Europäische Unternehmen gehen zu leichtfertig mit dem sogenannten Cloud Computing um, warnt die EU-Agentur für Netzsicherheit (Enisa). Gerade mittelständische Firmen gäben dabei sensible Daten aus der Hand, sagte Enisa-Chef Udo Helmbrecht am Dienstag in Brüssel.
"Warten, bis wir die ersten Skandale sehen"
"Wir müssen nur abwarten, bis wir die ersten Skandale beim Cloud Computing sehen", sagte der Geschäftsführende Direktor der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit. "Wenn ich als europäisches Unternehmen den E-Mail-Verkehr in die Cloud gebe, geht er womöglich an amerikanische Unternehmen", so Helmbrecht.
Firmen nutzen Cloud Computing, um Kosten zu sparen und den Zugriff auf Daten und Programme von unterwegs zu erleichtern. So können Unternehmen etwa Prozessorleistung oder Speicherkapazität über das Internet mieten.
Der Enisa-Chef riet, mit Anbietern aus Europa zu arbeiten oder mit Firmen, die einen Sitz innerhalb der EU haben. Diese seien an europäische Datenschutz-Standards gebunden. Helmbrecht führt die Agentur seit 2009. Diese soll Strategien entwickeln, um Computersysteme in Europa sicherer zu machen. Finanziert wird sie vor allem aus dem EU-Budget.