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Montag, 23.01.2012 12:22

Boom-App "MyTaxi" nimmt Ausland ins Visier

aus dem Bereich Sonstiges

Eine Smartphone-App wirbelt die Taxibranche durcheinander: Mit dem Programm MyTaxi bestellen Kunden einen Fahrer ohne den Umweg über die Zentrale. Mit einer Kapitalspritze wollen die Macher ihren Dienst nun auch ins Ausland bringen. Zu den Investoren zählen namhafte Konzerne.

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Konkurrenz für Taxizentralen

Die Macher der Smartphone-App MyTaxi sammeln Kapital für die Expansion im Ausland. Mehrere Geldgeber - darunter Daimler und die Deutsche Telekom - haben sich mit 10 Millionen Euro beteiligt, wie die Betreiberfirma Intelligent Apps am Montag mitteilte. Mit der Software können Nutzer per Smartphone ein Taxi bestellen, ohne in der Zentrale anrufen zu müssen.

"Unser Fokus liegt jetzt auf dem Ausland", sagte Mitgründer Sven Külper der Deutschen Presse-Agentur. Im Februar werde MyTaxi in Barcelona an den Start gehen, andere europäische Großstädte sollen bald folgen. Die 2009 gegründete Firma beziffert ihren Wert nach der Investitionsrunde auf 40 Millionen Euro.

Die App MyTaxi ermöglicht einen direkten Kontakt zwischen Taxifahrern und Kunden: Sie bestimmt den Standort des Nutzers, zeigt freie Fahrzeuge in seiner Umgebung auf einer Karte an und ermöglicht eine Bestellung per Knopfdruck. Damit tritt der 2009 gestartete Dienst in direkte Konkurrenz zu den Taxizentralen.

Auch Daimler pumpt Geld in die App

Zu den neuen Investoren gehören die Daimler-Tochter Car2Go und der Internet-Unternehmer Lars Hinrichs, der 2003 das Online-Netzwerk Xing gegründet hat. Die Telekom-Tochter T-Ventures und die KfW-Bank erhöhen ihre Anteile. Die beiden Gründer und Geschäftsführer Sven Külper und Niclaus Mewes halten mit 30 Prozent weiterhin den größten Anteil am Unternehmen, es folgt die Deutsche Telekom mit einer Beteiligung von 28 Prozent.

Der Carsharing-Dienstleister Car2Go sieht in MyTaxi keine Konkurrenz zu seinem Angebot. Es handle sich um eine sinnvolle Ergänzung im urbanen Verkehr, erklärte Geschäftsführer Robert Henrich. Die Kombination beider Verkehrsmittel wie auch des öffentlichen Nahverkehrs sei für viele Kunden bereits Alltag.

Taxi-Zentralen schlagen zurück

Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen Nutzer künftig mit einer App sowohl Taxen als auch car2go-Fahrzeuge finden können, teilte das Unternehmen mit. Auch die Entwicklung eines gemeinsamen Bezahlsystems sei geplant.

Neben der Expansion steht für Intelligent Apps die Einführung eines mobilen Bezahlsystems auf dem Programm. Die bereits für Ende 2011 angekündigte Funktion werde derzeit getestet und im ersten Quartal 2012 einsatzbereit sein, sagte Külper. Es handle sich um ein "priorisiertes Projekt" für die Firma.

Derzeit deckt MyTaxi nach eigenen Angaben 30 deutsche Städte sowie Wien und Zürich ab. Nach Angaben des Unternehmens nutzen rund 7.000 Taxifahrer das Programm. Zum Vergleich: 2008 waren nach Angaben des Deutsche Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP) in Deutschland rund 50.000 Taxis sowie knapp 30.000 Mietwagen unterwegs. Seit dem Start vor zehn Monaten haben 800.000 Nutzer die App auf ihrem Smartphone installiert.

MyTaxi greift das Geschäftsmodell der Taxizentralen an. Während diese von den Lenkern eine monatliche Gebühr kassieren - in Berlin beispielsweise rund 100 Euro -, verlangt Intelligent Apps pro vermittelter Fahrt eine Provision von 79 Cent.

Einige Funkzentralen setzen sich mit eigenen Apps zur Wehr, etwa in Berlin und Köln. Immer wieder berichten Fahrer zudem, dass einige Zentralen ihnen die Nutzung der Smartphone-App verbieten wollen.

Dorothee Monreal / dpa
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