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Sonntag, 28.11.2010 21:08

Wikileaks enthüllt 250.000 US-Dokumente

aus dem Bereich Sonstiges

Die diplomatischen US-Depeschen im Besitz von Wikileaks bergen höchst Unschmeichelhaftes über die Mächtigen der Welt. Der Bundeskanzlerin werden "Teflon"-Eigenschaften bescheinigt, Russlands starker Mann Wladimir Putin gilt in Washington als "Alpha-Rüde".

Übersicht

1. Kritik von US-Diplomaten an Politikern
2. Spionage bei UNO - Attacke auf Wikileaks
3. Israel und Araber: Militärschlag gegen Iran
4. Weißes Haus: Veröffentlichung ist rücksichtslos

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US-Diplomaten ziehen über Politiker weltweit her

Die Wikileaks-Veröffentlichungen hunderttausender Berichte des US-Außenministeriums enthüllen wenig schmeichelhafte Urteile der Amerikaner über Politiker in aller Welt - auch über die deutschen Partner. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bescheinigten sie, "selten kreativ" zu sein und das Risiko zu meiden. Aus den Dokumenten, aus denen "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe zitiert, geht auch hervor: Der afghanische Präsident Hamid Karsai wird als "schwache Persönlichkeit" beschrieben, der von "Paranoia" und "Verschwörungsvorstellungen" getrieben werde. Russlands Premierminister Wladimir Putin werde als "Alpha-Rüde" bezeichnet, Präsident Dmitri Medwedew als "blass" und "zögerlich".

Das Magazin wollte die Ausgabe in Absprache mit anderen internationalen Medien eigentlich erst am Sonntagabend um 22.30 Uhr veröffentlichen. Jedoch wurden im Internet-Nachrichtendienst Twitter bereits Hinweise auf Kopien versendet. Auch an einzelnen Bahnhöfen war das Magazin mit der Titelgeschichte "Enthüllt - Wie Amerika die Welt sieht" zu kaufen. Gegen 19.30 Uhr veröffentlichten auch die "New York Times", der britische "Guardian" und die spanische Zeitung "El País" ihre Analysen des Materials zeitgleich im Internet. Weltweit hatten sich Regierungen auf die Veröffentlichung vorbereitet. Die USA warnten auch Deutschland vor der Wikileaks-Veröffentlichung.

Kritische Beurteilung von Guido Westerwelle...

Wie aus den veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, beurteilten die Amerikaner vor allem Außenminister Guido Westerwelle kritisch. Kurz vor der Bundestagswahl im September 2009 heißt es laut "Spiegel" in einer Einschätzung des US-Botschafters Philip Murphy in Berlin zu dem FDP-Chef: "Er wird, wenn er direkt herausgefordert wird, vor allem von politischen Schwergewichten, aggressiv und äußert sich abfällig über die Meinungen anderer Leute." Westerwelle sei eine unbekannte Größe ("Wild Card") mit "überschäumender Persönlichkeit". Sein Geltungsdrang werde zu Kompetenzrangeleien mit der Kanzlerin führen.

...und wenig Lob für Angela Merkel

Wenig Lobendes haben die US-Diplomaten laut "Spiegel" auch über Merkel selbst zu berichten. Vor einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama im April 2009 hätten sie nach Washington gemeldet, die Kanzlerin sei "bekannt für ihren Widerwillen, sich in aggressiven politischen Debatten zu engagieren. Sie bleibt lieber im Hintergrund, bis die Kräfteverhältnisse klar sind, und versucht dann, die Debatte in die von ihr gewünschten Richtung zu lenken". Weil vieles an ihr abgleite, werde die Regierungschefin intern in den US-Berichten "Angela 'Teflon' Merkel" genannt - in Anspielung auf die nichthaftende Beschichtung von Bratpfannen.

Weiter auf Seite 2: Spionage bei der UNO & Attacke auf Wikileaks-Website
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    Zuletzt kommentiert von syntheticsw am 29.11.2010 um 07:45 Uhr
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