Dienstag, 30.11.2010 11:31

Wikileaks: Schaar kritisiert "Datensammelsucht"

aus dem Bereich Sonstiges

Als Reaktion auf die Veröffentlichung tausender vertraulicher US-Diplomaten-Berichte hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar ein radikales Umdenken bei der Speicherung persönlicher Daten gefordert. "Wir brauchen nicht immer mehr, sondern weniger Daten, und die Daten müssen ordentlich geschützt werden", sagte Schaar der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).

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Datensammlungen im Netz als Risikofaktor

Es sei sonst zu befürchten, dass demnächst nicht nur diplomatische Korrespondenz, sondern ärztliche Diagnosen, Strafakten oder andere sensible Informationen ihren Weg in das Internet fänden. Die seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 vor allem in den USA grassierende "Datensammelsucht" sei "ein Risikofaktor, der kaum zu beherrschen ist", sagte Schaar.

Auch der Chaos Computer Club (CCC) teile die Befürchtungen des Bundesdatenschutzbeauftragte, sagte CCC-Sprecher Dirk Engling dem Radiosender MDR INFO am Dienstag. Seit vielen Jahren nähmen die Datenmengen, die bei staatlichen und privaten Stellen gesammelt würden, beständig zu. Und damit steige auch die Gefahr, dass jemand Daten, die in großen Mengen herumlägen, mitnehme. "Man denke sich nur, dass der gesamte Datensatz, der jetzt bei Wikileaks veröffentlicht worden ist, auf eine SD-Karte von der Größe eines Fingernagels draufpasst."

Am Wochenende hatte die Internet-Plattform Wikileaks mehr als 250.000 vertrauliche Dokumente aus US-Botschaften veröffentlicht. Darin lassen sich zum Teil äußerst kritische Kommentare über zahlreiche Staats- und Regierungschefs finden. Zudem soll das US-Außenministerium seine Diplomaten aufgefordert haben, persönliche Daten von ausländischen Führungspersönlichkeiten zu beschaffen.

Jörg Schamberg / dpa
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 ein radikales Umdenken bei der Speicherung persönlicher Daten (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von trinity am 30.11.2010 um 12:55 Uhr
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