Das Internet an Bord von Langstrecken-Flugzeugen der Lufthansa ist zurück. Nachdem das so genannte FlyNet Ende 2006 nach knapp drei Jahren Betrieb wieder eingestellt werden musste, startet die Kranich-Airline ab dem 1. Dezember neu durch. Zusammen mit dem neuen Partner Panasonic Avionics wird nach und nach die komplette Langstrecken-Flotte fit für Breitband-Internet auf Basis von WLAN-Verbindungen in über 10.000 Metern Höhe gemacht. Lufthansa ist damit nach eigenen Angaben die erste Airline weltweit, die einen Breitband-Internet-Zugang auf Interkontinental-Verbindungen anbietet.
Zunächst nur auf USA-Verbindungen
Zunächst ist das FlyNet auf ausgewählten Verbindungen nach Nordamerika verfügbar. Im Detail handelt es sich um die Strecken nach New York, Detroit und Atlanta. Nach und nach soll bis Ende 2011 das nahezu komplette Langstreckennetz der Lufthansa für FlyNet freigeschaltet werden. Zum Start schickt Lufthansa fünf Maschinen mit an Bord aktivierter Internet-Technik in die Luft. Bis Ende Februar 2011 sollen circa 20 Flugzeuge für das WLAN-Erlebnis in luftiger Höhe bereit sein.
Als Netzpartner konnte die Deutsche Telekom gewonnen werden. Sie stellt für die Nutzung drei Tarife zur Auswahl: eine 24-Stunden-Flatrate, die auch in Lufthansa Lounges nutzbar ist, kostet 19,95 Euro, für eine Stunde werden 10,95 Euro fällig und wer nur 10 Minuten das Internet im Flugzeug nutzen möchte, muss dafür 1,80 Euro zahlen. Letztgenannter Tarif ist aber nur für Telekom-Direktkunden nutzbar. Das FlyNet-Portal mit regelmäßig aktualisierten Nachrichten der Agentur AFP lässt sich kostenlos absurfen.
Hotspot-Logo an Bord einer FlyNet-tauglichen Lufthansa-Maschine. Bild: onlinekosten.de
Verschiedene Abrechnungsmodelle
Die Abrechnung erfolgt wahlweise per Kreditkarte, über gesammelte Bonusmeilen des Vielfliegerprogramms Miles & More oder als Telekom-Kunde über die eigene Mobilfunk-Rechnung. Bis Ende Januar bieten Telekom und Lufthansa die Nutzung in allen Klassen kostenlos an. Interessierte Nutzer können den Dienst also während der kommenden zwei Monate auf Herz und Nieren testen.
Im Frühjahr des kommenden Jahres werden die aktuell nutzbaren Datenverbindungen um GSM-Komponenten ergänzt. Das heißt, es wird dann auch möglich sein, an Bord SMS und MMS zu verschicken und zu empfangen. Sprach-Verbindungen werden auf Wunsch zahlreicher Lufthansa-Kunden technisch unterbunden. Die Airline möchte die Ruhe an Bord nicht stören. Voice over IP-Verbindungen sind zwar theoretisch möglich, jedoch ausdrücklich verboten. Die Nutzung der Chat-Funktion von Skype wird aber geduldet.
Bandbreite wird nach und nach gesteigert
Zunächst wird die maximal nutzbare Bandbreite auf 5 bis 10 Megabit pro Sekunde im Down- und 500 Kilobit pro Sekunde im Upstream beschränkt sein. Nach und nach sind aber Kapazitätserweiterungen geplant. Zu beachten ist, dass es sich dabei um keine garantierte Bandbreite handelt, sondern um Maximalwerte. Das heißt, wenn mehrere Passagiere parallel surfen oder die Verbindung zum Satelliten nicht mehr optimal ist, kann es zu Einschränkungen bei der Geschwindigkeit kommen. Zudem wird zum Beispiel auf einem Flug nach New York bis zu vier Mal der genutzte Satellit gewechselt, wodurch es zu kurzzeitigen Ausfällen bei der Internetverbindung kommen kann.