Freitag, 10.02.2012 15:16

HRS: Kartellamt fordert Chance für Konkurrenz

aus dem Bereich Computer

Das Bundeskartellamt hat den Buchungsdienst Hotel Reservation Service (HRS) ins Visier genommen. Die Behörde mahnte jedoch nur die Meistbegünstigungsklausel ab, nicht die ab 1. März gültige Erhöhung der Provisionen.

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Viele Hoteliers fühlen sich missbraucht

In der Meistbegünstigungsklausel hat das Unternehmen aus Köln mit seinen Hotelpartnern vereinbart, für HRS-Kunden im Internet den besten Hotelpreis, die höchste Zimmerverfügbarkeit und die günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen zu garantieren. Nach Auffassung der Wettbewerbshüter ist diese Vereinbarung kartellrechtswidrig. HRS kann nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Die abgemahnte Klausel sollte ab März noch verschärft werden und auch für das Hotelangebot an der Rezeption gelten. In der Vergangenheit hat HRS nach Angaben des Kartellamtes mehrfach Hotels, die die Meistbegünstigungsklausel nicht einhielten, für weitere Buchungen gesperrt.

HRS widersprach der Einschätzung des Bundeskartellamtes. Seine Firma nehme die Bedenken natürlich ernst, hieß es in einer Erklärung von Geschäftsführer Tobias Ragge. HRS habe aber gute Argumente, die verdeutlichten, dass der Wettbewerb nicht beschränkt werde. Von der Bestpreis-Garantie profitierten letztlich die Verbraucher. Das Unternehmen werde den Dialog mit der Behörde fortsetzen.

Kartellamt fordert Chance für Konnkurrenz

HRS sei das mit Abstand führende Hotelportal in Deutschland, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Durch die Best-Preis-Klausel werde Konkurrenten die Möglichkeit genommen, durch bessere Konditionen Boden gut zu machen. "Newcomern wird der Markteintritt verwehrt. Deshalb stellen die Klauseln eine Gefahr für den Wettbewerb dar."

Nicht abgemahnt wurde die kürzlich von HRS angekündigte Erhöhung der Provisionen, die von vielen Hoteliers beklagt wurde. Die HRS-Gruppe will vom 1. März an höhere Provisionen von Hotelpartnern für Buchungen kassieren, die über das HRS-Portal zustandegekommen sind. Viele Hoteliers lehnen sich auf und prangern den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung an.

Dorothee Monreal / Mit Material der dpa
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