Seitdem Sony am Wochenende den Musikdienst Music Unlimited powered by Qriocity auch in Deutschland startete, haben der Musik-Service "Napster" und die Musik Flatrate "Musicload Nonstop" einen Rivalen mehr: Der neue Sony Dienst sorgt mit zwei verschiedenen Content-Paketen für unbegrenzten Musikgenuss. Wir haben uns Music Unlimited genauer angehört und mit Napster verglichen.
Reines Streaming
Die erste Besonderheit der von "Qriocity" realisierten Musik-Plattform offenbart sich schon beim Zugang: Wie Napster und Musicload Nonstop ist auch Sonys Dienst per Browser mit Flash-Support (Internet Explorer, Firefox, Safari oder Chrome) über PC oder Notebook und somit von jedem Ort aus erreichbar. Die Japaner haben ihr Angebot aber auch auf hauseigene Produkte wie die Playstation 3, Blu-ray-Player und Flachbildfernseher der Bravia-Reihe mit Internetanschluss ausgeweitet und sprechen daher einen größeren Kundenkreis an. Im Gegensatz zu Napster birgt Music Unlimited keinen installierbaren Client, keine Downloads und keine Offline-Nutzung. Stattdessen gibt es reines Streaming, beziehungsweise, um es mit einem Trendthema auszudrücken, ausschließlich Musik aus der Cloud.
Auch ohne Account lässt sich ein Blick auf den Inhalt der Musiksammlung werfen. Screenshot: onlinekosten.de
Stöbern auch ohne Account
Wir haben uns den Dienst per Browser angesehen. Für die Nutzung der verschiedenen Funktionen ist eine kurze Registrierung auf www.qriocity.com nötig. Doch auch ohne Anmeldung kann der Nutzer schon schauen, was der Service im Angebot hat, sich mit dem Interface vertraut machen und alle Titel probeweise für 30 Sekunden anspielen. Wer einen Account erstellt, kann damit nicht nicht nur die Musikdateien verwalten, sondern auch Filme aus dem Sony Video on Demand Service und Spiele einfließen lassen: ein Log-in für alle Inhalte und alle Geräte. Im Musik-Pool schwimmen laut Betreiber mehr als 6 Millionen Songs. Zum Vergleich: Napster bringt es nach eigenen Angaben auf mehr als 10 Millionen Titel, Musicload auf 5,5 Millionen. Welche Songs gespielt werden können, hängt bei Music Unlimited vom Abonnement-Modell ab.
Zwei Abo-Modelle
Das Basis-Angebot für 3,99 Euro ermöglicht dem Kunden für 30 Tage vorab zusammengestellten Musikkanälen zu lauschen. Diese Abo-Variante hat eher Radiocharakter, wer einzelne Songs direkt ansteuert, wird – wie ohne Anmeldung – mit einer 30-Sekunden-Kostprobe abgespeist. Wer zielgerichteter Musik hören möchte, sollte nach dem Premium-Abo verlangen, das mit Kosten von 9,99 Euro auf Napster- und musicload-Niveau liegt. Dann winken neben weiteren Musikkanälen alle Titel zum Einzelabruf und außerdem die Option, Playlists und Kanäle zu erstellen. Ab dem 19. August erhöht Sony die Preise auf 4,99 beziehungsweise 12,99 Euro pro Monat, wer sein Abo vor diesem Datum bucht, bezahlt auch weiterhin den niedrigeren Preis.