Die Initiativen zum Breitband-Ausbau tragen hierzulande langsam Früchte. Im internationalen Vergleich ist Deutschland laut Branchenverband BITKOM in die Spitzengruppe vorgerückt. Der Verband bezieht sich auf aktuelle Zahlen von Eurostat. Mit 78 Prozent nutzen inzwischen fast vier von fünf Haushalten einen schnellen Internetzugang mit einer Bandbreite von mindestens 1 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das entspricht rund 31 Millionen Internetanschlüssen. Technisch verfügbar sind solche Breitband-Internetzugänge für über 99,5 Prozent der Haushalte. Allerdings zählt Eurostat bei der jährlichen Erhebung neben DSL, VDSL, Kabel und Satellit auch UMTS zu den Breitband-Zugängen.
Deutschland rückt auf Platz 6 vor
Im EU-Ländervergleich liegt Deutschland demnach inzwischen auf Platz 6 hinter Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien und Finnland. Im EU-Durchschnitt sind 68 Prozent der Haushalte mit einem Breitband-Internetzugang ausgestattet. Im vergangenen Jahr nahm die Nutzung von Breitbandanschlüssen hierzulande um vier Prozent zu. Die Gründe hierfür sind nach Ansicht des Hightech-Verbandes vielfältig.
"Die Breitband-Strategie des Bundes und die Milliarden-Investitionen der Netzbetreiber haben es ermöglicht, dass Deutschland bei der Breitband-Nutzung inzwischen vorne dabei ist", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Außerdem hätten sinkende Preise bei gleichzeitig höheren Bandbreiten für Zuwachs gesorgt. Zudem locken die Provider Neukunden mit attraktiven Paketkombinationen von Fernsehanschluss, Internetzugang sowie Telefonie.
Die Nutzung von Breitband-Anschlüssen in Deutschland nahm 2011 um 4 Prozent zu. Grafik: BITKOM
93 Milliarden Euro flossen von 1998 bis 2010 in den Breitbandausbau
Doch die Errichtung der Breitbandstruktur für den Großteil der Bevölkerung verschlang erhebliche Summen. Die Telekommunikationsunternehmen haben laut Bundesnetzagentur zwischen 1998 und 2010 über 93 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze investiert. Allerdings seien flächendeckend verfügbare, schnelle Internetverbindungen für den Wirtschaftsstandard Deutschland nach Ansicht von Rohleder "unverzichtbar".
Die Internetzugänge in Deutschland sollen nach dem Willen der Koalition in Berlin in den kommenden Jahren deutlich an Geschwindigkeit zulegen. Die Breitbandstrategie der Bundesregierung sieht bis zum Jahr 2014 vor, dass 75 Prozent aller Haushalte Zugang zu Internetanschlüssen mit Bandbreiten von mindesten 50 Mbit/s haben. Die noch vorhanden weißen Flecken sollen vorrangig per LTE geschlossen werden.