Anzeige:

Mittwoch, 08.12.2010 13:55

Wikileaks-Aktivisten greifen Mastercard-Website an

aus dem Bereich Sonstiges

Nach der Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange hat der Konflikt um die Enthüllungsplattform eine neue Eskalationsstufe erreicht. Aktivisten blockierten am Mittwoch die Website des Kreditkarten-Riesen Mastercard mittels sogenannter Distributed Denial of Service-Angriffe (DDoS). Zuvor hatte der Finanzdienstleister die Überweisung von Spenden an Wikileaks gestoppt.

Anzeige

Gezielte Serverüberlastung

Bei einer DDoS-Attacke wird mittels massenhaft gestellter Serveranfragen eine gezielte Überlastung der Infrastruktur herbeigeführt. Sowohl der internationale Webauftritt mastercard.com als auch die deutsche Website des Unternehmens waren daher am Mittwoch zunächst nicht mehr erreichbar. Zu dem Angriff bekannte sich die "Anonymous"-Bewegung, die 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology bekannt wurde. Sie bezeichnete die Aktion als "Operation:Payback" und sprach von einer andauernden Kampagne gegen "freiheitsfeindliche Organisationen".

Bereits am Vortag hatten Hacker und Sympathisanten aus dem Umkreis der "Anonymous"-Bewegung die Webseite des Finanzdienstleisters der Schweizer Post, Postfinance, angegriffen. Das Unternehmen hatte am Montag ein Konto geschlossen, über das bislang Spenden für die Enthüllungsplattform Wikileaks im Internet liefen. Zur Begründung hieß es, Assange habe bei der Kontoeröffnung falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht. Die zu den wichtigsten Spendensammlern von Wikileaks zählende Wau-Holland-Stiftung kündigte rechtliche Schritte gegen die unangekündigte Sperrung ihres Kontos beim Online-Zahlungsdienst PayPal an. "Durch diese willkürliche Entscheidung der Firma PayPal" habe die Stiftung keinen Zugriff mehr auf eingegangene Spenden über rund 10.000 Euro, teilte die Organisation mit.

Weitere Geheimdokumente veröffentlicht

PayPal-Manager Osama Bedier verwies nach Presseberichten vom Mittwoch auf einen Brief des US-Außenministeriums, wonach die Aktivitäten von Wikileaks in den USA als illegal eingestuft werden. Bei Mastercard heißt es lediglich, die Zahlungsdienstleistungen für Wikileaks blieben so lange eingestellt, bis die Situation geklärt sei. Letztlich können dies nur Gerichte leisten - aber bislang ist noch keinerlei Handhabe für eine Anklage in Sicht.

Unterdessen veröffentlichte die Enthüllungsplattform in der Nacht zum Mittwoch 46 weitere Geheimdokumente. Aus den Depeschen von US-Diplomaten geht unter anderem hervor, dass Libyen Großbritannien vor der Freilassung des Lockerbie-Bombers stärker unter Druck gesetzt hat als bislang bekannt. In einer Mitteilung bekräftigte ein Wikileaks- Sprecher, dass die Organisation weitermachen will: "Wir lassen uns nicht mundtot machen, weder von juristischen Aktionen noch von Zensur durch Firmen", schrieb Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson. Der Sprecher kritisierte, dass die USA im kommenden Jahr Gastgeber der Unesco-Veranstaltungen zum "Tag der Pressefreiheit" seien. "Wir hoffen, dass die Unesco künftig die Pressefreiheit irgendwo feiert, wo sie auch existiert", erklärte Hrafnsson.

Christian Wolf / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 als illegal eingestuft (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von trinity am 08.12.2010 um 19:51 Uhr
 Ja klar, genau das war Wikileaks jetzt gebrauchen kann (8 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Tobias Claren am 08.12.2010 um 18:03 Uhr
Weitere Meldungen zum Thema:
Wikileaks-Gründer Assange bleibt in Haft
Polizei setzt Wikileaks-Gründer Assange fest
Wikileaks-Gründer will sich mit Polizei treffen
US-Vorgehen mobilisiert Wikileaks-Sympathisanten
Assange kündigt Enthüllungen über Russland an
Paypal schmeißt Wikileaks raus
Wikileaks-Chef meldet sich aus dem Untergrund
Provider "killt" Wikileaks-Domains
Umfrage: Jeder Zweite lehnt Wikileaks ab
Assange-Klage gegen Haftbefehl abgewiesen
Amazon sperrt Server für Wikileaks-Dokumente
Interpol setzt Wikileaks-Gründer auf Fahndungsliste
Assange: Neue Beschwerde gegen Haftbefehl
Wikileaks-Gründer: US-Großbank als nächstes Ziel
IT-Nation USA blamiert sich mit "Cablegate"
Wikileaks bot USA Löschung sensibler Daten an
Wikileaks: Gemischte Reaktionen auf Enthüllungen
Infoseiten zum Thema:
Community
 Suche

  News
Mittwoch, 30.07.2014
"Das nächste große Ding": Musikdienste suchen das passende Lied für jede Lebenslage
Betrug mit Fahrkarten: 19-Jähriger als Bandenchef festgenommen
Twitter: Mehr Werbeeinnahmen und Nutzer - Aktienkurs steigt um 35 Prozent
Dienstag, 29.07.2014
LG Berlin kippt Amazons Schulbuch-Deal: Keine Provision an Schulfördervereine
Onlinekosten.de-Umfrage: Mehrheit nutzt kein mobiles Internet im Ausland
Blackberry kauft "Merkel-Phone"-Entwickler Secusmart
Partnerbörse OkCupid gibt Manipulation von Nutzern zu
winSIM: 2-GB-Allnet-Flatrate für 19,95 Euro - nur 3 Tage günstiger
Facebook spaltet "Messenger"-Chat auch in Deutschland von App ab
HTC One M8 soll mit Windows Phone 8.1 erscheinen
Unitymedia KabelBW erweitert Online-Videothek - Kooperation mit Universal
Base All-in: BILDplus und Fußball-Bundesliga gratis
Blau Smart 1000: 300 Minuten, 300 SMS und 400 MB für 14,90 Euro
Justizminister Maas rät Snowden zu Rückkehr in die USA
Napster-Musikdienst knackt Marke von zwei Millionen zahlenden Nutzern
Weitere News
VDSL Angebote
Mit 50 Mbit/s im Internet surfen - VDSL macht es möglich. In immer mehr Regionen ist der schnelle DSL Anschluss verfügbar.
Neben T-Home VDSL kann inzwischen auch Vodafone VDSL sowie 1&1 VDSL und Alice VDSL bestellt werden.
DSL Geschwindigkeit
War das DSL günstig, aber die Geschwindigkeit ist niedriger als gedacht?
Die DSL Telefonie bricht ständig ab? Angebote wie IPTV sind eher eine Live Diashow?
Der DSL Speed Check offenbart die bittere Wahrheit in Sekunden. Einfach schnell DSL Geschwindigkeit testen und vielleicht gleich wechseln.
DSL Telefon
Der klassische Telefonanschluss ist out. Heute ist vielerorts bereits DSL verfügbar und macht das DSL Telefon möglich.
Eine Telefon Flatrate senkt die Kosten zudem erheblich.
Das DSL Angebot ist allerdings groß. Deshalb vorher Provider vergleichen.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs