In der knapp 26.000 Einwohner zählenden brandenburgischen Kleinstadt Hennigsdorf nordwestlich von Berlin startet die Deutsche Telekom ab sofort in die Zukunft. Am Dienstag gab die Telekom in der Region den Startschuss für den bundesweiten Glasfaser-Ausbau. Hennigsdorf dient als Pilotprojekt für den Fibre to the Home (FTTH) Ausbau in Deutschland; der Verlegung von Glasfasern bis in die Wohnung hinein.
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Download und Upload von bis zu 200 Mbit/s
Der Ausbau soll Schritt für Schritt in Haushalten in den Hennigsdorfer Stadtteilen Nord und Mitte erfolgen. Geplant ist die Verlegung von rund 120 Kilometern Glasfaser-Leitungen und der Aufbau von 16 neuen Netzverteilern. Im Rahmen des Pilotprojektes sind auch Tiefbaumaßnahmen erforderlich. Die Telekom will den Glasfaser-Ausbau in Hennigsdorf im zweiten Quartal des kommenden Jahres abschließen. Nach Fertigstellung sollen die teilnehmenden Testhaushalte größere Daten wie Fotos, Videos und Musik mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde sowohl herunterladen als auch auf Server hochladen können. Die bislang noch zwischen dem Verteilerkasten auf der Straße und dem Wohnungsanschluss der Kunden genutzten langsamen Kupfer-Leitungen werden durch die schnellen Glasfasern ersetzt. "Das Pilotprojekt in Hennigsdorf wird uns wichtige Erkenntnisse für den weiteren Glasfaser-Ausbau in Deutschland liefern", so Rüdiger Caspari, Leiter der Niederlassung Netzproduktion der Telekom.
Deutschland hinkt beim Glasfaser-Ausbau hinterher

Die Deutsche Telekom startet in Hennigsdorf ein Glasfaser-Pilotprojekt. Bild: hennigsdorf.de
"Der Start für den Glasfaser-Ausbau gerade in Hennigsdorf ist auch ein Erfolg der engen Kooperation zwischen Stadt und örtlichen Wohnungsunternehmen", betonte Andreas Schulz, Bürgermeister von Hennigsdorf. "Und natürlich wollen wir auch die öffentlichen Einrichtungen, zum Beispiel Schulen im Pilotgebiet, an dieses zukunftsweisende Netz anbinden. Ich kann alle Grundstücks- und Wohnungsbesitzer nur herzlich dazu einladen, an diesem Pilotprojekt teilzunehmen."
Deutschland liegt nach Angaben des europäischen Branchenverbandes FTTH Council Europe beim Glasfaser-Ausbau noch weit hinter anderen europäischen Staaten zurück und schafft es beim Blick auf die Glasfaser-Pentrationsrate noch nicht einmal unter die ersten 17 Staaten in Europa. Angeführt von Litauen setzen vor allem die skandinavischen Länder auf schnelles Breitband per Glasfaser. Im Juni registrierte der Verband dagegen nur 140.000 deutsche Haushalte, die einen direkten Glasfaseranschluss in ihrer Wohnung nutzten.


