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Sonntag, 22.01.2012 13:01

"Mega"-Mann Kim Dotcom: Der neue Kim Schmitz

aus dem Bereich Sonstiges

Der Mann, der sich heute Kim Dotcom nennt und als mutmaßlicher Kopf eines Raubkopien-Imperiums in Neuseeland festsitzt, war einst ein Medienstar in Deutschland. Unter dem Namen Kim Schmitz zählte er in der Euphorie um den Neuen Markt vor mehr als zehn Jahren zu den schillernden Figuren der jungen Internet-Wirtschaft.

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Mit dem Gesetz in Konflikt

Wie in vielen anderen Fällen in dieser Zeit hinterließen Schmitz' Unternehmungen einige unglückliche Investoren. Der schwergewichtige Unternehmer, der mit Partys und Straßenrennen durch Fernseh-Dokus tingelte, geriet in Konflikt mit dem Gesetz und zog schließlich ein neues Projekt in Hongkong und Neuseeland hoch. Das Flaggschiff war die Datentausch-Plattform Megaupload, die jetzt von der US-Bundespolizei FBI unter dem Vorwurf massiver Urheberrechtsverletzungen ausgehoben wurde.

Glaubt man den Betreibern, machte die Datenplattform ihrem Namen alle Ehre. 180 Millionen registrierte Nutzer, zeitweise vier Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet, mehr als 50 Millionen Zugriffe pro Tag und insgesamt über eine Milliarde Besucher. Diese Zahlen, mit denen die Megaupload-Macher selbst prahlten, kamen den US-Ermittlern sehr gelegen und zieren jetzt die Anklage.

Diverse Mega-Plattformen

Der heute 37-jährige Kim Dotcom - auch bekannt als "Kimble" oder "Kim Tim Jim Vestor" - soll den US-Ermittlern zufolge allein im Jahr 2010 mehr als 42 Millionen Dollar kassiert haben. Das Geld legte er mit Gusto an. Nach der Festnahme gab es im Internet Bilder vom Abtransport seines Fuhrparks: Lauter schwarze Mercedes-Wagen mit Nummernschildern wie "MAFIA", "POLICE", "HACKER" oder "KIM COM". Hinter der Datentausch-Plattform steckte eine ganze "Mega-Welt" mit Diensten von Megamovies bis Megaporn.

Laut Anklage sollen Dotcom und Co. - die meisten Schlüsselfiguren waren Deutsche - Raubkopierer ermutigt und bezahlt haben. Wurde etwa ein Film bei Megaupload hochgeladen, erstellte das System einen Link, der weiterverbreitet werden konnte. Rechteinhaber konnten zwar die Löschung ihrer Inhalte fordern. Mit dem undurchsichtigen Link-System hätten sie aber kaum Chancen gehabt, argumentieren zumindest die US-Ermittler. "Wir sind keine Piraten, wir bieten nur Transportdienste an Piraten an", wird eine abgefangene E-Mail eines der Betreiber in der Anklage zitiert.

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    Zuletzt kommentiert von Ehemalige Benutzer am 23.01.2012 um 12:17 Uhr
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