Montag, 16.01.2012 11:53

ARD warnt vor Internet-Sportschau

aus dem Bereich Sonstiges

Wenn in den kommenden Wochen die TV-Rechte für Übertragungen der Fußball Bundesliga ab der Saison 2013/2014 neu verhandelt werden, sitzt auch die ARD wieder mit im Boot der potenziellen Rechte-Käufer. Doch dieses Mal ist vieles anders. Das Erste muss um die Fortsetzung der etablierten "Sportschau" bangen, weil auch solvente Bieter wie Yahoo und Google in das Bieterrennen um die Bundesliga-Rechte einsteigen wollen. Ihr Ziel: erst gibt es eine Zusammenfassung der Bundesliga-Spiele im Internet zu sehen, später ab 21:45 Uhr dann auch im klassischen TV bei einem frei empfangbaren Sender. Das Bundeskartellamt hatte vergangene Woche signalisiert, einer solchen Idee nicht im Wege zu stehen. Ein deutlicher Warnschuss für die ARD.

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ARD sieht Gefahren

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel signalisierte in einer ersten Reaktion, dass die Entscheidung des Bundeskartellamts "nicht im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer" gefällt worden sei. Sollte am bis heute praktizierten Szenario etwas geändert werden, laufe man Gefahr, "dass die DFL mit einer Erstausstrahlung von Bildern des Bundesliga-Spieltags im Netz einen großen Teil des Publikums ausschließt."

Eine Einschätzung, die alles andere als unbegründet ist. Denn nicht nur in vielen ländlichen Regionen, sondern auch in Großstädten sind nicht alle Haushalte mit einem Breitband-Internetanschluss ausgestattet. Genau der wäre aber notwendig, um die Bundesligaspiele in ausreichend guter Qualität auf den heimischen Computermonitor zu übertragen. Berücksichtigt werden muss nicht nur, dass viele Haushalte aus rein technischer Sicht keinen Breitband-Anschluss nutzen können. Vielmehr ist auch zu bedenken, dass nicht jeder bereit ist, 20 Euro und mehr pro Monat für einen schnellen Internetzugang zu zahlen. Ein Fernseher ist hingegen in praktisch jedem Haushalt nutzbar.

Bundesliga hat gesellschaftliche Bedeutung

ARD-Sportintendant Ulrich Wilhelm bläst in ein ähnliches Horn: "Ich setze auf die Vernunft der Vereine und der DFL, bei der Vergabe darauf zu achten, dass der Bundesliga-Fußball auch weiterhin eine Verbreitung erfährt, die seiner gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung gerecht wird."

Hayo Lücke
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