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vodafone.de
Donnerstag, 26.01.2012 14:06

Vodafone liebäugelt mit dem Kabelnetz

aus dem Bereich Breitband

Bei der Euroforum Jahrestagung "Die Zukunft der Kabelnetze" in Köln empfahl Bundesnetzagentur-Vizepräsidentin Iris Henseler-Unger die freiwillige Öffnung der Kabelnetze. Auch NetCologne-Chef Hans Konle machte sich für Open Access auf freiwilliger Basis stark. Der Düsseldorfer Mobilfunknetzbetreiber und Festnetzanbieter Vodafone reichte den Kabelnetzbetreibern in Köln die Hand. Laut Stephan Zimmermann, bei Vodafone unter anderem für das Wholesale-Geschäft zuständig, bestehe bei einer Netzöffnung Interesse an einer Partnerschaft mit mindestens einem der großen Kabel-Player.

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Kabelnetze müssen sich öffnen

Der Marktanteil der deutschen Kabelnetzbetreiber spiegele im internationalen Vergleich nicht die Stärke ihrer Infrastruktur wider. In den Niederlanden oder in der Schweiz spiele das Kabel beispielsweise eine wesentlich größere Rolle. Die Aufrüstung der Kabelnetze für die Internet- und Telefonnutzung sei in Deutschland recht spät erfolgt. Es gebe keinen nennenswerten stationären Vertrieb und nur eine begrenzte Markenbindung. Auch fehle es an einer Reputation im Geschäftskundenmarkt.

Die Kabel-Provider könnten kurzfristig zwar noch weiter wachsen, das volle Wachstumspotential lasse sich mittelfristig aber nicht alleine ausschöpfen. In den nächsten Jahren müssten die Kabelnetzbetreiber ihre Netze öffnen, nur dann könnten die Netze auch wirklich voll genutzt werden. Aktuell ist Wachstum für Akteure auf dem Breitbandmarkt nur durch Verdrängung möglich. Heute gibt es laut Zimmermann rund 13 bis 14 Millionen VDSL-Haushalte. Die Regionen, in denen VDSL und schnelles Kabel verfügbar sind, werden zunehmend deckungsgleich.

Zimmermann: Triple-Play mit 25 Mbit/s reicht aus

Vodafone Stephan Zimmermann
Stephan Zimmermann von Vodafone. Bild: onlinekosten.de

Es gebe zwar weiterhin Bandbreiten-Unterschiede zwischen Coax- und Kabeltechnik. Nur wenige Kunden sind aber nach Ansicht Zimmermanns tatsächlich auf einen Internetanschluss mit 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angewiesen. "Ein Triple-Play-Anschluss mit 25 Mbit/s reicht für unsere Kunden auch in den nächsten Jahren aus", zeigt sich der Vodafone-Manager überzeugt.

Zudem werde die Mobilität unterschätzt. Es gebe hierzulande rund drei Millionen Haushalte ohne oder nur mit langsamen DSL. Vodafone investiere daher in LTE. Die neuen mobilen Produkte würden dem Düsseldorfer Unternehmen "aus der Hand gerissen". Die Nachfrage sei groß: "Wir akquirieren pro Woche 5.000 LTE-Kunden", betont Zimmermann. Ein Drittel der Kunden empfehle LTE weiter. Nur zwei bis drei Prozent der LTE-Kunden springen wieder ab. Selbst wenn eine Basisstation stark ausgelastet sei, falle die Bandbreite nicht unter 6 Mbit/s zurück.

Aber auch andere Geschäftszweige will der Konzern weiter forcieren wie beispielsweise Vodafone TV. "Natürlich haben wir bei Vodafone Interesse am Fernsehgeschäft, wir bauen das aus. Wir haben massiv Kunden gewonnen". Damit erhalten die Kabelnetzbetreiber auch in ihrem klassischen Kerngeschäft Konkurrenz. Es werde also zunehmend schwieriger für das Kabel. Eine Zusammenarbeit ergebe Vorteile für beide Seiten. Die DSL-Provider verfügen über eine starke Vertriebsmaschinerie, der Marktanteil der Kabelinfrastruktur könne dadurch deutlich steigen. Zudem könne eine Öffnung der Kabelnetze einer möglichen Regulierung der Bundesnetzagentur entgegenwirken.

Vodafone: Öffnung der Kabelnetze zunächst für Geschäftskunden

Die Öffnung könne schrittweise erfolgen. Als ersten Schritt schlägt Zimmermann eine Kooperation im Geschäftskundenmarkt vor. Danach könne die Öffnung auf Privatkunden erweitert werden, die Preise für einen Bitstromzugang sollten sich dabei auf TAL-Niveau bewegen. Hier sei für Vodafone aber wichtig, dass die Netzöffnung deutschlandweit erfolge. Ideal wäre daher einer der großen Kabelnetzbetreiber als Partner. Vodafone werde immer da investieren, wo es einen "interessanten Profit-Pool" gebe. Selbstverständlich könne man in Deutschland keine dritte Infrastruktur aufbauen. "Wir möchten uns nicht risikolos auf eine Leitung draufsetzen und sind bereit zu investieren". Dazu müsse es aber faire Konditionen geben.

Jörg Schamberg
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 die klingeldrahtverbrecher wollen den kabelanschluss zerstören ! (8 Beiträge) 
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