Anzeige:

Dienstag, 20.12.2011 08:11

Verkauf von T-Mobile USA an AT&T ist geplatzt

aus dem Bereich Mobilfunk

Die Deutsche Telekom bleibt auf ihrer ungeliebten Mobilfunktochter T-Mobile USA sitzen. Der US-Branchenriese AT&T hat nach anhaltenden Bedenken der US-Wettbewerbshüter die 39 Milliarden Dollar (zuletzt 30 Milliarden Euro) schwere Übernahme abgeblasen, wie der Konzern am späten Montag in Dallas verkündete. Die Zeichen für einen Abbruch des Geschäfts hatten sich zuletzt verdichtet.

Anzeige

4 Milliarden Dollar als Trostpflaster

Die Deutsche Telekom darf sich immerhin über ein Trostpflaster freuen: Sie bekommt 3 Milliarden Dollar in bar. Zudem darf sie das Netz des größeren Rivalen mitnutzen - das sogenannte Roaming - und bekommt überdies begehrte Funkfrequenzen. AT&T bezifferte den Gesamtwert des Ausgleichspakets auf 4 Milliarden Dollar. Die Deutsche Telekom erklärte, sie erwarte die Zahlung noch im laufenden Jahr.

AT&T wäre mit dem Zukauf von T-Mobile USA zum mit Abstand größten Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten aufgestiegen. Es wären daneben nur noch zwei weitere landesweit vertretene Konkurrenten übrig geblieben. Diese Vorstellung hatte die US-Kartellwächter alarmiert. Sie fürchteten, dass die Kunden am Ende höhere Gebühren zahlen müssten. T-Mobile USA gilt als preisgünstig. Deshalb hatte das zuständige Justizministerium gegen den Verkauf geklagt, und auch der Netzregulierer FCC hatte sich gesperrt.

Neuer Käufer nicht in Sicht

Die Deutsche Telekom und AT&T hatten die Übernahme im März eingefädelt und wollten sie eigentlich binnen eines Jahres unter Dach und Fach bringen. Für beide ging es um viel: AT&T hätte mit einem Schlag sein Netz deutlich ausgebaut, das unter der steigenden Zahl an datenhungrigen Smartphones ächzt. Die Telekom wiederum hätte sich eines Problemfalls entledigt. T-Mobile USA hatte bis zuletzt Kunden verloren, auch weil der Anbieter als einziger der vier Großen Apples iPhone nicht im Angebot hat. Zudem steht ein teurer Netzausbau ins Haus. In der Branche wurde aber darauf hingewiesen, dass sich die Lage mit dem Roaming- und Frequenzpaket von AT&T deutlich entspannt.

Es ist aber unklar, ob die Bonner überhaupt noch Geld in ihre Tochter stecken wollen. Neun Monate hatte T-Mobile USA in der Luft gehangen - für die schnelle Mobilfunkbranche eine Ewigkeit. Es gehe nun erst einmal so weiter wie bisher, schrieb T-Mobile-USA-Chef Philipp Humm seinen Mitarbeitern und verwies auf erste Erfolge am Markt mit günstigen Smartphone-Tarifen. "Wir haben die Möglichkeit, unsere eigene Zukunft zu schreiben." In den kommenden Wochen solle die Strategie festgezurrt werden.

Ein ähnlich potenter Käufer wie AT&T ist weit und breit nicht in Sicht, und selbst eine Kooperation mit dem nächstgrößeren Mobilfunkanbieter Sprint dürfte auf das Missfallen der Wettbewerbshüter stoßen, die gerne den Status quo beibehalten würden. Durch die Auflösung des Kaufvertrages soll T-Mobile USA künftig wieder als fortzuführendes Geschäft der Deutschen Telekom bilanziert werden. An den geschäftlichen Erwartungen des Unternehmens für 2011 ändere sich nichts, auch die Ausschüttungspolitik bleibe bestehen, hieß es aus der Bonner Zentrale.

Christian Wolf / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Mittwoch, 01.10.2014
Microsoft gibt erste Ausblicke auf Windows 10: Die Neuerungen im Überblick
Dienstag, 30.09.2014
Windows 10: Microsoft kündigt nächste Windows-Version an
Premiere: Fortsetzung von "Tiger & Dragon" startet gleichzeitig im Kino und bei Netflix
Ministerpräsident Kretschmann fordert vom Bund mehr Geld für Breitbandausbau
Telekom startet Verkauf des Amazon Fire Phone - ab 1 Euro mit Vertrag
Deutschland nur Durchschnitt - beim Fernsehen
EU stuft Apples niedrige Steuern in Irland als Staatsbeihilfe ein
Zalando will mit Börsengang 605 Millionen Euro einnehmen
Weiterer "iOS 8"-Bug: Zurücksetzen der Einstellungen löscht Dateien in iCloud
Ebay und PayPal gehen ab 2015 getrennte Wege
3D-Drucker sollen menschliche Organe produzieren
iPhone 2G für 15.100 Euro angeboten - eBay-Auktion endet ohne Käufer
Tele Columbus plant Börsengang
Gratis-WLAN auf dem Cola-Automaten
Gamer kommen in die Unternehmen: Zocken bis die Rendite stimmt
Weitere News
DSL Speedtest
Schnelles DSL bestellt, aber es geht nur im Schneckentempo voran?
Mit dem Speedtest jetzt die DSL Geschwindigkeit prüfen.
Mehr Speed bietet ein VDSL-Anschluss: Die Vodafone VDSL Verfügbarkeit kann hier ebenso geprüft werden, wie T-Home VDSL, Alice VDSL oder die 1und1 VDSL Verfügbarkeit.
Aktuelle DSL Angebote hier im Vergleich.
ADSL Anschluss
Ein DSL Anschluss ist der Standardzugang der meisten Internetprovider.
Ob 1&1, der Billiganbieter congstar oder früher auch QSC oder freenet: Alle setzen auf die ADSL Technik.
Dazu gibt's verschiedene Flatrates. Neben einer Internet Flatrate ist bei vielen Angeboten oft auch eine Festnetz Flatrate inklusive.
Speedcheck
Zum Glück DSL verfügbar, mit großer Vorfreude bestellt und nun trotzdem enttäuscht? Gleich DSL Speedcheck machen.
Langsamer als versprochen? Dann im großen Flatrate Vergleich alle günstigen DSL Tarife anschauen und schnell wechseln.
Viele Angebote haben neben einer Telefonflatrate auch einen WLAN DSL Router inklusive.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs