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Freitag, 16.12.2011 18:44

GVU: Bewährungsstrafe für kino.to-Uploader

aus dem Bereich Computer

Die Welle der Verurteilungen von Drahtziehern im Fall kino.to reißt nicht ab. Nach einem 33-jährigen Webdesigner und einem 27-jährigen Administrator wurde am Donnerstag vor dem Amtsgericht Leipzig einer der aktivsten Uploader wegen gemeinschaftlich begangener gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Das teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) am Freitag in Berlin mit.

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Über 50.000 Werke hochgeladen

Der angeklagte Dennis B. war von den Betreibern von kino.to dafür bezahlt worden, urheberrechtlich geschützte Inhalte auf verschiedenen Filehostern für eine Veröffentlichung bereitzustellen – vor allem TV-Serien, aber auch einige Kinofilme. Insgesamt gelangten so innerhalb von zwei Jahren, von Juli 2009 bis Juni 2011, 53.616 Werke illegal auf die Plattform.

Im Gegenzug erhielt der Beschuldigte insgesamt 12.714 Euro – umgerechnet rund 10 Cent pro Schwarzkopie. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft erfüllte B. daher vor allem die Rolle eines vergleichsweise schlecht bezahlten "Lohnarbeiters", während die führenden Köpfe hinter kino.to das Zehn- bis Hundertfache verdienten.

Keine führende Rolle im System kino.to

Auch das Gericht bewertete die Aktivitäten des Angeklagten im System kino.to als untergeordnet, betonte jedoch, dass dieses ohne Uploader nicht hätte funktionieren können. In der Urteilsbegründung erklärte der Richter daher, das Strafmaß für B. solle zwar einen generalpräventiven Aspekt aufweisen, müsse aber unterhalb desjenigen der kino.to-Administratoren liegen. Dabei sei es wichtig deutlich zu machen, dass Urheberrechtsverletzungen nicht als Kavaliersdelikte gelten. Jeder Betreiber von illegalen Streaming- und Download-Angeboten müsse sich darüber im Klaren sein, dass diese Verstöße auch mit Gefängnisstrafen geahndet werden können, so der Vorsitzende.

Einer der kino.to-Hintermänner war Anfang Dezember zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Eine Reihe weiterer Prozesse ist noch nicht abgeschlossen - darunter das Verfahren gegen den 38-jährigen Hauptverantwortlichen. Insgesamt gibt es in dem Verfahren nach Angaben der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft mehr als 20 Beschuldigte.

Christian Wolf
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