Anzeige:
Mittwoch, 19.10.2011 19:20

Bildersuche: Google gewinnt vor dem BGH

aus dem Bereich Sonstiges

Im Streit um die Anzeige von Vorschaubildern hat der Suchmaschinenbetreiber Google einen weiteren Erfolg vor dem Bundesgerichtshof errungen. Wer als Urheber die Veröffentlichung von Bildern im Internet erlaubt, gestattet damit zugleich die Anzeige in der Vorschau der Suchmaschine, entschied der BGH in einem am Mittwoch verkündeten Urteil. Das gilt sogar dann, wenn die Suchmaschine auf Internetseiten verweist, auf denen das Bild illegal veröffentlicht wurde (Az. I ZR 140/10).

Anzeige

Suchmaschinen können nicht unterscheiden

"Derjenige, der ein Werk selbst oder durch einen Lizenznehmer ins Netz stellt, muss damit rechnen, dass das Foto auch Gegenstand der Suche von Suchmaschinen sein wird", sagte der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm bei der Urteilsverkündung. Wer die Veröffentlichung im Internet gestatte, erteile damit auch die Einwilligung, dass das Bild in der Vorschau von Suchmaschinen angezeigt wird.

Das gelte selbst dann, wenn das Foto auch auf anderen Seiten gefunden wird, denen der Urheber keine Rechte übertragen hat, so Bornkamm. "Die Suchmaschine kann nicht zwischen rechtmäßigen und unrechtmäßigen Abbildungen unterscheiden." Dies sei allgemein bekannt; deshalb gelte die Einwilligung für sämtliche Vorschaubilder, auch wenn sie auf rechtswidrig veröffentlichte Fotos verweisen.

Ein Fotograf habe allerdings die Möglichkeit, die Veröffentlichung im Internet nur unter der Auflage zu gestatten, dass der Webseiten-Betreiber technische Schutzvorrichtungen verwendet, damit ein Foto nicht in Suchmaschinen angezeigt wird, so der Vorsitzende Richter. Offen bleibt nach der Entscheidung, was mit Bildern passiert, die komplett illegal im Netz sind - für die also der Urheber nie eine Veröffentlichung im Internet genehmigt hatte.

Hamburger Fotograf verliert

Im konkreten Fall hatte der Hamburger Fotograf Michael Bernhard gegen Google geklagt. Er hatte ein Foto der Moderatorin Collien Fernandez und Rechte zur Veröffentlichung im Internet verkauft. Über die Bildersuche bei Google war das Foto aber auch auf Seiten zu finden, für die er keine Genehmigung erteilt hatte. "Wenn die ganze Welt auf meine Bilder zugreifen kann, kann ich sie nicht mehr exklusiv vermarkten", sagte Bernhard der Nachrichtenagentur dpa.

Der Leiter der Rechtsabteilung von Google für Nord- und Zentraleuropa, Arndt Haller, begrüßte die Entscheidung. "Eine technische Maschine kann nicht anhand rechtlicher Kriterien unterscheiden. Hierauf nimmt der BGH Rücksicht", so Haller. "Wir freuen uns, dass wir die Bildersuche auch für Nutzer in Deutschland weiter so anbieten können wie bisher."

Der Geschäftsführer des Fotojournalisten-Verbandes Freelens, Lutz Fischmann, befürchtet keine negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung auf Fotografen. "Das Urteil orientiert sich am wirklichen Leben", sagte Fischmann der Nachrichtenagentur dpa. Viele Fotografen würden auch ihre eigenen Bilder über Google im Internet suchen. "Das ist eine Möglichkeit, um Rechtsverletzungen zu entdecken."

Bereits im vergangenen Jahr hatte der BGH entschieden, dass ein Künstler, der selbst Bilder ins Internet stellt, auch die Anzeige in einer Suchmaschine dulden müsse - jedenfalls, solange er nicht durch technische Vorkehrungen dafür sorgt, dass die Bilder nicht angezeigt werden. "Ein Berechtigter, der Texte oder Bilder im Internet ohne Einschränkungen frei zugänglich macht, muss mit den nach den Umständen üblichen Nutzungshandlungen rechnen", so der BGH. Diese Rechtsprechung hat das oberste Zivilgericht nun erweitert.

Hayo Lücke / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 mieser paparazzo verliert (2 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Turius am 20.10.2011 um 17:15 Uhr
 Suche

  News
Dienstag, 21.10.2014
Späht die chinesische Regierung Daten von iCloud-Nutzern in China aus?
Tablet-Notebook-Kombi Medion S6214T ab 30. Oktober bei Aldi
Innenminister de Maizière: "Ein Nacktbild gehört einfach nicht in die Cloud"
IT-Gipfel: Bundesregierung kündigt Millionen für Internet-Dienstleistungen an
Crash-Tarife: iPad 4 und LTE-Internet-Flat mit 3 GB Highspeed-Volumen
D-Link DIR-818LW: WLAN Cloud Router mit 750 Mbit/s für 79,99 Euro
Bund und Länder wollen De-Mail pushen
Japaner wegen Herstellung von Waffen per 3D-Drucker zu Haftstrafe verurteilt
Jubiläum: Nachrichtenportal "Spiegel Online" 20 Jahre im Internet
Google Maps integriert Fernbusse in Routenplaner Google Transit
Datentarif o2 Go mit bis zu 40 Prozent Rabatt und mehr Highspeed-Datenvolumen
Microsoft zieht erneut Patch zurück - Deinstallation empfohlen
iOS 8.1 beseitigt Bugs und bringt iCloud Fotos
iPhone 6 beschert Apple starkes Quartal mit Milliardengewinnen
IT-Gipfel: De Maizière warnt vor totaler Offenheit im Netz
Weitere News
Mobiles Internet
Unterwegs und trotzdem Online: Mobiles Internet per UMTS macht's möglich.
Fast genauso schnell im Speed Test oder sogar schneller als ein regulärer Internetzugang.
Damit ist mobiles Internet neben Kabel digital auch als Alternative interessant, wenn die DSL Verfügbarkeit am Wohnort eingeschränkt ist.
DSL = Schnell
Diese Gleichung geht leider nicht immer auf. Manchmal liefert der Internetprovider nur Schneckentempo.
Die Suche nach dem richtigen Internetanschluss kann dann schnell Nerven kosten. Welche DSL Flatrate ist nun die Richtige?
Vielleicht ist auch mobiles Internet eine gute Alternative zum DSL Internet.
Mobilfunk Discounter
Inzwischen ist das Angebot an günstigen Mobilfunk-Tarifen sehr unübersichtlich.
Neben Billigmarken der großen Provider wie Simyo oder Fonic gibt es zahlreiche unbekanntere Discounter mit günstigen Preisen.
Eine Übersicht bietet unser Prepaid-Vergleich.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs