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Sonntag, 12.02.2012 16:16

Kickstarter.com hilft Künstlern auf die Sprünge

aus dem Bereich Sonstiges

Für zehn Dollar gibt es ein Backrezept. Wer 25 Dollar spendet, bekommt eine Tüte selbstgemachter Plätzchen. Und unterstützt man die Realisierung des Dokumentarfilms "Oma und Bella" mit 5.000 Dollar, wird der eigene Name im Abspann erwähnt.

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Von Kleinstspenden bis zu 10.000 Dollar

Kulturprojekte scheitern oft an der Finanzierung. "Kickstarter" kann da helfen: Die Internet-Plattform sammelt Klein- und Kleinstspenden bis hin zu 10.000-Dollar-Spritzen von jedermann und macht so Dokumentarfilme, Ausstellungen und Theaterstücke möglich.

Mit Anreizen wie dem Backrezept oder den Keksen konnte zum Beispiel die New Yorker Filmstudentin Alexa Karolinski genügend Geld auftreiben, um ihren Traum vom eigenen Film zu realisieren. Über kickstarter.com bat die 27-Jährige um Unterstützung.

Kleine Dankeschön-Pakete zu schnüren ist dabei Pflicht. So bietet Comic-Zeichner Markus Pérez eine selbstgehäkelte Comicfigur an, wenn sein neuer Bildband mit Hilfe von kickstarter.com erscheint. Die Band "Sick of Sarah" komponiert sogar einen eigenen Song für jeden Spender, der ihr mit 500 Dollar beim Erneuern der Tournee-Ausrüstung hilft.

Im Vorjahr 11.836 Kulturprojekte finanziert

Mehr als 500 Menschen beteiligten sich an Karolinskis Aufruf und spendeten insgesamt 44.905 Dollar (knapp 34.000 Euro) für den Film "Oma und Bella". "Menschen auf der ganzen Welt haben mir ihr Vertrauen geschenkt", freut sich die gebürtige Berlinerin und kann es kaum fassen.

Carl auf klickstarter.comKleine Geschenke erhalten die Spender: Comiczeichner Perez häkelt Titelhelden für seine Unterstützer. Screenshot: onlinekosten.de

Der Film ist eines von 11.836 Projekten, die im Jahr 2011 über die Internetseite kickstarter.com verwirklicht wurden. Alle Arten von (Lebens-)Künstlern präsentieren sich dort. Insgesamt baten im vergangenen Jahr mehr als 27.000 Menschen um finanzielle Unterstützung. Nach dem Prinzip "Alles oder nichts" erhält man das Geld allerdings nur, wenn innerhalb einer gewissen Zeit ein bestimmter Betrag zusammenkommt. Andernfalls wird kein Konto belastet.

Im April 2009 ging kickstarter.com online. Die Idee kam Mitbegründer Perry Chen beim Versuch, für ein Konzert in New Orleans 20.000 Dollar aufzutreiben. Zusammen mit seinen heutigen Geschäftspartnern Yancey Strickler und Charles Adler entwickelte er die Internet-Plattform. Heute gelten die drei Gründer als Pioniere des Crowdfundings, wie die Geldbeschaffung mit Hilfe vieler Internet-Nutzer genannt wird.

Deutsche Pendants tragen Namen wie Startnext, MySherpas und Inkubato. Der Erfolg von kickstarter.com bleibt ihnen allerdings bis heute verwehrt. Kickstarter konnte bereits über eine Million Menschen zum Geldspenden mobilisieren. Allerdings können derzeit nur US-Bürger dort Projekte einstellen. Spenden sind jedoch international willkommen.

"Jemanden unterstützen zu wollen ist doch das Menschlichste, was es gibt. Wir haben einen Weg gefunden, das so einfach wie möglich zu gestalten", sagt Mitbegründer Yancey Strickler der Nachrichtenagentur dpa. Wenn alle Projekte erfolgreich gewesen wären, so rechnet Strickler, wären insgesamt 100 Millionen Dollar über die Plattform geflossen.

Schlechter Ruf unter Experten?

Ein Stück von diesem Kuchen könnte auch Jazzmusiker Christian Finger gut gebrauchen. Dann endlich könnte er seine neue CD "Ananda" aufnehmen. Eine Plattenfirma, die die Finanzierung übernimmt, findet er nicht.

"Inwiefern sich Crowdfunding allerdings auf meine Karriere auswirkt, kann ich nicht abschätzen", sagt der Musiker aus Unna in Nordrhein-Westfalen. Er befürchtet gar, dass diese Art der Finanzierung einen "schlechten Ruf" unter Musikexperten haben könnte.

Kritiker geben zu bedenken, dass diese Eigenfinanzierung dazu führen könnte, dass öffentliche Förderungen in Zukunft noch geringer ausfallen. "Wir wollen kein Ersatz sondern ein Zusatz sein. Wenn es kickstarter.com nicht geben würde, dann gäbe es auch eine ganze Menge ganz toller Projekte nicht", sagt Strickler.

Auch die Fertigstellung des Dokumentarfilms "Oma und Bella" - eine Geschichte über zwei jüdische Frauen, deren Vergangenheit und ihre Kochkünste - wäre ohne Spenden nicht möglich gewesen. Und dann hätte der Fillm auch nicht in diesem Jahr auf der Berlinale seine Weltpremiere feiern können.

Zu sehen bekommen werden ihn anschließend aber auch all jene, die "Oma und Bella" mit 100 Dollar und mehr unterstützen: Sie bekamen für ihre Spende zwei Tickets für eine Vorstellung im Kino ihrer Wahl geschenkt.

Dorothee Monreal / Mit Material der dpa
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