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Samstag, 03.02.2001 14:03

Sorgt BREKO für steigende Preise bei T-DSL?

aus den Bereichen ISDN/Analog, Sonstiges
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Ein Kommentar von Roland Silberschmidt

Mit edelsten Motiven ist er gestartet, der neue Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsunternehmen, kurz BREKO genannt. Chancengleichheit auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt hat man sich auf seine Fahnen geschrieben und nun rüstet man sich zum Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Gegner Telekom.

Mit ihren unregulierten Dumpingpreisen habe die Telekom bereits frühzeitig ihre marktbeherrschende Stellung auch auf den DSL-Markt ausgeweitet, so der BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann. Berichten zufolge hat nämlich das ehemalige Monopolunternehmen Telekom schon 700.000 Anschlüsse dieser Art vermarktet und versucht massiv, das Potential rasch abzuschöpfen.

Doch was geschieht nun, was erwartet BREKO von der RegTP? Die Telekom hat erstmalig in ihrer Geschichte ein Produkt zu einem für die Nutzer attraktivem und fairen Preis auf den Markt gebracht. Zugegeben hat sie hier wieder einmal ihr quasi Monopol ausgenutzt, etwas was jeder der Mitbewerber, wäre er an der Stelle der Telekom, auch getan hätte.

Im Interesse der Kunden will man nun auch gegen das DSL-Monopol der Telekom vorgehen. Doch Moment, wann hat eigentlich ein Unternehmen vorrangig an seine Kunden gedacht und nicht an den eigenen Geldbeutel? So löblich BREKO auch im ersten Moment sein mag, so uneigennützig die Initiative auch zu sein scheint, dahinter stehen rein kommerzielle Interessen. Kein Kunde sollte sich hier vormachen lassen, daß man aus edlen Motiven handele, oder daß man ihm etwas schenken wolle.

Die Schar der BREKO-Firmen wirkt - von Telekom-Seite betrachtet - wie eine kreischende Schar von Zwergen, die sabbernd und geifernd um das Bein eines Riesen herumhüpfen um ein paar Krümel des von ihm verspeisten Kuchens zu erhaschen. Vielleicht ist dieser Vergleich ein wenig krass, doch trifft er wohl im wesentlichen zu. Der T-DSL-Kunde, der heute zufrieden mit seinem neuen Highspeed-Zugang surft, wird den neuen Bundesverband ebenfalls argwöhnisch betrachten. Immerhin zahlt er momentan mit 49 DM monatlich nur einen Bruchteil dessen, was seine Internetkosten noch vor einiger Zeit ausgemacht haben.

Sollte dieses Kunden Anschluß nun aufgrund der wadenbeißerischen Aktivitäten von BREKO oder der RegTP teurer werden, so wird dieser Kunde es mit Verärgerung und Unverständnis quittieren. Denn mit einer Preiserhöhung wird wohl keiner der bisherigen DSL-Kunden einverstanden oder zufrieden sein. Und auch die in BREKO organisierten Firmen werden sich hier keinen Gefallen tun, denn der Kunde wird nicht vergessen, wer denn letztlich dafür verantwortlich ist, daß das schnelle Surfen nun einige Mark mehr kostet als zuvor.

Die Telekom auf der anderen Seite sollte sich ein wenig kooperationsbereiter zeigen und Vorschläge machen, wie man Mitbewerber in Zukunft behandeln will. Denn so innovativ und zukunftsweisend DSL auch sein mag, ein Anrecht auf die alleinige Vermarktung hat auch die Telekom nicht.

Roland Silberschmidt
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