Lange war BlackBerry auf dem Smartphone-Markt das Maß aller Dinge. Wer unterwegs E-Mails verschicken wollte, war nur dann wirklich State of the Art, wenn er ein Telefon von RIM aus der Tasche zog, bei dem auf eine physische QWERTZ-Tastatur gesetzt werden konnte. Klar, dass dieses Erfolgsrezept schnell auch bei anderen Handy-Herstellern Verwendung fand und bis heute an Attraktivität nicht verloren hat. Aktuelles Beispiel: Das Nokia E6, das mit vorinstalliertem Symbian Anna-Betriebssystem punkten will. Wir haben uns die kleine, mobile Schreibmaschine genauer angesehen.
Handyspeicher muss zunächst reichen
Geliefert wird das E6 mit Akku (1.500 mAh), Stereo-Headset, Schnellladegerät und Micro-USB-Datenkabel. Nicht inklusive ist eine microSD-Speicherkarte, obwohl das Handy auf der Kopfseite einen entsprechenden Slot zur Erweiterung des Handyspeichers um maximal 32 Gigabyte (GB) besitzt. Offensichtlich ist man bei Nokia der Meinung, dass Nutzer mit 8 GB Handy-Speicher zunächst einmal gut bedient sind. Und in der Tat sollte das für Otto-Normal-Nutzer ausreichen. Wer doch nicht auskommt, kann im Fachhandel zum Beispiel eine microSD-Karte mit zunächst weiteren 8 Gigabyte für etwa 10 Euro nachkaufen.
Auf den ersten Blick besonders auffällig: im Vergleich zu anderen etablierten Smartphones am Markt ist das E6 mit einem vergleichsweise kleinen Display ausgestattet. Es misst gerade einmal 2,46 Zoll (6,2 Zentimeter), was der Tatsache geschuldet ist, dass direkt unter den Touchscreen diverse Menütasten und die physische Tastatur anschließen. Zum Vergleich: ein iPhone 4 verfügt über ein 3,5 Zoll großes Display, ein Samsung Galaxy S II kann einen Bildschirm mit 4,3 Zoll vorweisen und selbst das Nokia X7 erreicht eine Displaydiagonale von 4,0 Zoll. Die Folge: mit dem E6 werden Internet-Inhalte und andere Multimedia-Formate eher zum Mäusekino und machen weit weniger Spaß. Dabei ist der TFT-LCD-Touchscreen aus rein technischer Sicht mit 16,7 Millionen darstellbaren Farben ein echter Hingucker - bei einer Auflösung von 640x480 Pixeln.
Das Nokia E6 liegt gut in der Hand. Bild: onlinekosten.de
Gleich mehrere Menütasten
Die Navigation durch das Menü erfolgt über eine Fünf-Wege-Menütaste, mit deren Hilfe auch ein kleiner Cursor über den Bildschirm gesteuert werden kann. Das macht auf Internetseiten durchaus Sinn, denn die Schriften sind aufgrund der kleinen Diagonale zum Teil so klein, dass es fast unmöglich ist, hinterlegte Links direkt per Fingerbedienung zu treffen. Neben der Navi-Taste sind links und rechts jeweils zwei weitere Tasten zu finden. Zum einen eine Home-Taste mit der das Hauptmenü bzw. der erste von insgesamt fünf Home-Screens aufrufen lässt, ferner eine Schnellstarttaste für den integrierten Kalender. Auf der anderen Seite können schnell und unkompliziert der hinterlegte E-Mail-Posteingang und das Adressbuch aufgerufen werden. Tipp: Wird die Home-Taste länger gedrückt, öffnet sich zudem ein Taskmanager.
Weitere Bedienelemente sind auf der Kopfseite zum ein- und ausschalten des Telefons und an der rechten Seite zu finden, wo die Lautstärke reguliert, ein Sprachbefehl gestartet oder über einen kleinen Schieberegler die Bildschirmsperre aktiviert bzw. deaktiviert werden kann.