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Donnerstag, 09.12.2010 08:19

Wikileaks-Anhänger schießen auch Visa-Website ab

aus dem Bereich Sonstiges

Nach Mastercard ist jetzt Visa dran: Wikileaks-Anhänger haben von Mittwoch an die Website des nächsten großen Finanzdienstleisters blockiert. Beide Kreditkarten-Firmen hatten angekündigt, keine Zahlungen an die Enthüllungsplattform mehr zuzulassen. Die Mastercard-Website war am Mittwoch stundenlang nicht erreichbar, unter visa.com ging auch am Donnerstagmorgen kaum etwas.

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Ausfall trotz Ankündigung

Dass es den unbekannten Aktivisten gelang, auch die Visa-Website vom Netz zu nehmen, ist umso erstaunlicher, da das weltgrößte Kreditkartenunternehmen Zeit zur Vorbereitung hatte. Nach der Attacke auf Mastercard war klar, dass Visa unter den nächsten Zielen sein würde. Zudem kündigte die Gruppe "Anonymous", die auch hinter den bisherigen Angriffen vermutet wird, die Attacke auf Visa eine Stunde im Voraus über den Online-Dienst Twitter an. Sie nimmt Unternehmen ins Visier, die ihre Geschäftsbeziehungen zu Wikileaks aufgekündigt hatten.

Die Websites wurden mit sogenannten DDOS-Angriffen ("Distributed Denial of Service") lahmgelegt. Dabei wird ein Web-Server mit Unmengen von Daten geflutet und dadurch blockiert. Am Mittwoch stand auch die Website der schwedischen Staatsanwaltschaft, von der der Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange stammt, auf diese Weise unter Beschuss. Sie blieb jedoch online. Assange war am Dienstag in London verhaftet worden. Ihm werden in Schweden sexuelle Vergehen vorgeworfen. Er bestreitet die Anschuldigungen.

Twitter sperrt Anonymus-Gruppe aus

In der Nacht zum Donnerstag wurde der Account der "Anonymous"-Gruppe von Twitter gesperrt. Eine Begründung dafür nannte der Kurznachrichtendienst zunächst nicht. Wie die britische BBC unter Berufung auf Kreise berichtete, habe die letzte gelistete Kurznachricht vor der Sperrung einen Link auf eine Datei enthalten, die Kundeninformationen von Kreditkartenbesitzern beinhaltet habe.

Bereits am Vortag hatten Hacker und Sympathisanten aus dem Umkreis der "Anonymous"-Bewegung die Webseite des Finanzdienstleisters der Schweizer Post, Postfinance, angegriffen. Das Unternehmen hatte am Montag ein Konto geschlossen, über das bislang Spenden für die Enthüllungsplattform Wikileaks im Internet liefen.

Hayo Lücke / dpa
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