Anzeige:
Sonntag, 29.01.2012 09:01

US-College entdeckt Malware-Befall - nach 12 Jahren

aus dem Bereich Computer

1999 galt "Windows 98" als modernes Betriebssystem, das Internet als Spielwiese nerdiger PC-Freaks und ADSL als Highspeed-Technologie. Heute, zwölf Jahre später, sind viele der damals verwendeten Technologien längst überholt oder wirken fast schon antiquiert. Nahezu unglaublich klingt daher ein Bericht der US-Tageszeitung "San Francisco Chronicle" ("SFC") über die kürzlich durch Zufall entdeckte massive Verseuchung eines städtischen College-Netzwerks mit Schadsoftware. Fast zwölf Jahre lang sei diese niemandem aufgefallen. Nun ist der Ärger groß.

Anzeige

Daten nach Russland und China gesendet

Während das Malware-Biotop aufgrund fehlender Schutzmaßnahmen jahrelang ungestört wachsen konnte, wanderten die Daten zehntausender Studenten, Mitarbeiter und Administratoren in die Hände vorwiegend russischer und chinesischer Online-Krimineller. Erst Ende November 2011 wurden die Sicherheitsverantwortlichen schließlich erstmals stutzig, nachdem in einem Computerlabor ungewöhnlicher Datenverkehr aufgefallen war.

In der weiteren Untersuchung stellte sich heraus, dass der gesamte Netzwerkverbund des "City College of San Francisco" von Schadsoftware befallen war, die offenbar bereits seit 1999 im System zirkulierte. Jeden Abend um 22 Uhr begannen dabei sieben Virusprogramme mit dem Transfer tagsüber abgegriffener Daten an Server in Russland, China und acht anderen Staaten.

Geldmangel, Ignoranz und Inkompetenz

Das Ausmaß des tatsächlich aufgetretenen Schadens ist zwar bisher unklar, könnte aber immens sein. So nutzten zahlreiche Studenten die öffentlichen Rechner auch für ihre Online-Bankgeschäfte. Als wahrscheinlich gilt zudem, dass auch angeschlossene USB-Sticks verseucht wurden. Vermutlich gelangten die Viren so ebenfalls auf unzählige Heim-PCs.

Möglich wurde der jahrelange Befall laut "SFC" vor allem durch fehlende Investitionen in die Netzwerk-Infrastrukur und aktuelle Sicherheitssysteme. Aber auch Inkompetenz und Ignoranz hatten ihren Anteil. So installierten Techniker erst Anfang 2010 eine neue Firewall, die unter anderem den Zugriff auf Pornoseiten blockieren sollte. Diese Sperre wurde jedoch kurz danach auf Betreiben der Fakultätsleitung wieder aufgehoben. Begründung: Der Zugang müsse für die Studenten gewährleistet sein - "zu Forschungszwecken".

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Armutszeugnis für AV Hersteller (2 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von SteveJobs am 30.01.2012 um 20:17 Uhr
 Suche

  News
Freitag, 30.01.2015
Google enttäuscht trotz Milliardengewinns - Aktie fällt
Donnerstag, 29.01.2015
Vectoring: Tarife mit VDSL 100 im Überblick
Facebook: Neue Datenschutzregeln treten am Freitag in Kraft
Experten sicher: NSA setzt Trojaner "Regin" ein
Telekom fordert Offenlegung von Snowden-Dokumenten und mehr
Workmail: Amazon wird zum E-Mail-Provider
Preisschlacht schmälert Gewinn: Huawei setzt verstärkt auf High-End-Smartphones
HTC Desire 816G: Neues 5,5-Zoll-Smartphone für 279 Euro
YouTube ersetzt Flash durch HTML5
Visa: Anonyme Token sollen die Kreditkarte sicherer machen
Sony ersetzt eigenen Musikdienst "Music Unlimited" durch Spotify
Facebook wächst auf 1,39 Milliarden Nutzer und verdient fast 3 Milliarden Dollar
Mittwoch, 28.01.2015
Speedtests: Wie schnell ist mein Internet?
Neue Facebook-Bedingungen beschäftigen Bundestag
Datenschützer sehen Datenübermittlung in die USA kritisch
Weitere News
Mobilfunk Discounter
Inzwischen ist das Angebot an günstigen Mobilfunk-Tarifen sehr unübersichtlich.
Neben Billigmarken der großen Provider wie Simyo oder Fonic gibt es zahlreiche unbekanntere Discounter mit günstigen Preisen.
Eine Übersicht bietet unser Prepaid-Vergleich.
Neue Handy-Modelle
Moderne Smartphones werden immer beliebter. Viele Hersteller versuchen dabei dem Erfolg des Apple iPhone nachzueifern. Ein Touchscreen Handy ist heute bereits nichts außergewöhnliches mehr.
Im Gegenzug sinken die Preise für klassische Geräte wie ein Klapphandy oder schlichte Slider-Modelle. Neue Handys stellen wir regelmäßig vor.
© 1999-2015 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs