafone VDSL Verfügbarkeit prüfen.
Alle günstigen Tarife hier in unserem DSL Preisvergleich.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs