Freitag, 13.01.2012 10:15

Samsung Galaxy W im Test - Ein Preiswunder

aus dem Bereich Mobilfunk
Von Hayo Lücke

Über einen sehr langen Zeitraum war Nokia auf dem Markt für Mobiltelefone so etwas wie das Maß aller Dinge. Es war cool, ein Nokia-Handy zu besitzen. Wer keins aus der Jackentasche zauberte, wurde skeptisch beäugt. Doch das hat sich geändert. Heute gelten andere Marktgrößen als hip. Insbesondere bei Smartphones, die von jüngeren Generationen gegenüber klassischen Handys auf Grund ihrer multimedialen Funktionen bevorzugt werden. Apple ist mit seinem iPhone ähnlich beliebt wie Samsung mit seinen Galaxy-Modellen. Die auf Android basierenden Smartphones der Koreaner konnten in den vergangenen Monaten immer wieder mit Bestnoten überzeugen - jetzt auch in der Mittelklasse. Denn das Samsung Galaxy W kostet weit weniger als die Highend-Modelle Galaxy S II, Galaxy Nexus oder Galaxy Note, macht aber trotzdem eine rundum gute Figur auf dem Testparcours.

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Etwas dicker als viele Luxus-Modelle

Mit dem für das Telefon ausgesuchten Namen hat Samsung die Messlatte vergleichsweise hoch gesteckt. Denn das W im Produktnamen steht für Wonder und lässt schnell die Hoffnung entstehen, dass das Telefon etwas ganz Besonderes bieten kann. Der erste Eindruck fällt hingegen eher nüchtern aus. Mit Abmessungen von 116 x 60 x 12 Millimetern erinnert das Galaxy W nicht direkt an die Smartphone-Flundern neuester Generationen. Die Haptik hingegen ist klasse: das Telefon liegt aufgrund seiner geriffelten Rückseite gut in der Hand. Positiv ist auch, dass eine Bedienung mit einer Hand gut möglich ist. Herzstück ist ein Single-Core-Prozessor, der mit 1,4 Gigahertz getaktet ist, der Arbeitsspeicher kann 512 Megabyte RAM vorweisen.

Samsung Galaxy W
Klein, aber fein: Samsung Galaxy W. Bild: onlinekosten.de

Apropos Bedienung: die erfolgt nahezu ausnahmslos über einen Touchscreen, der es in der diagonalen Abmessung auf 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter) bringt. Das ist etwas mehr als beim iPhone 4 S (3,5 Zoll), aber auch weniger als bei vielen anderen Multimedia-Handys. Das HTC Sensation XL bringt es zum Beispiel auf 4,7 Zoll, das LG Optimus Black auf 4,0 Zoll. Insgesamt ist die Display-Größe aber ausreichend, um weitgehend komfortabel das mobile Internet zu nutzen bzw. Inhalte der zahlreichen Android-Apps abzurufen. Auch für Videos sind 3,7 Zoll eine gerade noch akzeptable Größe.

Ohne Helligkeitssensor

Abstriche müssen Galaxy W-Nutzer aber trotzdem machen. Denn Samsung hat seinem Mittelklasse-Smartphone nur einen klassischen TFT-Bildschirm spendiert. Die von anderen Galaxy-Modellen bekannte Super AMOLED-Technologie kommt nicht zum Einsatz. Otto-Normal-Nutzer wird davon nicht viel merken, das geschulte Auge stellt aber schnell einen weniger starken Kontrast und weniger satte Farben fest. Auch ein Helligkeitssensor fehlt dem Smartphone. Technisch bringt es der Touchscreen auf bis zu 16 Millionen darstellbare Farben bei einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln.

Sehr wohl an Bord ist ein Lagesensor. Das hat zur Folge, dass sowohl im Hoch- als auch im Querformat eine virtuelle QWERTZ-Tastatur auf dem Display sichtbar wird. Das Schreiben von E-Mails, SMS oder Instant-Messenger-Nachrichten geht leicht von der Hand, weil der Bildschirm schnell und zuverlässig reagiert. Im Hochformat liegen die einzelnen Buchstabentasten aber schon recht eng nebeneinander. Auf Wunsch kann eine Text-Eingabe auch per Fingerwischer (Swype-Technologie) erfolgen. Zeiten, in denen Bildschirme einen insgesamt trägen Eindruck machten, scheinen langsam aber sicher auch in der Smartphone-Mittelklasse der Vergangenheit anzugehören.

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