Mittwoch, 08.02.2012 17:01

Astra: TV-Empfang per Satellit überholt Kabel-TV

aus dem Bereich Sonstiges

Beim Satellitenbetreiber SES Astra können die Sektkorken knallen. Über Satellit empfangen erstmals mehr deutsche Haushalte ihre TV-Programme als über Kabel. Inzwischen gelangt das TV-Signal hierzulande im Erstempfang per Astra-Satellit in 17,5 Millionen Haushalte. Damit steigerte Astra Deutschland seine Reichweite im vergangenen Jahr um knapp 900.000 Haushalte. Gleichzeitig verloren die Kabelnetzbetreiber rund 900.000 Haushalte, die Zahl der Kabel-TV-Nutzer ging auf 17,3 Millionen Haushalte zurück. Das ist das Ergebnis der von TNS Infratest im Auftrag von Astra durchgeführten Marktstudie "TV Monitor 2011". Hierzu wurden im November und Dezember des vergangenen Jahres bundesweit 6.000 Interviews durchgeführt. "Das ist ein phänomenales Ergebnis. Damit ist es uns in den letzten zwei Jahren gelungen, die Reichweite des Satelliten um mehr als 1,3 Millionen Haushalte zu steigern", kommentiert Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland, das Ergebnis der Studie.

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DVB-T verliert Reichweite, IPTV legt zu

Reichweiten-Verluste mussten nicht nur die Kabelnetzbetreiber hinnehmen. Auch DVB-T hat beim Erstempfang an Bedeutung verloren. Nach einem Verlust von rund 180.000 Haushalten gegenüber dem Vorjahr gibt die Studie die Anzahl der Haushalte mit digitalem terrestrischem Fernsehempfang noch mit 1,8 Millionen an. Um 330.000 auf insgesamt 1,3 Millionen Haushalte zulegen konnte dagegen das über das Internet verbreitete Fernsehangebot (IPTV).

Die Digitalisierung beim Fernsehempfang über Satellit ist weit fortgeschritten, 90 Prozent der Haushalte, das entspricht rund 15,8 Millionen Haushalten, empfangen die TV-Programme bereits digital. Die Zahl der analogen Satellitenhaushalte sank im vergangenen Jahr um 1,2 Millionen.

Noch 1,8 Millionen Nutzer von analogem Sat-TV

Allerdings nutzten Ende 2011 immer noch rund 1,8 Millionen Haushalte analoge Sat-Receiver. Hier sieht der Astra Deutschland-Chef noch erheblichen Handlungsbedarf, da am 30. April das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet wird. "Es gibt sicher noch viel zu tun für Sender, Handel, Hersteller und uns, um die Umstellung bis Ende April zu schaffen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Aufgabe gemeinsam erfolgreich meistern werden", so Elsäßer. Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres wechselten beispielsweise 800.000 Haushalte von analogen auf digitalen Sat-Empfang. Die Umstellung gewinne an Dynamik. 85 Prozent der Haushalte kennen laut "TV Monitor 2011" den Abschaltungstermin.

Der Umstieg sei für die meisten Zuschauer denkbar einfach. "Sie müssen nur ihren Receiver austauschen. Wir empfehlen am besten gleich einen HDTV-Receiver zu kaufen" erklärt Astra-Chef Elsäßer. Das Kabel ist mit einer Digitalisierungsquote von lediglich 46 Prozent noch weit abgeschlagen. Mit 9,4 Millionen Haushalten nutzen Kabel-TV-Nutzer mehrheitlich noch analoges Fernsehen.

Sat-TV Empfang in Deutschland
Sat-TV überflügelte 2011 in Deutschland erstmals das Kabel-TV. Grafik: TV-Monitor / TNS Infratest

Bis Ende 2012 über 50 HD-Sender über Astra

Ein Wachstumstreiber für die Digitalisierung ist laut Astra das hochauflösende Fernsehen. Derzeit lassen sich über Astra bundesweit über 260 deutschsprachige Programme empfangen, 37 davon im HD-Standard. Bis zum Jahresende sollen sogar über 50 HD-Sender per Satellit den Weg in die heimischen Wohnzimmer finden. Ende des vergangenen Jahres nutzten mit 5,9 Millionen bereits rund ein Drittel der Satelliten-Haushalte Programme in HD-Qualität. Allerdings sind nicht alle HD-Sender kostenlos empfangbar. Die Privatsender der Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 lassen sich beispielsweise nur per HD+ Abonnement für jährlich 50 Euro in HD-Qualität schauen.

Laut einer weiteren repräsentativen Untersuchung von TNS Infratest planen 20 Prozent der deutschen Haushalte innerhalb der nächsten zwölf Monate die Anschaffung eines HD-Receivers, 18 Prozent wollen sich einen neuen Flachbildschirm zulegen. Wer einmal HD-Fernsehen geschaut hat, will darauf offenbar nicht mehr verzichten. 68 Prozent der HD-Zuschauer wünschen sich demnach mehr Programme in HD-Qualität.

Jörg Schamberg
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    Zuletzt kommentiert von wolftarkin am 09.02.2012 um 15:36 Uhr
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