Montag, 05.09.2011 19:19

Interview: Congstar denkt über DSL-Abschied nach

aus den Bereichen Breitband, IFA, Mobilfunk
Von Hayo Lücke
Martin Knauer
Congstar-Geschäftsführer Martin Knauer. Bild: congstar

Herr Knauer, vor drei Monaten haben Sie bei congstar das Ruder übernommen. Zeit für ein erstes Zwischenfazit: wie fällt es aus?

Knauer: Congstar hat als Marke und als Marktteilnehmer eine Menge Potenzial. Wir haben aber auch noch Luft nach oben. Der Marktanteil der in Deutschland aktiven Mobilfunk-Discounter liegt gemessen an den Kundenzahlen inzwischen bei 18 bis 20 Prozent und meine persönliche These ist, dass sich dieser Wert in Richtung 30 Prozent entwickeln wird. Die Kunden haben inzwischen verstanden, dass bei bekannten Discountern wie congstar, aber auch Wettbewerbern wie simyo oder Fonic, keine Gefahr lauert, dass der Anbieter vielleicht in sechs Monaten nicht mehr existiert. Congstar selbst steht für günstige Preise und Flexibilität, hat zeitweilig aufgetretene Performance-Probleme inzwischen beseitigt und kann eine klare Wachstumsstory aufzeigen. Daran gilt es, anzuknüpfen.

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Immer wieder gibt es Berichte über hohe Verluste, die congstar einfährt. Sehen Sie das Unternehmen dennoch auf Kurs?

Knauer: Auch wenn ich an dieser Stelle keine Finanzkennzahlen nennen kann, ist das Unternehmen klar auf Kurs. Wir stehen im Vergleich mit anderen Marktteilnehmern gemessen am Umsatz auf ähnlichem Niveau und haben eine klare Wachstumsausrichtung nach vorne.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der aktuelle Kundenbestand.

Knauer: Wir haben heute deutlich über 1,5 Millionen aktive Kunden und ich bin sehr optimistisch, dass wir noch in diesem Jahr die 2-Millionen-Marke knacken werden.

Verraten Sie uns, wie sich Mobilfunk- und DSL-Kunden prozentual aufteilen?

Knauer: Prepaid ist unser größtes Segment in Kundenzahlen, gefolgt von Mobilfunk-Postpaid und DSL.

Stichwort Mobilfunk: congstar agiert am Markt als Mobilfunk-Discounter. Werden die Minutenpreise in Deutschland noch weiter fallen? Die derzeit vielerorts gültigen 9 Cent pro Minute liegen schließlich deutlich über den festgesetzten Terminierungsentgelten.

Knauer: Es gab mal ein berühmtes Zitat: 'Im Mobilfunk kennen die Preise nur eine Richtung: nach unten.' Ich glaube, in der Branche hat insgesamt ein neues Denken eingesetzt. Es muss nicht immer nur nach unten gehen, sondern man kann Preise auch mal auf einem bestimmten Niveau halten. Wir sind überzeugt, dass mit dem Minutenpreis von 9 Cent ein vernünftiger Preis und Haltepunkt gefunden wurde. Ein Preis, der wohl in den nächsten Monaten stabil bleiben wird. Congstar ist nicht der Preisbrecher am Markt – wollen wir auch gar nicht sein. Künftig wird man zwischen Markendiscountern wie uns und reinen No-Frills-Angeboten, die sich nur über den Preis vom Wettbewerb abgrenzen wollen, unterscheiden müssen.

Eine aggressive Preispolitik können wir von congstar in den nächsten Monaten also nicht mehr erwarten?

Knauer: Ich glaube, Aggressivität kann man auch auf anderen Spielfeldern zeigen. Wir haben eine SMS-Flatrate-Option eingeführt, haben eine attraktive Handy Internet Flat im Angebot, eine 100-Minuten-Option und den besonders attraktiven Aktionstarif congstar Smart 100. Darüber hinaus haben wir noch eine Menge Fantasie, was man in den nächsten Monaten zusätzlich machen kann, um aggressive Preispunkte abbilden zu können.

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