Anzeige:
Mittwoch, 05.01.2011 12:01

2011: Ein entscheidendes Jahr für SAP

aus dem Bereich Sonstiges
SAP Logo

Die bittere Niederlage in der Datenklau-Affäre gegen den Erzrivalen Oracle hat bei SAP tiefe Spuren hinterlassen. Milliarden müssen gezahlt werden, das Image des einstigen Vorzeigeunternehmens hat arg gelitten. Die Charmeoffensive mit seiner Doppelspitze setzt der Softwarekonzern trotzdem fort. Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott buhlen um das Vertrauen der Kunden und der SAP-Mitarbeiter. Daran war schon Vorgänger Léo Apotheker gescheitert. 2011 wird für die beiden Manager die Nagelprobe an der Spitze des DAX-Konzerns.

Anzeige

Aufgeben? Bei SAP nicht üblich

Beim Kampf gegen den US-Konzern Oracle steckt die dänisch- amerikanische Doppelspitze nämlich in einer Zwickmühle. Mit aller Macht will die Softwareschmiede den Makel der Datenklau-Affäre auslöschen und die von Oracle-Chef Larry Ellison angezettelte Schlammschlacht beenden. Sich dem Erzrivalen aber einfach zu ergeben, passt so gar nicht zu den Walldorfern, die trotz der aggressiven Einkaufspolitik von Oracle weiter als Weltmarktführer für Unternehmenssoftware gelten.

Bevor SAP die Strafe von 1,3 Milliarden US-Dollar (knapp eine Milliarde Euro) plus Zinsen in Millionenhöhe wegen Urheberrechtsverletzung überweist, muss das Urteil rechtskräftig sein. Das wird für Anfang 2011 erwartet. Etwa 30 Tage Zeit bleibt dann der Führungsspitze zusammen mit dem mächtigen Aufsichtsratschef Hasso Plattner, um Rechtsmittel einzulegen. Sollte das der Fall sein, müssen die Walldorfer aber mit einem erneuten öffentlichkeitswirksamen Return von Ellison rechnen. Falls nicht, sind kräftige Bremsspuren in der Bilanz 2011 zu erwarten.

Europas führender Softwarekonzern hat zwar nach dem Ende der Krise Quartal für Quartal wieder Boden gutgemacht und Umsatz sowie Ergebnis deutlich gesteigert. Von den wieder anlaufenden Investitionen der Unternehmen in IT und Software hat zuletzt aber auch Oracle kräftig profitiert. Kurz vor Jahresschluss präsentierte der US-Konzern einen Gewinnsprung um 28 Prozent, die Erlöse kletterten sogar um 47 Prozent.

Droht eine Übernahme?

Ungemach könnte den Walldorfern auch vom Kapitalmarkt drohen. Wegen der Datenklau-Affäre der ehemaligen US-Tochterfirma TomorrowNow sackte der Aktienkurs des DAX-Konzerns teilweise heftig ab. Spekulationen über eine Übernahme machten die Runde. Der SAP- Mitgründer und Mithauptanteilseigner Klaus Tschira brachte als mögliche Käufer Microsoft und IBM ins Spiel. Kurz vor dem Jahresende wurde das reiche Golfemirat Katar als denkbarer Investor gehandelt.

Neben Tschira sind Aufsichtsratschef Plattner und der langjährige Vorstandsvorsitzende Dietmar Hopp weitere Hauptanteilseigner des Softwarekonzerns. Während Plattner spätestens seit dem überraschenden Abgang von Vorstandschef Apotheker Anfang des Jahres wieder als der starke Mann auf der SAP-Kommandobrücke gilt, ist von "Vadder" Hopp öffentlich so gut wie kein Wort mehr über seine alte Liebe SAP zu hören.

Umso mehr redet dafür die aktuelle Doppelspitze: Eine mobile Plattform für standardisierte Unternehmensdienstleistungen soll kommen. Außerdem wird die Mittelstandssoftware Business By Design neu beworben. Ob neue Produkte und Software-Lösungen für das Vertrauen der Kunden reichen, werden die nächsten Monate zeigen. Die Belegschaft des Softwareriesen zeigt sich derweil offen für die Charmeoffensive von Snabe und McDermott: Nachdem eine Mitarbeiterbefragung in der Apotheker-Ära einen starken Vertrauensverlust in den Vorstand zutage gebracht hatte, gingen die Werte im letzten "Pulse Check" wieder deutlich nach oben.

Hayo Lücke / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Sonntag, 26.10.2014
Saarland-TDL: Live-Phase startet am 30. Oktober
Samstag, 25.10.2014
Rover soll Mondspaziergang mit Oculus Rift ermöglichen
"WSJ": Apple will Musik-App von Beats in iTunes integrieren
Webradiomonitor 2014: Mehr Online-Radio, mehr Audio-Werbung
Netflix und Co. treiben die Preise für Film- und Serienrechte in die Höhe
Sprung aus 41 Kilometern Höhe: Google-Manager knackt Rekord von Felix Baumgartner
Smart-Homes: Branche sieht riesiges Potential
Freitag, 24.10.2014
EuGH-Urteil: Einbetten von Videos verstößt nicht gegen das Urheberrecht
Trotz Angriff auf iCloud-Nutzer: Apple-Chef Cook wirbt in China um Kunden
Nach Kritik: Anti-Facebook Ello verzichtet auf bezahlte Werbung
Online-Magazin "Krautreporter" ist gestartet: Breite Themenpalette von Zensur bis Ebola
Microsoft nutzt Marke Nokia nur noch für günstige Handys
ESET warnt vor Malware für den Mac
Smartwatch LG G Watch R erscheint später, kostet weniger
"Rooms": Facebook stellt App für anonyme Chats vor
Weitere News
ADSL Anschluss
Ein DSL Anschluss ist der Standardzugang der meisten Internetprovider.
Ob 1&1, der Billiganbieter congstar oder früher auch QSC oder freenet: Alle setzen auf die ADSL Technik.
Dazu gibt's verschiedene Flatrates. Neben einer Internet Flatrate ist bei vielen Angeboten oft auch eine Festnetz Flatrate inklusive.
Video on Demand
Trotz Kabel digital oder IPTV nix Interessantes gefunden?
Abhilfe schafft Video on Demand.
Per Download oder Videostream über das DSL Kabel kommen aktuelle Filme und Serien direkt nach Hause.
Mobilfunk Provider
Neben den vier großen Netzbetreibern gibt es zahlreiche Mobilfunk Discounter Angebote - auch Billigmarken der Provider wie beispielsweise Simyo von E-Plus. Den Überblick zu behalten wird immer schwerer.
Dafür haben einige der Anbieter zusätzlich günstige Handys ohne Vertrag, vom Klapphandy bis hin zum Touchscreen Handy, im Angebot.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs