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Dienstag, 04.01.2011 14:31

Sparkassen: Magnetstreifen hat bald ausgedient

aus dem Bereich Sonstiges

Seit Jahren sorgt das Abfischen von EC-Kartendaten und PIN-Codes (Skimming) immer wieder für Schlagzeilen. Schwachstelle und Hauptstreitpunkt der Zahlkarten ist der rückseitig aufgebrachte Magnetstreifen, dessen Verwendung von Verbraucherschützern und Sicherheitsexperten bereits häufiger kritisiert wurde. Die deutsche Bankenwirtschaft antwortete auf derlei Bedenken bislang typischerweise mit einer Mischung aus Beschwichtigungen, Rechtfertigungen und Verweisen auf externe Zwänge. Nachdem sich nun auch das Bundeskriminalamt (BKA) für eine grundsätzliche Abschaffung des Magnetstreifens ausgesprochen hat, kommt erneut Bewegung in die Debatte. In einer ersten Reaktion reagierte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und gab seine Unterstützung der BKA-Forderung bekannt.

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Flächendeckende Chip-Versorgung

Der Chip werde bereits seit 1996 flächendeckend auf den "SparkassenCards" eingesetzt, da er leistungsfähiger und sicherer sei, so der DSGV. Die rund 45 Millionen EC-Karten der Sparkassen seien heute mit der neuesten EMV-fähigen Chipgeneration ausgestattet. EMV steht für einen von Europay, MasterCard und Visa gemeinsam entwickelten internationalen Sicherheitsstandard für den chipgestützten Zahlungsverkehr im Bereich der Debit- und Kreditkarten. Laut DSGV erfüllen die SparkassenCards damit alle Kriterien, die der europäische einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum für Kartenzahlungen vorsehe.

Demnach müssen alle 93 Millionen deutschen EC-Karten beziehungsweise girocards seit dem 1. Januar 2011 zwingend mit einem Chip ausgestattet sein. Der Chip ermöglicht europaweit eine Kartenechtheitsprüfung an Geldautomaten und Terminals. Missbrauch soll deutlich erschwert werden, da die Daten auf dem Chip fälschungs- und kopiersicher gespeichert sind. Vorerst bleibt jedoch der Magnetstreifen die Achillesferse des Systems. Dieser wird insbesondere noch häufig im Handel beim sogenannten Elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) mit Unterschrift verwendet. Auch im außereuropäischen Ausland ist der Magnetstreifen weiterhin von Bedeutung. Das BKA hatte sich daher für eine "Zweikarten"-Strategie ausgesprochen, wobei innerhalb des Euro-Raumes nur girocards ohne Magnetstreifen ausgegeben würden.

Ab Mitte 2011 EC-Zahlungen nur noch per Chip und PIN

Laut DSGV sind allerdings noch einige Umstellungen notwendig, bevor der Übergang in das Chip-Zeitalter vollzogen werden kann. Der Wechsel geschieht daher schrittweise: EC-Zahlungen mit SparkassenCards sollen ab dem 1. Juli 2011 nur noch über den Chip mit Eingabe der Geheimzahl möglich sein. Im Laufe des kommenden Jahres hat der Magnetstreifen dann auch bei Abhebungen an Geldautomaten ausgedient. Erst danach stehen nicht-zahlungsverkehrsrelevante Anwendungen wie etwa der Kontoauszugsdruck im Fokus.

Neue Angebote werden demnach ebenfalls nur noch auf der Chiptechnologie basieren. Für Mitte 2011 kündigten die Sparkassen dabei die Einführung des kontaktlosen Bezahlens mit der girocard an. Mit dem Verfahren könne die Zahlung kleinerer Beträge sicherer, komfortabler und schneller erfolgen, so der DSGV.

Christian Wolf
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