Die digitale Musik tat der Branche ganz schön weh: Kostenlose Downloads statt CD-Kauf brachten den deutschen Labels seit nunmehr 15 Jahren sinkende Umsätze. Doch mittlerweile ist Online-Musik ein boomendes Geschäft - und die Ideen sprudeln weiter.
Online-Musik spielt immer größere Rolle
Die Musikbranche sieht Licht am Horizont - digitales Licht. Sorgten MP3-Dateien durch Internetpiraterie und selbstgebrannte Kopien seit eineinhalb Jahrzehnten für stetig sinkende Umsätze, ist Online-Musik jetzt ein Boomfaktor und gleicht wegbrechende CD-Verkäufe aus. (Internet-)Technologie spielt eine immer größere Rolle - das zeigt sich auch auf der internationalen Musikmesse Midem, die am Wochenende im südfranzösischen Cannes startete. Das passende Motto: "Connected by Music" (Vernetzt durch Musik).
Nicht Plattenfirmen oder Musikverlage sind die Innovationstreiber, sondern Onlinefirmen mit neuen Ideen. Darunter sind diesmal auch eine Handvoll deutsche Start-Ups, die in einem internationalen Wettbewerb ausgewählt wurden, um sich im sogenannten Midemlab den erwarteten 7.000 bis 8.000 Fachbesuchern zu präsentieren.
Musikplayer sammeln Musik aus dem Netz
Die Firmen Musicplayr (Köln) und Navegas (Berlin) beispielsweise haben Musikplayer fürs Internet entwickelt, mit denen jeder Fan Musik aus unterschiedlichen Quellen in einer Abspiel-Oberfläche vereinen kann: So kann der Nutzer mit Musicplayr Songs von YouTube, der Musiker-Plattform Soundcloud und seinem eigenen Computer in einer gemeinsamen Playlist verwalten, anhören und Freunden präsentieren.
Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (Ilmenau) hat sich das Musikmachen vorgenommen und will mit dem Projekt Songs2See das Erlernen von Instrumenten vereinfachen. Wie bei "Guitar Hero" oder ähnlichen Konsolenspielen kann man hier Songs vom Computer nachspielen - allerdings mit dem eigenen Instrument.