Anzeige:

Donnerstag, 10.11.2011 16:16

Facebook-Gesichtsscan: Hamburg droht Bußgeld an

aus dem Bereich Sonstiges

Im Streit um die automatische Gesichtserkennung auf Facebook-Fotos haben Datenschützer den Druck auf das US-Unternehmen erhöht. Das Soziale Online-Netzwerk sei nicht der Aufforderung nachgekommen, die Funktion mit deutschen und europäischen Regelungen in Einklang zu bringen, erklärte der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz Johannes Caspar am Donnerstag. Nun bereite man rechtliche Schritte vor.

Anzeige

"Mit EU-Datenschutzgesetzen konform"

Facebook entgegnete in einer Stellungnahme, die Ankündigung rechtlicher Schritte durch Caspar halte man "für absolut unnötig". Die Markierungsvorschläge von Facebook seien mit den europäischen Datenschutzgesetzen konform, sagte eine Firmen-Sprecherin.

Facebook-Anwender können Fotos auf die Plattform hochladen und die Bilder mit Namen der abgebildeten Personen aus dem Kreis der eigenen Kontakte verknüpfen. Einmal markierte Facebook-"Freunde" können danach automatisch in den Bildern des Anwenders gefunden werden - möglich macht dies eine Software zur automatischen Gesichtserkennung. Wer das verhindern will, muss die Funktion extra abstellen. Die Einstellungen lassen sich in den "Privatsphäre-Einstellungen" überprüfen (unter dem Punkt "Funktionsweise von Markierungen").

Gnadenfrist abgelaufen

Die Hamburger Datenschützer kritisierten, Facebook habe die Gesichtserkennungsfunktion in Europa eingeführt, ohne die Nutzer zu informieren und ohne eine "unmissverständliche Einwilligung" einzuholen. Diese sei für die Erhebung und Verarbeitung biometrischer Gesichtsprofile jedoch erforderlich. Caspar hatte dem Unternehmen im Oktober eine Frist bis zum 7. November gesetzt, um auf seine Forderungen einzugehen. "Um künftig sicherzustellen, dass die neue Technologie der Gesichtserkennung in einer Weise eingesetzt wird, die das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Nutzer achtet, werden wir die uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Instrumente einsetzen", erklärte Caspar. Mögliche Konsequenzen seien ein Bußgeld sowie eine Ordnungsverfügung, mit der man Facebook das beanstandete Verhalten untersage.

Eine Firmen-Sprecherin sagte, Facebook haben seine Nutzer "umfassend über die Markierungsvorschläge informiert und benachrichtigt". "Unsere Nutzer können dieses Feature jederzeit leicht und unkompliziert in ihren Kontoeinstellungen abschalten, wenn sie davon keinen Gebrauch mehr machen möchten." Im Dialog mit den Datenschützern habe das Unternehmen "sorgsam verschiedene Möglichkeiten abgewogen und vorgeschlagen, um unsere Nutzer noch deutlicher auf die Datenschutz-Einstellungen aufmerksam zu machen. Wir sind enttäuscht darüber, dass Herr Caspar unsere Vorschläge nicht angenommen hat", heißt es in der Stellungnahme.

Christian Wolf / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Montag, 22.09.2014
Crash-Tarife: 3-GB-Flatrate für 24,99 Euro - iPad 4 für 1 Euro dazu
Reparatur des iPhone 6 (Plus) wird teuer
Datenpanne bei DHL: Sendungsdaten waren stundenlang für alle einsehbar
Auch Opa will ein Smartphone
Falls es mal brennt: Erst das Smartphone retten, dann das Leben
Zweitägiger Streik bei Amazon
Ultimatum: Iran will Kommunikationsprogramme auf Smartphones verbieten
Sonntag, 21.09.2014
Amazon geht auf Buchverlage zu
Raumstation ISS bekommt 3D-Drucker
Kampf gegen Prostitution und Pornografie: China sperrt 1,8 Millionen Konten im Netz
Studie: "Echte" Freunde für Kinder wichtiger als Online-Freunde
Innenminister de Maizière will Persönlichkeitsprofile im Internet verbieten
Apple Store Berlin: Tageseinnahmen aus Geldtransporter entwendet
Apple, Google und Amazon: Gabriel will "asozialen" Silicon-Valley-Kapitalismus zähmen
Samstag, 20.09.2014
Moskau dementiert: Russland will Internet nicht abschalten
Weitere News
Mobilfunk Discounter
Inzwischen ist das Angebot an günstigen Mobilfunk-Tarifen sehr unübersichtlich.
Neben Billigmarken der großen Provider wie Simyo oder Fonic gibt es zahlreiche unbekanntere Discounter mit günstigen Preisen.
Eine Übersicht bietet unser Prepaid-Vergleich.
Komplettpaket
Fast alle Internet Anbieter bieten Tarife mit DSL Flat an.
Ein Telefonanschluss der Telekom ist für schnellen DSL Speed nicht mehr notwendig.
Wenn es noch schneller sein soll: VDSL macht's möglich. Jetzt Verfügbarkeit von Vodafone VDSL, 1und1 VDSL oder Alice VDSL checken!
Speedcheck
Zum Glück DSL verfügbar, mit großer Vorfreude bestellt und nun trotzdem enttäuscht? Gleich DSL Speedcheck machen.
Langsamer als versprochen? Dann im großen Flatrate Vergleich alle günstigen DSL Tarife anschauen und schnell wechseln.
Viele Angebote haben neben einer Telefonflatrate auch einen WLAN DSL Router inklusive.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs