Der jährliche "Safer Internet Day" soll bei Nutzern das Bewusstsein für Sicherheit im Netz wecken. Die Politik nutzt den Tag, um über das Reizthema Datenschutz zu sprechen. Dabei werden auch Differenzen mit der Internet-Branche deutlich.
Aigner: Smartphones nicht so sicher wie PCs
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) fordert von Smartphone-Herstellern besseren Datenschutz. "Smartphones haben derzeit nicht das gleiche Sicherheitsniveau wie PCs und Notebooks", sagte Aigner am Dienstag in Berlin zum "Safer Internet Day", dem internationalen Tag für mehr Sicherheit im Internet.
So tappe man auf den Computer-Handys leichter in Kostenfallen. Beispielsweise gebe es Seiten im Internet, die man nur anzusteuern brauche, damit ein bestimmter Betrag auf die Mobilfunk-Rechnung gesetzt werde, sagte Aigner. Sie wolle gesetzlich durchsetzen, dass ein Nutzer die Identifizierungsfunktion bei seinem Telefon abschalten könne, wenn sie nicht unbedingt nötig sei.
Datenschutz wird für Internetnutzer immer wichtiger. Grafik: BITKOM
Aigner: Hersteller müssen für mehr Sicherheit und Datenschutz sorgen
Sie selbst riskiere es derzeit nicht, Online-Banking auf dem Smartphone zu nutzen, sagte Aigner. Vor allem die Hersteller seien in der Pflicht, für mehr Sicherheit und Datenschutz zu sorgen. Unter anderem gehe es ihr dabei um datenschutzfreundliche Voreinstellungen: So müssten beispielsweise die Ortungsdienste standardmäßig ausgestellt sein.
Eine wichtige rote Linie ist für Aigner allerdings die Presse- und Meinungsfreiheit. Bei einer europaweiten Neuregelung des Datenschutzes dürfe es nicht soweit kommen, dass "Redaktionen auf Klage eines Einzelnen verpflichtet werden können, Artikel aus den Archiven zu löschen".