Donnerstag, 25.01.2001 10:33

Aktuelle Stellungnahmen der Telekom zu T-DSL

aus dem Bereich ISDN/Analog

Anzeige
Kein Tag vergeht, an dem nicht neue Informationen und Gerüchte rund um den Highspeed-Internetzugang der Deutschen Telekom - T-DSL - auftauchen. Nachdem aber trotzdem immer noch einige Fragen zu T-DSL unbeantwortet bleiben und sich auch an der ungenügenden Zuverlässigkeit der Telekom betreffend der Einrichtung der Anschlüsse noch nichts verändert zu haben scheint, hat onlinekosten.de versucht, nähere Informationen zu den entsprechenden Themen zu erhalten.

Nach Auskunft eines Telekom-Sprechers resultieren die terminlichen Probleme hauptsächlich in Lieferschwierigkeiten bezüglich der benötigten Hardware. So seien beispielsweise für den 15.12.2000 eintausend Ports bestellt und auch zugesagt worden. Die Lieferung umfasste dann aber nur 630 Ports. Dies, so der Sprecher weiter, war in der Vergangenheit ebenfalls die Regel, was dazu geführt habe, dass die Telekom mit der Auftragsabwicklung inzwischen 3 Monate im Rückstand sei, da man mit der erwarteten Anzahl Ports geplant habe und die Termine entsprechend zugesagt habe.

Ein genereller Faktor beim Einrichtungstermin ist die Verfügbarkeit eines Ports in der Vermittlungsstelle. Wenn also beispielsweise die Vermittlungsstelle mit 240 Ports bestückt ist, von denen 120 belegt sind, erfolgt eine Einrichtung sofort, wobei dort die Regel gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Wenn aber bereits alle Ports vergeben sind, muss zuerst die Vermittlungsstelle aufgerüstet werden. Das kann dann durch die Lieferzeit und Installation zu längeren Wartezeiten bzw. Terminverschiebungen für die Freischaltung führen. Und es würde aus Telekomsicht den Rahmen des sinnvollen Aufwands sprengen, jeden Kunden bei einer Verschiebung per Brief zu benachrichtigen. Der aktuelle Stand sowie voraussichtliche Termine können unter 0800-3309009 gebührenfrei erfragt werden. Dort liegen alle vorhandenen Daten vor.
Eine erfreuliche Nachricht wusste der Sprecher aber auch zu verkünden. So teilte er mit, dass drei Hersteller jetzt aber erstmalig korrekt geliefert hätten und zudem noch bemüht seien, den Rückstand durch Zusatzlieferungen aufzuholen.

Zu Fastpath, also der Deaktivierung (bzw. gegebenenfalls nur Herabsetzung) der Fehlerkorrektur, was bessere Ping-Zeiten zur Folge hat, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Neuigkeiten. Wir werden Sie aber auf dem Laufenden halten, sobald uns neue Informationen zu diesem Thema erreichen. Es wurde aber durch den Sprecher nochmals bestätigt, dass offiziell kein Fastpath mehr geschaltet wird. Sollte dieses doch geschehen, so geschieht dies durch die lokale Niederlassung entgegen der aktuell bundesweit gültigen Anweisung, keine Umstellungen mehr durchzuführen. Die offizielle Stellungnahme lautet jedenfalls immer noch, dass mit Fastpath keine einwandfreie Übertragung mehr garantiert werden kann. Warum das den anderen Anbietern gelingt bzw., warum dieses der Telekom eben nicht gelingt, bleibt ungeklärt.

Gleiches gilt für die Gerüchte bezüglich der Erhöhung der Übertragungsrate von T-DSL auf 1,5 Mbit. Nach Auskunft des Telekom-Sprechers wird zwar momentan daran gearbeitet, die Technik zu verbessern, also schnellere Übertragungsraten und eine höhere Entfernung von der Vermittlungsstelle (momentan begrenzt auf 5 km) zu ermöglichen. Für die Fertigstellung gibt es aber noch keinen Termin. Anderslautende Spekulationen bezüglich März/April wurden von offizieller Seite dementiert.

Auch zum Anschluss der Glasfaserkunden liegt leider immer noch keine konkrete Stellungnahme vor. Obwohl vermutlich einige dieser Kunden durch den Einsatz von Analog-Digital Wandlern durchaus einen DSL-Anschluss erhalten könnten, wird diese Möglichkeit von der Telekom momentan noch nicht umgesetzt. Auch hier soll - laut Aussagen des Sprechers - eine Projektgruppe an den Möglichkeiten für das Glasfaserangebot arbeiten. Es liegt also die Vermutung nahe, dass sich momentan der finanzielle Aufwand der Wandler aus Sicht der Telekom einfach nicht lohnt.

Das geplante Satellitenangebot der Telekom hat ebenfalls noch keinen Starttermin. Es wurde uns nach einem Vergleich mit den bisherigen Anbietern aber versichert, dass, wenn die Telekom etwas derartiges auf den Markt bringt, es dann auch funktioniere. Da bleibt nun abzuwarten, ob dies in kurzer Zeit umgesetzt werden kann oder vielleicht ebenfalls ein unausgereiftes Produkt auf den Markt geworfen wird. Letzteres ist jedoch eher unwahrscheinlich, da laut Auskunft des Pressesprechers das Image der Telekom nicht gefährdet werden soll. Insofern würde die Veröffentlichung dann eher verschoben werden. Hier bleibt also zumindest eine kleine Hoffnung für all diejenigen, die bei sich leider kein DSL erhalten können und auf eine funktionierende Lösung für Satellit hoffen.

Zum Thema Fastpath haben wir ein Interview mit Robert Schlabbach, dem Programmierer des ADSL-Treibers "rasppoe" und vehementen Befürworter von Fastpath geführt. Lesen Sie morgen auf onlinekosten.de, was Herr Schlabbach dazu zu sagen hat.

Kommentar:
Auch wenn zumindest die verspäteten Hardwarelieferungen nicht auf das Konto der Telekom gehen, so bleiben doch zumindest der zähe Informationsfluss zum Kunden bzw. die Organisation der Freischaltungen im Verantwortungsbereich der Telekom. Es ist zwar nachvollziehbar, dass der Aufwand, jeden Kunden einzeln zu informieren, falls der zugesagte Termin nicht eingehalten werden kann, den Rahmen des Machbaren sprengt. Doch wäre es zumindest möglich, diese Änderung mit der nächsten Telefonrechnung mitzuteilen oder von Anfang an eine offenere Informationspolitik zu betreiben, die den Kunden klar darüber informiert, dass die Termine oft nur vage Richtwerte sind. Es kann jedenfalls nicht als kundenfreundlich betrachtet werden, wenn die Kunden über die Situation um ihren Auftrag im Unklaren gelassen werden.

Stephan Boerner
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

Mobiles Internet
Mobiles Internet via UMTS bietet schnellen Surfspaß für unterwegs.
Selbst ohne WLAN schnell mobil surfen oder Internet TV auf dem Handy genießen.
UMTS hält in jedem Speed Test problemlos mit.
DSL Telefon
Der klassische Telefonanschluss ist out. Heute ist vielerorts bereits DSL verfügbar und macht das DSL Telefon möglich.
Eine Telefon Flatrate senkt die Kosten zudem erheblich.
Das DSL Angebot ist allerdings groß. Deshalb vorher Provider vergleichen.
Komplettpaket
Fast alle Internet Anbieter bieten Tarife mit DSL Flat an.
Ein Telefonanschluss der Telekom ist für schnellen DSL Speed nicht mehr notwendig.
Wenn es noch schneller sein soll: VDSL macht's möglich. Jetzt Verfügbarkeit von Vodafone VDSL, 1und1 VDSL oder Alice VDSL checken!
© 1999-2010 onlinekosten.de GmbH :: Impressum :: Presse :: Jobs