Sonntag, 23.01.2011 09:01

Dr. iPod zum OP: Player misst Patienten-Beine

aus dem Bereich VoIP

Wenn Orthopäde Holger Bäthis im Kölner Operationssaal der Schwester zuruft: "meinen iPod bitte..." - dann ist ihm nicht plötzlich nach Entspannungsmusik zumute. Er will die optimale Beinlänge für die Patientin ermitteln, die auf dem OP-Tisch vor ihm liegt und der er gerade ein künstliches Hüftgelenk einsetzt. Der Multimedia-Mini hilft ihm.

"Bei der Hüfte ist der iPod mein Kontrollinstrument, zeigt mir in Millisekunden, ob Position und Beinlänge optimal sind. Bei Knie-Prothesen hilft er auch bei der Vorbereitung, wo ich den Schnitt ansetze", erklärt der Mediziner. "Eine ganz klare Vereinfachung des Arbeitsablaufs und eine verbesserte Präzision."

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Bäthis: "hervorragende Ergebnisse"

Rund 40 Eingriffe mit Unterstützung des tragbaren Assistenten hat der Oberarzt am Städtischen Klinikum Köln-Merheim absolviert. Die dortige Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie unter Leitung von Prof.

Bertil Bouillon hat das System mit entwickelt - und testet seit einigen Monaten in einem weltweit einzigartigen Politversuch den Einsatz des iPod im OP. Parallel dazu läuft auch ein Test in einem Krankenhaus in Nashville, Tennessee.

"Wir haben hervorragende Ergebnisse erzielt", erzählt Bäthis. Er nennt eine gut ausgerichtete Geometrie der Hüfte, perfekte Beinlänge oder auch Beinachse, also Begradigung von verschleißbedingten X- oder O-Beinen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte die Pilotstudie genehmigt, sagt ein Behörden-Sprecher.

Navigationstechnik macht's möglich

Das System funktioniert so: Am iPod, der in einer sterilen Hülle steckt, sind Antennen-Kugeln und ein kleiner Taststab angebracht. Ein Infrarot-Kamera-System - zwei Meter vom OP-Tisch entfernt - kann den iPod über die Kugeln orten.

Oberarzt Bäthis hält den iPod-Taststab an die Stelle, in die das künstliche Gelenk eingepasst werden soll: "Die Gelenk-Anatomie wird registriert, digitalisiert, die Daten gehen an das Kamera-System - die Berechnungen kommen in Millisekunden zurück an mich via iPod. Das funktioniert kabelfrei mit W-Lan, also keine Stolperfallen mehr hier im OP-Raum."

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